Interview mit Bürgermeister Mario Abl
"In Trofaiach sind wir auf dem richtigen Weg"

Bürgermeister Mario Abl an seinem Schreibtisch im Rathaus von Trofaiach.
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  • Bürgermeister Mario Abl an seinem Schreibtisch im Rathaus von Trofaiach.
  • Foto: Klaus Pressberger
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Wie soll sich Trofaiach entwickeln? Bürgermeister Mario Abl hat für ,seine Stadt‘ klare Vorstellungen.

Vor 40 Jahren wurde Trofaiach zur Stadt erhoben. Was waren für Sie die herausragendsten Ereignisse in den vergangenen vier Jahrzehnten?
MARIO ABL: Historisch betrachtet sind das die beiden Städtepartnerschaften mit Kamnik (Slowenien) und Clonmel (Irland) und natürlich die freiwillige Gemeindezusammenlegung. Es hat einen extremen gesellschaftlichen Wandel gegeben, der vor unserer Stadt nicht Halt gemacht hat.

Wie sieht dieser Wandel aus?
Früher hat ein sehr großer Teil der in Trofaiach lebenden Menschen einen direkten oder indirekten Bezug zur voestalpine als Arbeitgeber gehabt. Der ist immer noch hoch. Allerdings haben viele unserer Einwohner mittlerweile weiter entfernte Arbeitswege. Sie nehmen größere Wege zur Arbeit in Kauf, um hier bei uns leben zu können.

Es gibt mehr Pendler. Ist Trofaiach als Wohnsitzgemeinde weiter attraktiv?
Die Menschen schätzen immer mehr die Lebensqualität in unserer Stadt. Auch in Bezug auf die Wohnqualität hat sich deutlich etwas getan. Wie auch bei der Kinderbetreuung, die früher zum großen Teil in der Familie stattgefunden hat. Heute verlagert sie sich zunehmend in den Bereich der öffentlichen Hand. Da hat sich das Angebot in Trofaiach mit Kindergärten und Kinderkrippen wesentlich erweitert.

Ist der Begriff "Wohnstadt” noch zeitgemäß?
Der Begriff ,Wohnstadt‘ ist jetzt zu wenig, Lebensmittelpunkt ist wohl umfassender ausgedrückt. Da hat es einen Sinneswandel gegeben, obwohl sich die Stadt nicht so massiv verändert hat. Meine Vorgänger als Bürgermeister, Robert Postmann und August Wagner, haben die Basis für die heutige Infrastruktur gelegt. Wir können auf diesem Fundament bestens weiterarbeiten.

Wer soll in erster Linie von dieser Infrastruktur profitieren?
Wir konzentrieren uns auf die Menschen, die in Trofaiach wohnen. Wir brauchen nicht die Strahlkraft, um nur Touristen anzuziehen. Wir wollen, dass unsere Leute sich bei uns wohl fühlen – und das tun sie.

Wohin soll sich die Stadt Trofaiach entwickeln?

Ich bin überzeugt, dass es eine Umkehrbewegung geben wird. Die Menschen werden wieder vermehrt aufs Land ziehen. Das wird für unsere Struktur und Infrastruktur noch eine große Herausforderung.

Wie sieht diese aus?
Neben Kindergärten und Schulen werden wir Wohnraum brauchen. Wie wir dabei mit unseren Flächen umgehen werden, ist eine sehr sensible Aufgabe. Es geht um die Innenverdichtung, nicht um massive Neubauten auf der grünen Wiese. Wir wollen den Menschen Lebensqualität anbieten, auch durch neue Technologien, etwa durch Glasfaseranschlüsse für High-Speed-Internet. Die Menschen werden verstärkt von zu Hause aus arbeiten, es werden Arbeitsplätze geteilt werden, es wird viel mehr Kooperationen geben müssen.

Bedeutet das mehr Schnelligkeit im täglichen Leben?

Temposteigerungen, wie in den vergangenen 15 Jahren, werden nicht mehr in diesem Ausmaß möglich sein. An uns Gemeinden wird es liegen, Rahmenbedingungen zu bieten, damit die Menschen den Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit gut kompensieren können.

Wie geht man dieses Thema in Trofaiach an?

Wir werden Kräfte bündeln und verstärkt auf Gemeindeebene zusammenarbeiten, die Herausforderungen der Zukunft können wir nur gemeinsam lösen. Jugend, Bildung, Kinderbetreuung, Nachhaltigkeit und Klima werden die prägenden Themen sein. Die Richtung, die wir in Trofaiach eingeschlagen haben, stimmt schon. Wir müssen das Feld so aufbereiten, dass unsere Nachfolger und Nachkommen eine gute Basis für ihre Zukunft haben.

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