14.06.2016, 18:38 Uhr

"Mir tun Männer am Bau ab 50 Jahren leid"

Dietmar Ronach, Polier Christof Jakob (SBK GmbH) und Bauleiter Andreas Flaggl (von links)

Bei der Errichtung einer luxuriösen Wohnanlage in Wolfsberg packen Langzeitstempler an.

petra.moerth@woche.at

WOLFSBERG, EBERNDORF. Hoch hinaus, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren: Der Eberndorfer Baumeister Dietmar Ronach realisiert mit seiner DG Vorstadt Siedlungs GmbH am Muldenweg im Wolfsberger Stadtteil St. Thomas zwei Wohnhäuser mit insgesamt acht Eigentumswohnungen.
"Meine Wohnungen sind im Segment hochwertiges Wohnen angesiedelt", erklärt Dietmar Ronach die Philosophie seines Unternehmens, während er auf die Pläne für das Luxus-Wohnen in 76 bzw. 90 Quadratmeter großen Wohnungen samt Grünfläche oder Dachterrasse zeigt.

Sozialer Gedanke


In jedem der zweigeschossigen Häuser entstehen - die WOCHE Lavanttal hat im Sommer des Vorjahres exklusiv berichtet - jeweils vier Eigentumswohnungen mit einem eigenen Eingang. In der ersten Bauphase beauftragte Ronach die Soziale Betriebe Kärnten (SBK) GmbH mit der Errichtung des Rohbaus am Muldenweg.
Dieses sozialökonomische Unternehmen mit Sitz in Klagenfurt arbeitet im Auftrag des Arbeitsmarktservices (AMS) und des Landes Kärnten und beschäftigte während der kürzlich abgeschlossenen Rohbauphase auf der Baustelle in Wolfsberg acht Schlüsselarbeitskräfte und Transitmitarbeiter.
"Das Verhältnis bei uns im Betrieb ist 1:3, das heißt auf eine Schlüsselkraft kommen drei Transitmitarbeiter", schildert Reinhard Reich, der Geschäftsführer der SBK GmbH. Bei diesen sogenannten Transitmitarbeitern handle es sich laut Reich vorwiegend um Personen, die über ein Jahr arbeitslos sind, zu 65 bis 70 Prozent über 50 Jahre alt sind und denen es oft an Qualifikationen mangelt.

Hemmende Faktoren


"Über 70 Prozent der Transitmitarbeiter haben nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorzuweisen", gibt er zu bedenken. Manchmal kämen bei diesen länger als ein Jahr Arbeitssuchenden, die von der SBK GmbH per befristeten Dienstverhältnis maximal sechs Monate beschäftigt werden dürften, auch körperliche Einschränkungen, Drogenersatztherapien oder seelische Handicaps dazu.
"Mir tun die älteren Arbeitnehmer am Bau ab einem Alter von 50 Jahren leid, deshalb war es mir ein Anliegen, mit der SBK GmbH aus Klagenfurt zusammenzuarbeiten. Das macht mir eine Freude - und so bleibt auch die Wertschöpfung in Kärnten", begründet der gelernte Maurer die Vergabe des Auftrags an das sozialökonomische Unternehmen.

ZUR SACHE:
Die zum Teil noch erwerbbaren, 76 bzw. 90 Quadratmeter großen Wohnungen mit Grünfläche im Erdgeschoss bzw. mit Dachterrasse im Obergeschoss sollen im November 2016 bezugsfertig sein. Jede der hochwertigen Wohnungen verfügt weiters über Keller und Carports.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.