03.09.2016, 01:56 Uhr

Lesereise "Flieg für mich!" (Preitenegg...)

Preitenegg: Gasthaus Schimpl | Diesen Beitrag, der stetig wachsen wird, möchte ich nutzen, um von der Entwicklung meiner Lesereise quer durch Kärnten zu erzählen.

Ich schreibe seit 2012. Ein Jahr später kam mein erstes Buch "Schief gewachsen - wenn Wurzeln keinen Halt finden" auf den Markt. Bereits damals hatte ich die Idee eine Lesereise quer durch Kärnten zu machen. Doch wie die Orte wählen? Ich verließ mich auf meine Intuition und wählte als Kompas "den Finger auf der Landkarte". Eine Landkarte Kärntens, geschlossene Augen, ein kreisender Finger, der 12 x auf dieser Karte landete.

Der erste Ort war

PREITENEGG

. Pff, ich war noch nie zuvor dort gewesen! Also recherchierte ich mal, was es mit diesem Ort auf sich hat. Natürlich fiel mir sofort Maximilian Schell auf. Da ich mich (mittlerweile) stets von "Zeichen" leiten und führen lasse, wusste ich nicht, ob ich nun diesbezüglich aktiv werden müsste. Ich wurde. Maximilian Schell bekam ein kleines Päckchen von mir, das ein Buch und einen Brief von mir beinhaltete. Nun, ich hab nie eine Antwort bekommen und irgendwann ist er dann auch gestorben. Ziemlich zeitgleich ging mir dann auch die Luft für mein Projekt aus, also legte ich die Idee mit der Lesereise vorerst ad acta.

Nun, diesen Sommer, kam mein 2. Buch auf den Markt. "Flieg für mich!" Die Liste von damals kam mir wieder in den Sinn und wieder stand Preitenegg als erster von 12 Orten am Programm.
Dass diesmal Iva Schell eine Nachricht auf facebook von mir erhielt, möchte ich der Aufrichtigkeit - zugleich aber etwas beschämt - erwähnen. Na ja, so ist es mit den "Zeichen", man weiß nie so genau wie deuten, dennoch finde ich es wichtig aktiv zu werden. Nun, es kam keine Antwort.

Irgendwann vor ein paar Wochen machte ich mich dann auf in den von mir noch unbekannten Ort. Es war ein Sonntag Vormittag, meine Ehemann begleitete mich. In Vorgesprächen hatte ich bereits erfahren, dass sich das Gasthaus "Hanslwirt" für eine Lesung sehr gut eignen würde. Also steuerte ich den Hanslwirt an. "Betriebsurlaub" stand da zu lesen. Hmm? Wir spazierten durch den Ort, nahmen auch den Weg über den Friedhof, das Haupttor der Kirche war geschlossen. An der Kirche vorbeispazierend entdeckte ich aber die offene Seitentüre, also ging ich hinein. Ich zündete eine Kerze an und bat "die da oben" um Beistand bei meinem Projekt. Als ich die Kirche verließ, fiel mir ein Prospekt von "Walter Nimmerfall" in die Hände. Ich kenne ihn recht gut, weil ich schon 3x bei ihm einen Gitarrenkurs besucht habe. Wir hatten aber sicher seit 5 Jahren keinen Kontakt. Hmm, Walter? Ich wusste von der Zeit damals, dass er in Theißenegg wohnte. Neben der Kirche entdeckte ich das geöffnete Gasthaus "Schimpl". Und während ich durch die Fenster die Bevölkerung als Gäste wahrnahm, die wohl davor Gottesdienstbesucher gewesen sind, machte sich mein Verdauungsapparat bemerkbar. Klar, eindeutig, dringlich! "Es hilft nix, ich muss da jetzt hinein auf's Klo!", sagte ich zu meinem Mann. So richtig freiwillig ging ich da nicht hinein. Als ich dann am WC war und mich das Ambiente (Aussehen, Geruch) an früher, an meine Kindheit erinnerte, schlich sich da eine Idee langsam in mein Bewusstsein. Als Dankeschön für die Möglichkeit der Erleichterung nahmen wir ein Getränk im zweiten Gastzimmer des Gasthauses ein - dort waren wir die einzigen Gäste. Während der Wirt wieder im Nebenraum verschwand, um unsere Getränke zu holen, reifte die Idee weiter. "Warum nicht genau in so einem Ambiente die Lesung veranstalten?" In meinem Buch geht es sehr stark um das bäuerliche Umfeld zu meiner Kindheit. Ich fragte Herrn Schimpl, ob grundsätzlich die Möglichkeit zu einer Lesung im alten Gastraum bestünde. "Ja, ja", meinte er. Neugierig, wie ich gestrickt bin, fragte ich ihn, was er denn für ein Baujahr sei. "1928", sagte er. Mehr brauchte ich nicht als Bestätigung. Es ist das Geburtsjahr meines Vaters und im Buch "Flieg für mich!" geht es hauptsächlich um die Beziehung zu meinem Vater.
Und so verabschiedeten wir uns mit einem Handschlag.

Als nächstes fragte ich Walter Nimmerfall, ob er denn bereit sei, mich auf der Gitarre zu begleiten. "Grundsätzlich schon", meinte er zu meiner Freude. Nur sei er mittlerweile nicht mehr in Theißenegg wohnend, sondern wieder in seiner Heimat in Oberösterreich. Eine entgültige Zusage wäre also an das Stattfinden seines Kurses im September in Tainach geknüpft. Somit warten wir beide nun, ab wann wir genau wissen, ob "ja" oder "nein". Aber die Ideen reifen zügig. Walter schlug mir eines Tages am Telefon vor, er könnte Lieder von "Hannes Wader" singen. Mir war dieser Herr Wader bisher unbekannt, doch das hineinhören in seine Lieder mit biografischen Inhalten berührte mich sofort. Dass Hannes Wader sich mit seinen Texten auch für die Arbeiter und den Sozialismus einsetzte, macht mich mal wieder auf unschuldige Weise "links", darüber muss ich schmunzeln.

Und so gestaltet sich für mich die Veranstaltung in Preitenegg. Ich darf den Ort lieb gewinnen, der so hoch gelegen, ein fantastischer Ausflugsort ist und durch seine Anbindung an die nahe Autobahn sehr gut erreichbar ist.

(Es tut mir sehr leid, dass ich derzeit nicht mit Fotos zur Auflockerung und Untermalung dienen kann, weil meine Kamera eine Fehlermeldung ausspuckt. Wird aber schon werden!)
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