Krise macht erfinderisch
Nun Salzburgführer statt Fremdenguide

City Guide Sabine Rath hofft, dass bald für die schwer getroffene Tourismus-Branche Hilfspakete geschnürt werden.
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"Not macht erfinderisch", sagt Stadtführerin Sabine Rath und konzentriert sich mehr auf die Salzburger.

Interview von Theresa Kaserer

Was ist bei Ihren aktuellen Stadt-Führungen anders als vor der COVID-19-Zeit?
RATH:
"Die meisten Guides führen normalerweise Gruppen mit bis zu 25 Personen. Seit COVID-19 dürfen wir maximal 9 Gäste führen. Ich habe mir eine Art Schild/Visier angeschafft, aber verpflichtend ist es nicht. Bei älteren Gästen werde ich es aber anwenden."

Rentiert sich ein Angebot für Gruppen bis zu 9 Personen?
RATH:
"Es ist zumindest ein Anfang. Ich biete über das ganze Jahr verteilt öffentliche und exklusive Führungen zu unterschiedlichen Themen an, z.B. die 'Gruselführung', 'Salzburg für Salzburger', 'Römisches Salzburg' oder 'Salzburgs Brunnen und Statuen'. Hauptzielgruppe waren für mich immer schon die Einheimischen und ich versuche auch via Social Media meine Kunden zu erreichen. Zusätzlich bieten wir Fremdenführer aktuell 'Fairtours' an: zweistündige Führungen täglich um 10:00 Uhr durch die Salzburger Altstadt in Deutsch und Englisch zu einem fairen Preis. Treffpunkt ist beim Haupteingang vom Schloss Mirabell. Es ist keine Anmeldung erforderlich."

Was interessiert die Salzburger besonders an ihrer Stadt?
RATH:
"Ich habe viele Gäste aus der Stadt, aber auch aus dem Umland und den Gauen. Die Salzburger Geschichte, gespickt mit Anekdoten und unbekannten Winkeln, liegt vielen Salzburgern besonders am Herzen und da ist es mir eine große Freude, Vermittler zu sein. Geschichte soll lebendig werden. Bei 'Salzburg für Salzburger' wartet z.B. ein Querschnitt aus verschiedenen Epochen und Themen auf meine Gäste. Ich versuche zu unterhalten und zu informieren, aber eine gehörige Portion Humor darf auch nicht fehlen. Außerdem besuchen wir dabei einen interessanten Salzburger Betrieb oder gehen zu einer Verkostung."


Macht Sie eine Krise erfinderisch?
RATH:
"Die Not macht erfinderisch. Ich habe z.B. Kurzvideos in der Altstadt gedreht und mir online Salzburg-Bilderrätsel ausgedacht. Ich hoffe, dadurch meine Gäste bei Laune zu halten. Ich blicke dem restlichen Jahr positiv entgegen und ich werde meinen Fokus auf den regionalen Markt weiter intensivieren."

Welche Nation vermissen Sie?
RATH:
"Ich vermisse nicht die Touristen aus China, da die Österreicher meine Hauptzielgruppe ist, aber mir fehlen die Gäste aus Deutschland! Ich hoffe, dass noch im Juni die Grenzen zwischen Deutschland geöffnet werden. Der internationale Markt wird heuer wohl nur sehr schwer anlaufen, was schlimm für die heimische Hotellerie ist. Eine baldige touristische Öffnung wäre wünschenswert und auch unserer Branche würde das sehr helfen."

Welchen finanziellen Verlust beklagen Sie seit März?
RATH:
"Ich habe zu 100% Umsatzeinbußen seit März. Viele Stornos gehen bis in den August hinein. Da geht es mir wie all meinen Kollegen aus der Tourismusbranche, nicht zu vergessen die Reisebüros, Busunternehmer und kleinen Anbieter. Das Jahr kann man getrost abschreiben, was das Finanzielle anbelangt. Da hilft aber auch kein Jammern. Also aufstehen, Krone richten und aktiv etwas machen!"

Welche finanzielle Hilfe haben Sie vom Staat bekommen?
RATH:
"Wir Ein-Personen-Unternehmer im Tourismus steigen nicht gut aus, das muss man leider sagen. Die finanzielle Hilfe reicht nicht einmal, um die Hälfte der Fixkosten abzudecken, ganz zu schweigen vom Geschäftsentgang. Ich hoffe, die Regierung schnürt speziell für den Tourismus noch ein gesondertes Paket, das auch uns Fremdenführer betrifft und nicht nur die großen Betriebe. Immerhin sind wir so etwas wie die Visitenkarte für Stadt und Land. Ich denke trotzdem, dass die Maßnahmen der Regierung großteils gerechtfertigt waren."

>> Tipp: Weitere News aus Salzburg findest du täglich auf www.meinbezirk.at/salzburg

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Autor:

Theresa Kaserer aus Salzburg-Stadt

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