04.04.2016, 19:00 Uhr

Neulengbacher über Nachbehandlung nach Knieoperation verärgert

Martin K. (72) aus Neulengbach ist mit der Operation zufrieden. Die Nachbehandlung wurde jedoch zur Geduldsprobe.

Erst nach einer regelrechten Odyssee wurden die Nähte eines 72-jährigen Patienten nach einer Knieoperation entfernt.

NEULENGBACH (mh). Eigentlich sollte sich Martin K. (Name von der Redaktion geändert), Pensionist aus Neulengbach, über seine erfolgreiche Knieoperation ja freuen. Die Umstände, wie er nach dem Eingriff die Operationsnähte wieder loswurde, lassen den 72-Jährigen jedoch vor Wut schäumen. Erst beim vierten Anlauf waren Mediziner bereit die Wundnaht zu entfernen, wie er den Bezirksblättern berichtet.

Orthopäde nicht zuständig

Begonnen hat alles im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien. Dort unterzog sich Martin K. einer speziellen Operation des Kniegelenks, die im deutlich näheren Universitätsklinikum St. Pölten nicht angeboten wird. Sieben Tage nach dem erfolgreichen Eingriff wurde K. entlassen. "Ein Oberarzt sagte mir zum Abschied, dass die Kontrolle und Nahtentfernung nach drei zusätzlichen Tagen von meinem Hausarzt erledigt werden kann", schildert der Pensionist. Doch dort erlebte der Patient sein erstens blaues Wunder. Der Neulengbacher Mediziner verwies auf den Patientenbrief, aus dem hervorging, dass die Nachbehandlung nur der "zuweisende Facharzt für Orthopädie" erledigen könne. Doch auch der St. Pöltner Orthopäde sah sich als nicht zuständig. "Wir haben keine Möglichkeit das zu verrechnen und nicht das erforderliche Spezialwerkzeug", hieß es laut K. aus der Ordination des Orthopäden, der für keine Stellungnahme erreichbar war. 14 Tage nach der Operation startete K. einen weiteren Versuch bei der orthopädischen Ambulanz des Universitätsklinikums St. Pölten.

Unorthodoxe Naht

Doch auch dort blitzte der Pensionist ab: "Eine sichere Entfernung der unorthodox angelegten Intrakutannaht war ohne Wissen um die Technik nicht ratsam und nicht möglich", teilte die Ombudsstelle des UK St. Pölten später als Begründung mit. Tatsächlich entfernt wurde die Naht schließlich im Krankenhaus in Wien, in dem K. operiert worden war. Der 72-Jährige ärgert sich vor allem über die zahlreichen unnötigen Rettungstransporte, die das Sozialsystem belasten. Seine Konsequenz: „So lange im Spital bleiben, bis die Naht entfernt wird, dann hat man den Ärger nicht.“
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