Pflegefachkraft: Ein Beruf mit Hirn, Herz und Zukunft

Viel mehr Berufung als Beruf: die Arbeit in der Pflege.
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Pflegefachkräfte aus dem Bezirk Leoben erzählen, was ihren Beruf aus- und einzigartig macht.

Der Pflegesektor ist aktuell in aller Munde – mit Themen wie dem Pflegekräftemangel oder anhaltenden Warnstreiks aufgrund der geforderten 35-Stunden-Woche werden meist negative Aspekte in den Fokus gerückt. Dabei verdient diese Berufssparte viel mehr Wertschätzung. In kaum einem anderen Beruf spielen Nächstenliebe und Fürsorge eine solch große Rolle wie in der Pflege. Gerade dieses Dasein für andere ist eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft, der Pflegesektor damit ein unverzichtbarer und ehrenwerter Beruf.

Positiven Blick 

Umso wichtiger ist es, den Blick auf diese Aspekte zu lenken und herauszustreichen, was alles geleistet wird – und vor allem auch denjenigen eine Stimme zu geben, die dafür verantwortlich sind: den Pflegefachkräften aus dem Bezirk Leoben. Die diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen (DGKP) Andrea Mayer-Lodes vom Pflegeheim Kaiser, Selina Rumpold und Nadja Stadler von der Seniorenresidenz Steinkellner, Katharina Promebner von Senecura Kammern und Margit Draschl von Senecura Trofaiach sowie die Pflegeassistentinnen Sevgi Keser von der Volkshilfe Leoben und Nina Nebel von Senecura Trofaiach erzählen, warum sie sich für einen Beruf in der Pflege entschieden haben und was ihren Beruf so besonders macht. Dabei wird eines klar: Auch wenn der Beruf mit viel Anstrengung verbunden ist – sowohl körperlich, als auch emotional – ist er doch alle Mühe wert. Und eines ist gewiss: Ein Großteil wird früher oder später selbst darauf angewiesen sein.



Andrea Mayer-Lodes, Pflegeheim Kaiser:
"Ich übe diesen Beruf schon seit 22 Jahren aus. Für mich ist es mein Traumberuf: Für Menschen da sein, Gutes tun und mit dem Herzen dabei sein. Die Ausbildung ist zwar hart und man muss viel zurückstecken, aber es zahlt sich aus. Man baut zu den Menschen eine Beziehung auf. Für die Bewohner ist das Pflegeheim der letzte Lebensabschnitt und es ist schön zu sehen, dass sie uns als Familie sehen und sich wie zu Hause fühlen. Man bekommt von ihnen so viel zurück, zum Beispiel ein Lächeln oder ein Bussi. Einer meiner schönsten Momente war, als eine Bewohnerin gesagt hat: ,Du bist wie eine Tochter für mich‘."



Nadja Stadler, Seniorenresidenz Steinkellner:
"Ich arbeite schon seit zwölf Jahren in dieser Berufssparte. Nach der HLW habe ich mich für die Ausbildung zur Pflegeassistentin entschieden und gemerkt, dass dieser Beruf Spaß macht. Deshalb habe ich mich dann für die DGKP entschieden. Das Schöne an dem Beruf ist, dass man alles, was man für die Bewohner gibt, auch wieder zurück bekommt. Auch negative Dinge haben immer etwas Positives. Wenn z.B. nach dem Tod eines Bewohners die Angehörigen auf einen zukommen und sich bedanken, dass wir die Bewohner begleitet haben und dass sie nie alleine sein mussten. Wir sind immer füreinander da."



Selina Rumpold, Seniorenresidenz Steinkellner:
"Ich wollte schon immer mit Menschen arbeiten und ihnen helfen und auch die Anatomie hat mich schon immer interessiert. Deshalb bin ich zu diesem Beruf gekommen. Das Besondere am Beruf sind mit Sicherheit die Menschen. Ich habe beispielsweise schon von einem Bewohner ein Gedicht bekommen. Das hat mich sehr berührt. Hinzu kommen der Spaß, den die Arbeit bringt, und die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Auch wenn die Altenpflege nicht zu einem passt, stehen einem Dank der Ausbildung viele andere Türen offen, zum Beispiel in der Gesundheitsberatung oder der Behindertenbetreuung."



Katharina Promebner, Senecura Kammern:
"Ich hatte schon seit meiner Jugend Interesse an diesem Beruf, weil ich mit Menschen arbeiten wollte. Wenn ich merke, dass ich jemandem etwas Gutes tun kann, ist das schön. Der Beruf ist deswegen so besonders, weil er sehr abwechslungsreich und interessant ist. Momente der Zufriedenheit empfinde ich, wenn ich unsere Bewohner auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten darf und ihnen durch meine Arbeit ein Stück Lebensqualität schenken kann. Hinzu kommt die Vielseitigkeit und dass man viel Freude bereiten kann. Außerdem gibt es viele unterschiedliche Schwerpunkte und Weiterbildungsmöglichkeiten."



Margit Draschl, Senecura Trofaiach:
"Ich arbeite schon seit 37 Jahren in diesem Beruf. Dazu gekommen bin ich durch Zufall. Ich schätze die abwechslungsreiche Arbeit sehr, die immer neue Herausforderungen bietet. Man muss diesen Beruf mit Herz und Hirn machen, arbeitet eigenständig, aber auch im Team. Das Besondere für mich ist, dass es ein sinngebender Beruf ist, ein Job mit Gefühl. Es ist immer wieder schön zu hören, wenn Bewohner sagen: ,Wenn ich vorher gewusst hätte, wie schön es hier ist, wäre ich schon früher gekommen‘. Die Bewohner sind unser Energieschub. Hinzu kommt, dass der Job flexibel ist und es Aufstiegsmöglichkeiten gibt."



Nina Nebel, Senecura Trofaiach:
"Ich war 15 Jahre bei einem Zahnarzt tätig. Nun bin ich seit einem Jahr Pflegeassistentin, weil ich nach einer neuen Herausforderung gesucht habe und mir die Arbeit mit Menschen Spaß macht – mit ihnen den Tag zu durchleben, sie zu betreuen und zu unterstützen. Besonders zu schätzen weiß ich, dass der Beruf so abwechslungsreich ist. Kein Tag ist wie der andere und es ist immer was los. Es ist außerdem schön, den Bewohnern eine Freude zu machen. Wir sind für sie Familie und das zeigen sie uns auch. Wer sich für diesen Beruf interessiert, dem rate ich dazu, ein Praktikum zu machen, um Einblicke zu erhalten."



Sevgi Keser, Volkshilfe Leoben:
"Es war immer schon mein Traumberuf und ich bin bis heute sehr glücklich damit. Meine Motivation war und ist es bis heute Hilfe leisten zu können, die unmittelbar beim Menschen ankommt, dessen Leid lindert, ihm Lebensmut schenkt. In meinem Beruf ist es mir möglich, menschliche und soziale Nähe und Wärme zu geben und das ist ein irrsinnig schönes Gefühl. Die direkten Rückmeldungen, die positive Energie und die Dankbarkeit und Liebe, die von den betreuten Menschen zurückkommmt, geben einem so viel Kraft. Außerdem ist es ein sicherer Job, in dem man viele Weiterbildungsmöglichkeiten hat."

Ermöglicht durch:

Autor:

Verena Riegler aus Leoben

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