01.08.2016, 13:40 Uhr

Schäden & Ernteverzögerungen durch Unwetterereignisse

Ernteverzögerungen im Alpenvorland und im Waldviertel. Bäuerinnen und Bauern hoffen auf stabilere Wetterperiode. (Foto: LK NÖ/Eva Lechner)
WALDVIERTEL. Die Gewitter der vergangenen Wochen gingen an der Landwirtschaft nicht spurlos vorüber. Hagelschäden und Ernteverzögerungen waren die Folge. Während im östlichen Trockengebiet die Getreideernte bereits zu großen Teilen abgeschlossen ist und sich ihrem Ende zuneigt, strapaziert die unsichere Wetterlage in anderen Gebieten nach wie vor die Nerven der Bäuerinnen und Bauern. Besonders betroffen davon sind das Waldviertel und das Alpenvorland, wie Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes zu berichten weiß: „Unsere Bauern warten sehnsüchtig auf eine stabilere Wetterperiode, um die Ernte fortsetzen und die Arbeit des ganzen Jahres einbringen zu können. Wir zittern und hoffen für alle Bäuerinnen und Bauern, dass die Ernte jetzt rasch abgeschlossen werden kann. Im internationalen Vergleich haben wir auch heuer wieder gute Qualität anzubieten. Leider hängt unser Vermarktungserfolg auch von Witterungsproblemen unserer Berufskollegen in anderen Ländern ab!“

Die Getreideernte 2016 im Überblick

Die Rapserträge liegen heuer etwas unter den Erwartungen. Der Frost zur Rapsblüte scheint sich stärker ausgewirkt zu haben als ursprünglich gedacht. Landwirte berichten von Erträgen zwischen 3,0 und 4,5 t/ha. Die Erträge und die Qualität von Wintergerste sind zufriedenstellend. Aufgrund des großen Überlagers aus dem Vorjahr werden eher niedrige Futtergerstenpreise erwartet.
Bei Winterweizen werden aus dem Osten Österreichs deutlich überdurchschnittliche Erträge von 4,5 bis über 7,5 t/ha gemeldet. Spitzenerträge auf Einzelflächen gehen auch deutlich darüber hinaus. Etwas knapp sind vielerorts die Proteinwerte und das Hektoliter-Gewicht. Der Premiumweizenanteil (>15 % Protein) ist geringer als gewohnt. Weizenpartien mit höheren Proteinwerten und Hektolitergewichten sollten sich heuer gut verkaufen lassen, da in anderen Staaten der EU große Qualitätsprobleme gemeldet werden.
Auch Biolandwirte melden mit 3,7 bis 4,5 t/ha überdurchschnittliche Erträge, teilweise auch deutlich darüberhinausgehend. Auch hier sind die Proteinwerte niedriger als in Vergleichsjahren. Oft konnte nur Futterweizenqualität geerntet werden. Pilzkrankheiten infolge der Feuchtigkeit haben den Ertrag oft begrenzt.
Die Haupternte des Winterroggens steht in Niederösterreich noch bevor. Erste Meldungen berichten von Erträgen zwischen 4,5 und 7,0 t/ha. Derzeit ist auch die Qualität noch zufriedenstellend. Mit Sorge wird der Ernte im Waldviertel – dem Hauptanbaugebiet von Roggen - entgegengeblickt. Das dunstige und nasse Wetter der letzten Woche brachte die Erntearbeiten in den letzten Tagen gänzlich zum Erliegen. Mengenmäßig sollte die Waldviertler Roggenernte gut ausfallen, die häufigen Niederschläge bereiten aber Sorgen im Hinblick auf Qualitätsparameter und damit Verkaufspreise.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.