Bodypainterin Elisabeth Mader hält sich bei ihrer Kunst an die Anatomie des Körpers

Elisabeth Mader mit Modell Laura Schomburg
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  • Elisabeth Mader mit Modell Laura Schomburg
  • Foto: Tobias Spranger
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Den 1. Platz beim World Bodypainting Festival in Klagenfurt in der Kategorie Amateur Brush and Sponge – war das ihr erster Wettbewerb?
Nein. ich habe letztes Jahr begonnen, an Wettbewerben teilzunehmen, heuer ist mir dann mein erster Sieg gelungen. Weiter geht's im Herbst dann noch in München und Teneriffa mit einem Wettbewerb.

Was war die genaue Aufgabe in Klagenfurt?
Das Thema lautete "Utopia – Which dreams become your reality". Ich habe dazu viel recherchiert, mir Bilder von anderen Künstlern und Kunstrichtungen angesehen. Laut Definition ist Utopie 'der bestmöglichste Zustand, der aber nicht realistisch ist'. So nach und nach entwickelte sich dann meine Vorstellung. Ich denke bei Utopie an eine Welt, in der es keinen Krieg um Geld und Macht gibt, eine Welt, in der alles im Einklang ist und jeder gleichwertig leben kann. 

Wie haben Sie diese Bilder dann konkret auf dem Körper umgesetzt?
Die Natur habe ich in Form von zwei Paradiesvögeln dargestellt. Am Bauch dient ein großer Buddha als Symbol für Ruhe und Entspannung. Das ganze Bild habe ich in hellen, leuchtenden Farben gestaltet. Der Rücken ist wie ein Blick in eine alte, dunkle Kathedrale. Davor stehe ein Baum, der statt Blättern Pusteblumen trägt. Ich will damit sagen, dass es selbst an schattigen Plätzen immer irgendwo Licht zu finden gibt.

Was heißt Brush & Sponge?
Es gibt beim BodyPainting unterschiedliche Techniken. Dazu gehört Brush and Sponge, also Pinsel und Schwamm, Airbrush, Face-Painting, bei dem nur das Gesicht bemalt wird, oder auch Specialeffects, mit richtigen Aufbauten und aufwendigem Kopfschmuck. Ich bin sehr auf den Pinsel fokussiert. Die klaren Linien, die damit entstehen, sind meine Favoriten.

Wie sind Sie zu diesem Beruf bekommen? Welche Ausbildungen braucht es dazu?
Ich habe nach meiner Matura in Ried Mediadesign in Düsseldorf studiert. Mein Ziel war eigentlich die Maskenbildnerei. dazu hätte ich damals die Ausbildung zum Friseur gebraucht und das wollte ich mit 15 Jahren nicht. Darum habe ich meine Matura gemacht und mein Studium begonnen. In der Zeit änderten sich die Vorgaben etwas und ich konnte parallel die Ausbildung zur Visagistin machen. 2013 war ich dann das erste Mal am Bodypainting Festival und habe einige Kurse belegt. Somit hat mich die Leidenschaft für die Kunst am Körper gepackt.

Welche besonderen Fertigkeiten und Begabungen braucht es, um diese Kunstwerke auf menschlichen Körpern zu schaffen?
Sehr viele Ideen und Improvisationstalent. Ich habe schon viel an mir selber ausprobiert. Wichtig ist auch immer, das Modell, mit dem man zusammenarbeitet, gut zu kennen. 

Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?
Jedes Bild ist in unserer Vorstellung nur zweidimensional. Am Körper bekommt es dann eine Dimension mehr. Besonders an den seitlichen Rundungen wirken Malereien plötzlich ganz anders. Ich finde, wenn man sich nach der Anatomie des Körpers richtet, wirkt es am Besten. Das heißt, ich schneide bei meinen Kunstwerken nie Muskeln durch und probiere, dass die Anatomie mitfließt. Außer es werden bei einem Painting bewusst Schnitte eingesetzt. Das ist dann ein bewusster Kontrast zur Anatomie.

Wo sind ihre Arbeiten gefragt?
Meine Arbeiten sind bei Fotoshooting, privat und kommerziell aber auch bei Filmaufnahmen und Events gefragt. Seit 2012 bin ich als Makeup Artist selbständig. 2016 habe ich mich dann mit dem Label BlackCat BodyArts selbständig gemacht, und biete seitdem auch Kostümbau, Masken und Kopfschmuck an. Gleichzeitig bin ich als Mediendesignerin tätig. Highlights waren der LifeBall in Wien oder erst kürzlich ein Weltrekordversuch mit 250 bemalten Menschen auf einem Bild. Das sind besondere Aktionen, die echt Spaß machen.

Wie groß ist die Szene?
Es ist eher eine Familie. Es sind zwar ein paar Hundert Leute, aber man trifft immer wieder die gleichen Menschen. Besonders die europäische Familie ist sehr überschaubar, in Korea und Amerika sind auch große Wettbewerbe in größeren Szenen. In Klagenfurt habe ich zum Beispiel Kollegen aus Uruguay kennengelernt. Bodypainter aus anderen Ländern und Kulturen verwenden oft andere Muster oder Farbkombinationen. Ich schaue ihnen einfach gerne zu, wie sie an Aufgaben herangehen, Techniken einsetzen und hole mir dadurch Inspiration für meine eigene Arbeit.

Mehr dazu auf blackcat-bodyarts.com

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