13.07.2016, 08:30 Uhr

Wahlbeisitzer haben weiße Weste

Adrian Bernhart

Die Neuwahl im Herbst sorgt bei hunderten Beisitzern in Stadt und Bezirk Wiener Neustadt für Frust.

WIENER NEUSTADT/BEZIRK. Während andere mit Familien feiern, Sonntagsausflüge machen oder einfach nur entspannen, sitzen sie in Schulklassen, Hinterzimmern von Gasthäusern und Gemeindestuben. Von sechs Uhr in der Früh bis 20 Uhr an jedem Wahlsonntag.
Die Bezirksblätter haben einige der 858 Wahlbeisitzer in Stadt und Bezirk besucht und mit ihnen gesprochen. Über die Liebe zur Demokratie, den Schaden und - jetzt auch den Spott, den man für diese freiwillige Arbeit ertragen muss.
"Ungerechtfertigt", wie Tanja Windbüchler-Souschill meint. "Dass alle Wahlbeisitzer in einen Topf geworfen werden, ist unfair. Es waren nicht alle schlampig bei ihrer Arbeit", ärgert sich die Wahlbeisitzerin der Grünen über Pauschalverurteilungen. Vor allem, weil die Fehler nicht in den Gemeinden passiert sind, sondern in den Bezirkswahlbehörden.
"Dass bezahlte Profis derartige Fehler machen, ist bitter", meint Wiener Neustadts Bürgermeister-Stellvertreter und Beisitzer in der Bezirkswahlbehörde, Michael Schnedlitz (FPÖ). "Die Wahlbeisitzer in den Gemeinde leisten tolle Arbeit und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Diese freiwillige Arbeit gehört gewürdigt", plädiert Schnedlitz. Geld für die stundenlange Arbeit gibt es nur in den wenigsten Fällen. In Bad Erlach sind es für Wahlleiter Franz Hauck gerade mal eine Wurstsemmel und Getränke. Nichtsdestotrotz engagiert sich Hauck schon seit 15 Jahren als Wahlbeisitzer. Und das sehr gewissenhaft. "Ich mache ein paar Tage vor der Wahl eine Schulung mit allen Helfern. Da gehen wir den Leitfaden nochmals durch", versichert Hauk. Ähnlich gewissenhaft läuft es in Schwarzenbach. "Uns ist es besonders wichtig, dass alles passt. Schon in der Früh wird alles sorgfältig hergerichtet. Das zieht sich den ganzen Tag durch. Auch bei der Auszählung wird genau geschaut", schildert der langjährige Wahlbeisitzer und Vizebürgermeister Adrian Bernhart. "Es ist eine vertrauensvolle Aufgabe, die man gewissenhaft erledigen muss. Bei uns in der Gemeinde funktioniert das alles super", garantiert Bernhart.
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