26.08.2016, 13:31 Uhr

Neun neue KIGA-Gruppen

Mag. Rainer Mock (Geschäftsbereichsleiter "Gesellschaft, Soziales und Sport"), Kindergarteninspektorin Gertrude Taschner, Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger, Erster Vizebürgermeister Bildungsstadtrat Dr. Christian Stocker, Susanne Dutter (Projekt Begabtenförderung) und Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan.
WIENER NEUSTADT. „Wiener Neustadt ist und bleibt die größte Schul- und Kindergartenstadt Niederösterreichs. Das stellt uns natürlich auch immer wieder vor große Herausforderungen. Gemeinsam mit dem Land NÖ haben wir diese jedoch angenommen und starten mit dem neuen Schul- und Kindergartenjahr einige zukunftsweisende Projekte.“ Mit diesen Worten gaben Wiener Neustadts Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger und Erster Vizebürgermeister Bildungsstadtrat Dr. Christian Stocker im Rahmen einer Presskonferenz einen Ausblick auf das am 5. September startende Schuljahr.
Kindergärten
„Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir allen Kindern, die bei der Einschreibung im Jänner waren und einen Platz wollten, auch einen Platz zuweisen können. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis engagierter Arbeit gemeinsam mit dem Land NÖ, bei dem ich mich für die perfekte Kooperation bedanke“, so Vizebürgermeister Stocker zur generellen Situation.

Neue Kindergärten bzw. Tagesbetreuungseinrichtungen
Ab September wird im Kindergarten Reyergasse eine zusätzliche Gruppe betrieben.
In der Heideansiedlung wird eine neue Tagesbetreuungseinrichtung mit einer Gruppe errichtet. Die Fertigstellung soll Ende 2016/Anfang 2017 erfolgen.
Um dem ständig wachsenden Bedarf gerecht zu werden, führt die Stadt laufende Gespräche mit Wohnbaugenossenschaften, damit bei neuen Wohnbauprojekten Platz für Kindergärten eingeplant wird. Im September-Gemeinderat soll es dazu zwei Beschlüsse geben:
Die EGW Heimstätte plant einen 3-gruppigen Kindergarten in der Luchspergergasse.

Das Haus der Barmherzigkeit plant mit einer Genossenschaft die Errichtung eines 4-gruppigen Kindergartens am Areal des Stadtheims.

Elterngespräch mit nicht angemeldeten 4-jährigen Kindern
In NÖ sind 95,6% der 4-jährigen Kinder in einer institutionellen Kinderbetreuung angemeldet.
Aufgrund einer Änderung des Kindergartengesetzes müssen die Gemeinden nun erheben, welche Kinder nicht angemeldet sind und in weiterer Folge Gespräche mit den Eltern dieser Kinder führen.
Damit soll der Prozentsatz der angemeldeten Kinder noch erhöht und eine möglichst breite Förderung der Kinder erreicht werden.
Aktuell sind im Stadtgebiet 28 Kinder von dieser Regelung betroffen.

Themenschwerpunkte in den Kindergärten
Verstärkte Kooperation Kindergärten und Schulen: „Erlebtes Lernen – Schuleinschreibung NEU“
Elementare, musikalische Früherziehung im Anemonensee- und Paul Habetin-Kindergarten
Tiergestützte Pädagogik im Ungarviertel-Kindergarten
Schwerpunkt: „Interkulturelle Pädagogik“ in den Kindergärten Josefstadt, Reyergasse, Otto Glöckel und Porsche-Viertel
Schwerpunkt Bewegung „Hopsi Hopper“ (Sportministerium) im Bendek-Kindergarten
Ab September sind 31 interkulturelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugeteilt. Diese unterstützen vor allem bei der Sprachförderung der Kinder.

Zahlen zu den Kindergärten
Im Stadtgebiet gibt es zurzeit 17 Landeskindergärten und 2 Tagesbetreuungs-einrichtungen der Gemeinde (mit der Heideansiedlung dann 3).
Anzahl der Gruppen: 62 in Kindergärten und 3 (4) in Tagesbetreuungs-einrichtungen
Anzahl Kinder: 1.331 in Kindergärten und 45 (60) in Tagesbetreuungs-einrichtungen
Anzahl neue Kinder: 433

Schulen
„Die größte Herausforderung im Pflichtschulbereich der Stadt ist der hohe Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, welche durch die Flüchtlingssituation massiv verschärft wird“, erklärt Bürgermeister Schneeberger. „Am Ende des letzten Schuljahres waren 184 Kinder von Asylwerberinnen und Asylwerbern in städtischen Schulen. Umgelegt auf Schulklassen bedeutet das mindestens zehn zusätzliche Klassen, welche die öffentliche Hand finanzieren muss. Mein Dank gilt dem Landesschulrat, der zwölf zusätzliche Dienstposten in Wiener Neustadt genehmigt hat. Ohne die großartige Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen, sowie vieler Ehrenamtlicher, wäre diese Situation nicht zu bewältigen gewesen. Selbstverständlich wird daher das Projekt ‚Lesepate‘ auch im kommenden Schuljahr fortgesetzt.“
Konkret finanzierte das Land zusätzliches Lehrpersonal, so Schneeberger weiter. Nun muss die Stadt jedoch den zusätzlichen Raumbedarf abdecken, der durch die Situation entstanden ist. Der Bürgermeister dazu: „Wir stellen gerade Hochrechnungen an, um den idealen Standort für zusätzliche Schulen zu finden.“
Was die Situation von Flüchtlingen und Kindern mit Migrationshintergrund in Schulen und Kindergärten betrifft, haben Bürgermeister Klaus Schneeberger und Vizebürgermeister Christian Stocker eine ganz eindeutige Position: „In den Bildungseinrichtungen gilt es, den Kindern so rasch als möglich die deutsche Sprache zu lernen, denn die ist der Schlüssel zur Integration. Nur durch ausreichende Bildung kann in Zukunft verhindert werden, dass sich Parallelgesellschaften bilden, wie das in den letzten Jahren leider vermehrt geschehen ist. Hier sind auch die Eltern gefordert. Es kann nicht sein, dass die Kinder die deutsche Sprache über die Ferien wieder verlernen, weil mit ihnen in den Ferien nur in der Muttersprache kommuniziert wird. Wer bei uns lebt, der muss sich an unsere Regeln halten, dann wird er sich hier auch willkommen fühlen. Wir werden alles unternehmen, dass bei den Kindern die Schwerpunkte richtig gesetzt werden.“

Der Bürgermeister präsentierte in diesem Zusammenhang auch die aktuellen Zahlen des AMS zur Arbeitslosigkeit:
Wiener Neustadt hat mit 10,7% die höchste Arbeitslosenrate in ganz NÖ
Anteil gering qualifizierter Arbeitsloser: 26%
Anteil Arbeitsloser mit Migrationshintergrund: 20%
Die Asylwerberinnen und Asylwerber, bei denen das Asylverfahren noch läuft, sind hier noch nicht miteinberechnet.

„Diese Zahlen zeigen, wie wichtig engagierte Maßnahmen im Bildungsbereich sind, um die Situation am Arbeitsmarkt in Zukunft zu verbessern. Wir müssen der Jugend wieder neue Chancen geben – und das wird nur über gute Bildung funktionieren können“, so Schneeberger.
Neue Schwerpunkte in den Pflichtschulen
Volksschule Föhrenwald
Ab Herbst nimmt am Areal der Waldschule eine einklassige Volksschule mit 13 Kindern den Betrieb auf.
Ziel ist die Zusammenführung von behinderten und nicht behinderten Kindern.
Poly: Neuer „Intensivlehrgang Wirtschaft – Technik – Soziales“
Zusatzangebot in der Polytechnischen Schule, um die Übertritts-chancen in eine weiterführende Schule bzw. Lehre zu verbessern
dient als Grundlage für „Lehre mit Matura“
Der Intensivlehrgang steht allen Schülerinnen und Schülern offen.
Zusätzlich zur Note gibt es hier eine verbale kompetenzorientierte Zusatzbeurteilung. Dadurch erhalten Lehrbetriebe einen vertiefenden Einblick in die Fähigkeiten der Jugendlichen.
Das Projekt wird von der Pädagogischen Hochschule NÖ begleitet und evaluiert.

Begabtenförderungsprojekt Wiener Neustadt
Susanne Dutter (ECHA diplomierte Grundschulpädagogin) wird ab dem neuen Schuljahr auf Initiative von Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan ein Projekt für begabte Schülerinnen und Schüler an Wiener Neustadts Volksschulen starten.

Tätigkeitsfelder und Bereiche des Begabtenförderungsprojektes:
Beratung und Unterstützung der Klassenlehrer im Bereich Individualisierung, Unterrichtsvorbereitung, Herausfinden von Begabungen, etc.
Beratung von Schulen bei der Planung von verschiedenen Projekten zur Förderung von begabten Kindern
Arbeit mit Schülerinnen und Schüler und Absolvierung von Begabtenkursen
Anlaufstelle für Eltern
Fortbildung für Kollegien von Schulen
Das Projekt soll Anreize schaffen, um Ressourcen abseits der wichtigen Sprachförderung zur Verfügung zu stellen.
Susanne Dutter ist ab September unter der Email-Adresse begabtenfoerderung@wiener-neustadt.at erreichbar.

Zahlen zu den Pflichtschulen
Im neuen Schuljahr gibt es an den öffentlichen Volksschulen in der Stadt 19 erste Klassen mit insgesamt 422 „Taferlklasslern“.
Bei den Neuen NÖ Mittelschulen sind es 16 erste Klassen mit 373 Schülerinnen und Schülern.
Es gibt 4 Vorschulklassen mit 63 Kindern.
In den Volksschulen werden 22 Gruppen mit Nachmittagsbetreuung von „Kidspoint“ geführt. Im vergangenen Schuljahr wurden so 549 Schülerinnen und Schüler am Nachmittag betreut. In den Mittelschulen wird die Nachmittagsbetreuung von den Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt.
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