29.04.2016, 14:52 Uhr

Pecherprojekt Hölles feiert 20 Jahr-Jubiläum

Pecherpfad-Gründer Gerhard und dahinter Ernst SChagl, daneben Jungpecher Lukas und Pecher Gerhold Wöhrer. (Foto: Pecherpfad Hölles)
MATZENDORF-HÖLLES. Die letzte Naturharzgewinnung von Schwarzföhren in Europa, Pecherei genannt feiert mit ihrem Vorzeigeprojekt, dem Pecherpfad Hölles, Gemeinde Matzendorf-Hölles, heuer mit mehreren Aktionstagen sein 20-jähriges Bestandsjubiläum.
Auftakt ist mit einer – wie seit 20 Jahren immer kostenlosen – Saisoneröffnungsführung am Donnerstag, 5.5., um 14.30 Uhr (Christi Himmelfahrt).
Dabei werden die Besucher über die Geschichte der Harzverwendung umfangreich informiert, dazu werden vom letzten echten Pecher Österreichs, Gerhold Wöhrer, der noch das Handwerk gegen Ende der Pecherei Anfang der 1970er Jahre neben seinem Studium ausgeübt hat, die nur von Generation zu Generation überlieferten Arbeitstechniken der Baumharzgewinnung gezeigt. Außerdem gibt s einen keleinen Einblick in die Welt der Heilkräuter des Föhrenwaldes. Zum Abschluss gibt’s als Überraschung gemeinsam mit einer Schwarzföhrenfirma aus Wiener Neustadt eine Österreich-Premiere.
Höhepunkt ist am Sonntag, 22.5. von 10-18 Uhr das Jubiläumsfest mit dem 1. Pechertreffen der letzten noch lebenden Pecher der Region, die noch vor 45 Jahren der Pecherei nachgegangen sind. Dazu wird das Pecherbrot und die Pechseife präsentiert. Weiters gibt s ein Walderlebnis-Kinderprogramm und eine Maiandacht mit Segnung einer Friedensmadonna für die Pecherkapelle sowie eine Sofort-Gewinntombola und eine Hauptverlosung mit mehreren tollen Hauptpreisen, darunter € 500,- in bar, gespendet von Komm.Rat Toni Ebner (Autohaus Felixdorf), der auch die Musik sponsort.
Zum Kosten gibt s den gesundheitsfördernden Föhrenwipfel-Schnaps und den begehrten Pechbalsam mit seinen über 200 wertvollen Inhaltsstoffen für die Gesundheit.
Die Pecherpfad-Initiatorengruppe des Verschönerungsvereines Hölles hat sich zum Ziel gesetzt, das alte Hadndwerk der Pecherei der Nachwelt zu erhalten. In den letzten 3 Jahrhrhunderten haben in der gesamten Thermenregion davon rund 5000 Pecher ihre Familien ernährt. Die Pecherei war aus dem Wirtschaftsleben nicht wegzudenken, wurden vom Rohharz Terpentin und Kolophonium für Wagenschmieren ebenso hergegestellt wie für Farben, Papierleime, Schuhcremen, Imprägniermittel ua m verwendet. Die größte Harzfabrik des Landes, die Fa. Furtenbach in Wr. Neustadt, schloss 1963 ihre Pforten. Billigimporte aus dem Ausland und der Ersatz durch Chemie sorgten für den Niedergang der Pecherei.
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