Autorin aus Bad Traunstein im Bezirksblätter-Gespräch über die Geschichts-Irrtümer
Ilse Krumpöck lebt seit mittlerweile drei Jahren im Waldviertel und veröffentlichte vor kurzem ihr drittes Buch mit dem Titel „Hitlers Großmutter“, in dem sie so manches Lügengespinst widerlegt.BAD TRAUNSTEIN (red). Wenn sich das Gerücht von Hitlers jüdischer Abstammung gerade im Waldviertel bis heute hartnäckig gehalten hat, so hat dies einen einfachen Grund, der die Autorin zu einer neuen, sehr nahe liegenden Theorie inspiriert hat. Ilse Krumpöck spürt das Geheimnis der Anna Maria Schickelgruber auf und verwebt es in eine packende Dienstbotengeschichte, die durch den sozialhistorischen Bezug zur Realität besticht. Nach mühsamen Recherchen gelingt es ihr, die einleuchtende These unter Verwendung einschlägiger Archivalien zu untermauern, die durch umfangreiche Quellennachweise im Anhang belegt werden. Bei ihr erhält der mysteriöse Großvater Hitlers einen konkreten Namen: Adolf von Pereira-Arnstein. Es handelt sich um den Sohn des jüdischen, zum katholischen Glauben konvertierten Dienstherrn Anna Maria Schickelgrubers zu Schloss Wetzlas im Waldviertel, Heinrich von Pereira-Arnstein, bei dem sie als Köchin verdingt war. Sowohl die Anhänger Hitlers als auch die seriöse Geschichtsforschung fielen jahrelang auf das mittlerweile widerlegte Lügengespinst von Dr. Hans Frank, dem Anwalt Hitlers und seinem Generalgouverneur in Polen, herein, der kurz vor seinem Tod durch den Strang in seiner Nürnberger Zelle noch dafür sorgte, dass alle die falsche „Frankenberger-Theorie“ in Graz verfolgten. Dadurch wurde die wahrscheinlichste Spur, die nach Meinung der Autorin heute noch einem genetischen Vergleich standhalten könnte, nie in Erwägung gezogen. Fernab jeder Sensationshascherei verpackt Ilse Krumpöck nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen und aus Rücksicht auf die Bankiersfamilie Pereira-Arnstein, die einst ihres Reichtums wegen unter anderem sämtliche Kamptalschlösser ihr Eigen nannte, das Leben der Großmutter Hitlers in eine spannende Romanbiografie inmitten der Robotholden, Kleinhäusler und Einwohner des Waldviertels um 1830, die unter der Knechtschaft von Aristokratie und Kirche zu leiden hatten. Im inneren Monolog schildert die Protagonistin als Tote in einer dialektgefärbten Sprache ihr hartes Schicksal, das ihren moralisch verkommenen Charakter prägte und schließlich für ihren Judenhass verantwortlich war, der sich unmittelbar auf ihre diabolische Nachkommenschaft vererbte. Es war also nicht Graz, sondern Wetzlas und er hat auch nicht Frankenberger geheißen, sondern Pereira-Arnstein, wie es keiner der Schnüffler je vermutet hätte. Das Geheimnis der Anna Maria Schickelgruber scheint gelüftet.
Zur Sache
Buchvorstellung und Lesung
Am 14. Juli findet um 20 Uhr die offizielle Buchpräsentation mit Lesung und Posaunen-Umrahmung in der Döllersheimer Kirche statt.






