06.06.2016, 10:07 Uhr

Internationales Berufspraktikum

IBP Deutschland
Wiener Neustadt: Militärakademie |

Landesverteidigung und internationales Krisenmanagement

Die militärische Landesverteidigung obliegt gemäß § 2 des Wehrgesetzes dem Österreichischen Bundesheer (ÖBH). Im Rahmen der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union beteiligt sich das ÖBH aber auch an multinationalen Operationen des internationalen Krisenmanagements und der Konfliktprävention.

Die Truppenoffiziersausbildung

Davon abgeleitet ergibt sich das Ausbildungsziel für die Absolventinnen und Absolventen der Truppenoffiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie (TherMilAk), welche sich aus dem Fachhochschul-Bachelorstudiengang Militärische Führung (FH-BaStg MilFü) und dem Truppenoffizierslehrgang zusammensetzt: Der an der TherMilAk ausgebildete Truppenoffizier muss eine Teileinheit im nationalen und internationalen Einsatz führen sowie dafür ausbilden und einen Einheitskommandantin bzw. einen Einheitskommandanten vertreten können. Aus diesem Grund sind im gültigen Akkreditierungsantrag für den FH-BaStg MilFü im fünften Semester ein nationales- sowie im sechsten Semester ein internationales Berufspraktikum integriert.

Das Internationale Berufspraktikum

14 Berufsoffiziersanwärter (BOA) des Jahrgangs Weissenwolff absolvieren daher derzeit ein sechs Wochen umfassendes internationales Berufspraktikum (IBP) bei Partnerverbänden im Ausland. Diese Partnerverbände müssen über Einsatzerfahrung verfügen und vor allem die Verantwortungsübertragung an die BOA zulassen. Dafür konnten durch das International Office am FH-BaStg MilFü Praktikumsplätze für
- 1 BOA bei den Landstreitkräften Finnlands,
- 2 BOA bei der Schweizer Armee,
- 3 BOA bei der Französischen Armee sowie
- 8 BOA bei der Deutschen Bundeswehr
angeboten werden. Die beiden in der Waffengattung „Militärstreife“ ausgebildeten BOA wurde ermöglicht, das IBP im Rahmen des derzeitigen Kontingents des ÖBH im Kosovo zu absolvieren und somit wertvolle Einsatzerfahrungen zu sammeln.


Das Ausbildungsziel

Das wesentliche Ziel des IBP liegt in der Persönlichkeitsentwicklung der BOA. Das wird vor allem durch die Möglichkeit der Reflexion und der Festigung des Vertrauens in die eigene Leistungsfähigkeit ermöglicht. Erreicht wird das vor allem durch die Übernahme von Entscheidungsverantwortung unter Supervision. Darüber hinaus werden die eigenen Kenntnisse und Fertigkeiten in der jeweiligen Waffengattung sowie die interkulturelle Kompetenz durch den Kontakt und Umgang mit Soldaten anderer Nationen gefördert.
Dadurch erhalten die zukünftigen Führungskräfte des ÖBH ein kritischen Verständnis für Strukturen fremder Streitkräfte und können nationale sowie internationale militärische Fähigkeiten vergleichen. Das wesentlichste und wertvollste Resultat ist die Rückmeldung zur erbrachten Leistung der BOA durch die Partnerverbände. Diese Rückmeldung ist einerseits die internationale Reifeprüfung für die BOA und unterstützt die angestrebte Persönlichkeitsentwicklung. Andererseits ist es auch eine sehr wertvolle Evaluierung der Truppenoffiziersausbildung an der TherMilAk bzw. für die Waffengattungs- und Fachschulen des ÖBH: Die Kenntnisse und Fertigkeiten der BOA werden aus internationaler Sicht in einem weiten Spektrum bewertet und dienen der Weiterentwicklung der Truppenoffiziersausbildung in Österreich.
Durch das international vielfach hervorragend beurteilte und bereits mehrfach übernommene Ausbildungssystem derTruppenoffiziersausbildung durch Partnerinstitutionen wird sichergestellt, dass die angehenden militärischen Führungskräfte militärische Aufträge bestmöglich erfüllen und die dafür ihnen anvertrauten Soldatinnen und Soldaten in vielfältigen und herausfordernden Einsatzszenarien erfolgreich führen können.

„Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
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