22.06.2016, 07:00 Uhr

Starke Saison für Wespen?

Um Wespennester sollte man, wenn möglich, einen großen Bogen machen. Die Tiere in Ruhe zu lassen ist der beste Tipp (Foto: Hans Baier)

Im Jahr 2015 gab es ein starkes Wespenaufkommen in Kärnten. Wie wird wohl dieses Jahr?

LAVANTTAL. Im Jahr 2015 wurden die Feuerwehren im Bezirk Wolfsberg zu insgesamt 218 Einsätzen gerufen, bei denen der Einsatzgrund Wespen, Bienen oder Hornissen waren. Auch in diesem Jahr werden die Lavanttaler Florianijünger wieder zu zahlreichen solchen Einsätzen ausrücken müssen.

Gefahr in Verzug

"Grundsätzlich ist ein Eingreifen von uns Freiwilligen Feuerwehren nur zulässig, wenn Gefahr in Verzug besteht. Das muss der Einsatzleiter vor Ort entscheiden. Wenn nicht, muss eine gewerbliche Firma kontaktiert werden", erklärt Christoph Schmerlaib von der FF Jakling.
Laut Stefan Wiltsche von der Feuerwehr Wolfsberg wird die Feuerwehr besonders oft gerufen, wenn "Wespen an Plätzen wie Fenster, Rollokästen und Eingangstüren" ihre Nester bauen oder wenn Kinder (Schulen, Kindergärten usw.) in der direkten Umgebung sind.

Ruhe bewahren

Bei den Einsätzen selbst gehen die Feuerwehrleute nur mit geeigneter Schutzausrüstung vor. "Wir fahren zu solche Einsätzen mit mindestens drei Mann", sagt Schmerlaib, der auch bei der Berufsfeuerwehr in Klagenfurt tätig ist.
Wiltsche: "Wenn man bei einem Wespeneinsatz ist, muss man Ruhe bewahren. Hastige Bewegungen und Licht sollte vermieden werden." Eine spezielle Ausbildung für den Wespeneinsatz gibt es zwar nicht, aber einige Feuerwehren nehmen die Möglichkeit wahr, mit einer gewerblichen Firma zu kooperieren, wo der richtige Umgang erlernt und Erfahrung für Einsätze gesammelt wird.

Umsiedlung des Nests

Besonders bei der Umsiedlung ganzer Wespennester ist die Erfahrung der Feuerwehrleute gefragt. Schmerlaib: "Wenn ein Nest frei zugänglich und im Ganzen abzunehmen ist, wird es in einem Transportbehälter an einem geschützten Ort in der Natur zurückgesetzt."
Sowohl Wiltsche als auch Schmerlaib ist es wichtig klarzustellen, dass Eigenversuche bei der Wespenbekämpfung vermieden werden sollten, da die meisten mit unangenehmen Stichen enden.

Starkes Wespenjahr?

Nachdem 2015 ein starkes Jahr beim Wespenaufkommen war, stellt sich die Frage, ob sich das in diesem Sommer wiederholt. Für Christian Wieser, Leiter der Abteilung Zoologie am Landesmuseum Kärnten, hängt dies vom Wetter der nächsten Wochen ab, wie stark die Wespenpopulation in diesem Jahr sein wird.
"Da nur die Königin überwintert, hängt vom Wetter ab, wie gut sich das Wespenvolk entwickelt. Kälte und Regen mögen sie nicht", sagt Wieser und ergänzt, "aber ich glaube nicht, dass es ein absolutes Spitzenjahr wird."
Aber auch wenn kaum jemand ein großer Freund von Wespen ist, wenn sie um einen herumschwirren, erinnert Wieser daran, dass die Tiere eine wichtige Funktion haben: "Es gibt keine besseren räuberischen Insektenfänger als die Wespen."
Wiesers Wespentipp: "Man sollte den Wespennestern nicht zu nahe kommen und bei einer bestehenden Allergie bzw. Kindern die Feuerwehr oder Dachleute rufen."

Tipps gegen Wespen

Wespen nicht töten: Bei einem Tötungsversuch wechselt die Wespe vom Verteidigungs- in den Angriffsmodus, und die Gefahr gestochen zu werden steigt.
Getränke und Essen: Nach jedem Schluck ein Bierdeckel aufs Glas, nach jeder Mahlzeit das Geschirr wegräumen.
Fallen: Wespenfallen mit Lockstoffen sind nur anzuwenden, wenn es unbedingt sein muss. Junge und aktive Exemplare fallen selten auf die Fallen herein.
Ruhe bewahren: Hektisches Herumfuchteln und wilde Bewegungen unterlassen.
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