Imker-Appell
Honiggläser aus dem Supermarkt immer gut auswaschen

Christoph Stöffelbauer ist Bio-Imker aus St. Peter in der Au.
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  • Foto: mostbee.at
  • hochgeladen von Thomas Leitsberger

Bio-Imker Christoph Stöffelbauer aus St. Peter/Au spricht über Styropor in der Imkerei, über Honig aus dem Supermarkt und die Bedeutung des heimischen Honigs.

BEZIRKSBLÄTTER: Warum ist Styropor für einen Bio-Imker tabu?

CHRISTOPH STÖFFELBAUER: Bio-Imker sind Mitglied einer der verschiedenen Bio-Kontrollstellen. Im Kontrollvertrag verpflichtet sich jeder Bio-Imker nach den Richtlinien des Bio-Verbandes zu Imkern. Dazu gehören einerseits die Bienen in Bienenstöcken zu halten welche nicht aus Kunststoff oder Styropor bestehen. Wir Bio-Imker halten unsere Bienen in Naturholzstöcken und auch die Rähmchen die wir ihnen geben in die sie ihre Waagen bauen sind natürlich aus Holz.

Weitere Unterscheidungsmerkmale der Bio-Imkerei zu konventionellen Imkerei sind, dass wir zu einem hohen Anteil unsere Völker in Gegenden mit hoher Bio-Landwirtschaftsdichte positionieren müssen. Ein weiterer Hauptunterschied ist das Bio-Imker bei der Fütterung im Spätsommer und Herbst nur Zucker aus biologischer Herkunft verwenden dürfen.

Die Verwendung von Bio.Wachs wird vorausgesetzt und ein eigener Wachskreislauf ist anzustreben. Speziell das Wachs ist hier sehr wichtig denn Wachs ist ein natürlicher Katalysator und nimmt Umweltgift auf und konserviert diese. In der Vergangenheit (80er und 90er Jahre) wurden leider Mittel zur Varroamilbenbekämpfung eingesetzt die sich später im Wachs anreicherten. Da solche Rückstände lange noch auffindbar sind und waren ist es Bio-Imker untersagt dieses Wachs einzusetzen. Da Honig in Wachswaaben von den Bienen gelagert wird könnten sich somit Rückstände in den Nahrungskreislauf übertragen. Ich will hier nicht schwarzmalen, es ist nicht gefährlich, aber es war und ist ein Thema.

Weiters sind Bio-Imker auf eine naturnahe Bienenhaltung bedacht. Das Wohl der Biene steht im Vordergrund.


Honiggläser aus Glas sind bewährt. Kann Ihre Kundschaft ausgewaschene leere Gläser zurückbringen?

Da uns für die Lagerung des geschleuderten Honigs keine Kunststoffbehälter erlaubt sind und wir Edelstahlbehälter einsetzen müssen verwenden wir natürlich wie die meisten Imker Gläser. Sie garantieren, dass keine Weichmacher an das Produkt abgegeben werden und sind 100% dicht. Im Sinne der Ressourcenschonung verwenden wir die Gläser im Mehrwegprinzip. Die Rücklaufquote liegt max. bei 50% der Gläser. Diese werden unter strenger Inspektion gereinigt und einige Male wiederverwendet. Die Deckel werden immer erneuert.


Warum ist es wichtig, dass beschädigte Honiggläser oder Einweg-Honiggläser aus dem Supermarkt nur ausgewaschen entsorgt werden?

Kunden die Honig im Supermarkt kaufen mit Herkunft aus EG und nicht EG Ländern sind dringend darauf aufmerksam zu machen, diese Gläser gut zu säubern und nicht mit Rückständen zu entsorgen. Bienen riechen instinktiv Honig und haben sie Zugang zu solchen Resten werden sie diese als Nahrung aufnehmen. Im Honig können sich im schlimmsten Fall Sporen der Faulbrut enthalten, eine gefährliche Bienenseuche die weltweit verbreitet ist.

Grundsätzlich empfehlen wir egal ob Bio-Imker oder nicht den Honig nur aus regionaler Herkunft aus Österreich zu kaufen. Österreich hat zwar nur einen 40% Versorgungsgrad an Honig, aber eine steigende Nachfrage würde der innländischen Imkerei weiteren Auftrieb geben.

Weiters muss man leider sagen das in den Supermarkthonigen welche aus EG und nicht EG Ländern stammen viel Unwesen getrieben wird. Zahlreiche Zeitungsartikel und Forschungsberichte belegen das ein Großteil dieser Honig gefälscht ist und es sich fast nicht mehr um Honig handelt sondern um billigen Zucker dem ein paar Prozent Honig aus dritten Weltländern oder ein paar Prozent Honig aus der EG beigemengt werden, dass das Produkt a) nach Honig aussieht und schmeckt und b) als Honig aus EG und nicht EG Ländern gilt.

Im Regionalregal, Bauernmarkt, Imker des Ortes oder Vertrauens oder bei den zahlreichen Plattformen im Internet die heimische Produkte online anbieten ist man am besten aufgehoben.

Mehr Infos finden Sie hier.

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