04.10.2016, 15:07 Uhr

10. Oktober in der Schule

Die St. Georgener Volksschullehrerin Cornelia Kositz (vorne Mitte) freut sich schon gemeinsam mit ihrer ersten Klasse auf die 10. Oktoberfeier am Freitag

Auch die Volksschule St. Georgen setzt sich ganz intensiv mit der Kärntner Geschichte auseinander.

Von Daniela Maritschnig

ST. GEORGEN. Am 10. Oktober 1920 gingen bei der Volksabstimmung im Grenzgebiet Südkärnten 59,04 Prozent aller Stimmen für den Verbleib bei Österreich.

Eine traditionelle Feier

Heute, 26 Jahre später, wird dieses Votum auch im Lavanttal unter anderem an der Volksschule St. Georgen gefeiert. "Die Feierlichkeiten zum 10. Oktober sind an unserer Volksschule Tradition und haben einen hohen Stellenwert für unsere Schüler", schildert die St. Georgener Volksschuldirektorin Brigitte Bukovsky, die die Feier bereits von ihrem Vorgänger Franz Tschinkel im Jahr 2002 übernommen hat.
Aktuell laufen in den Volksschulklassen die Vorbereitung für die Gedenkfeier auf Hochtouren: Jede Klasse leistet einen eigenen Beitrag wie zum Beispiel die Vorführung von Gedichten und Liedern. Die Schüler der vierten Klassen werden eine Zusammenfassung der geschichtlichen Hintergründe vortragen.

Interesse der Schüler

Alle Hände voll zu tun hat auch Volksschullehrerin Cornelia Kositz, die mit ihrer Klasse schon fleißig Kärntner Fahnen gebastelt hat: "Besonders wichtig ist es, dass die Kinder schon früh genug mit diesem kompakten Thema sensibilisiert werden und auch Eigeninteresse daran finden."

ZUR PERSON:
Name: Brigitte Bukovsky, ist seit 2002 Schulleiterin der Volksschule St. Georgen
Anzahl der Schüler: 69 Schüler, insgesamt vier Klassen
Vorbereitung: Fahnen, Gedichte, Lieder
10. Oktoberfeier: Freitag, dem 7. Oktober, mit Beginn um 10.45 Uhr beim Grab der Abwehrkämpfer im Friedhof St. Georgen

ZUR SACHE:
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 hielten Truppen der sogenannten SHS-Staaten, die sich aus dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zusammensetzten, Teile Kärntens besetzt, in dem viele Slowenen lebten. Die Kärntner Regierung beschloss 1918, sich gegen die Besatzer zur Wehr zu setzen und kämpften auf eigene Faust. Der Abwehrkampf endete am 14. Januar 1919. Der Friedensvertrag von St. Germain legte eine Volksabstimmung über die Zugehörigkeit fest. Die Abstimmung fand am 10. Oktober 1920 statt. Das Ergebnis war, dass die meisten Slowenen im südöstlichen Kärnten weiterhin zu Österreich gehören wollten.
Der 10. Oktober (Tag der Kärntner Volksabstimmung) ist kein gesetzlicher Feiertag im Sinne des Bundesgesetzes. In Kärnten gilt der 10. Oktober als Feiertag, der zwar nicht absolut arbeitsfrei ist, an dem Schulen, Ämter und Behörden jedoch geschlossen haben. Im Zuge dessen wird in einigen Schulen bereits davor eine schulinterne Feier abgehalten.
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