Münzbach
Kloster(Areal)-Millionenprojekt und Plan für Geschäft & Tankstelle

Volles Haus beim Bürgerinformationsabend in der Volksschule Münzbach.
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  • Volles Haus beim Bürgerinformationsabend in der Volksschule Münzbach.
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Die Neugierde lockte am Mittwoch rund 300 Menschen in den Turnsaal der Volksschule.

MÜNZBACH. „Mit so vielen Besuchern haben wir nicht gerechnet“, sagte Moderator Markus Pöcksteiner. Vorgestellt wurden beim Bürgerinformationsabend der Gemeinde gleich mehrere geplante Projekte: Neubau des Musikheims, Sanierung des Lagerhauses, neues Nahversorger-Projekt, Erneuerung der Ortsdurchfahrt und Zukunft des alten Klosters.

Das Kloster(Areal)-Millionenprojekt

Für viele Diskussionen im Ort sorgt der geplante Verkauf des ehemaligen Klosters und der angrenzenden Gründe. Der in Gemeindebesitz befindliche Bau ist in einem desolaten Zustand. Gemeinderat Johann Prinz (VP) sprach von einer "kolportierten Summe der Sanierung von 5 bis 7 Millionen Euro je nach Projektlage." Die Gemeinde könne dieses Vorhaben nicht stemmen: "Da entwickeln wir uns in Richtung Abgangsgemeinde und können die Infrastruktur wie jetzt nicht aufrecht erhalten."
Der mögliche Investor – Unternehmer Franz Greisinger – präsentierte seine Pläne für Kloster und Grundstück. 560 Mitarbeiter beschäftigt der Fleischwarenerzeuger aktuell. Er sagte: "Wir brauchen zur Standort-Absicherung eine Vergrößerung. In den nächsten zehn Jahren sollen in Münzbach 250 Mitarbeiter, vielleicht ein bisschen mehr, dazukommen." Schon jetzt würden 225 Mitarbeiter in seinen Häusern im Ort leben, man bräuchte aber mehr Wohnraum.
Greisinger stellte zwei Projekte vor. Bei der abgespeckten Form würden im Kloster Wohnungen für 40 bis 50 Personen mit Infrastruktur und Parkplätzen entstehen. Der Unternehmer bevorzugt aber die "große Variante" mit mächtigem Wohnkomplex inklusive Parkgarage, Top-Gastronomie im überdachten Innenhof und Veranstaltungszentrum. Gemeinde und Vereine könnte im Kloster Räume – etwa den großen Saal – nutzen. Auch mehr als 100 Parkplätze sollen entstehen, die jeder Bürger nützen kann. Die Wohnungen sollen auch Münzbachern offen stehen. Greisinger plant einen Architektenwettbewerb zum Projekt und rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. "Die Kosten betragen sieben bis zehn Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: 2022", sagte er. Das Projekt "liege ihm am Herzen", "der Ortskern würde lebendiger".
Aus der Bevölkerung kamen mehrere Reaktionen: "Es kann der Gemeinde nichts Besseres passieren", meinte ein Besucher. Andere stellten in Frage, ob die Greisinger-Mitarbeiter aus der Ferne zur Ortskern-Belebung beitragen. Der Anregung, es brauche ein Verkehrskonzept, stimmte Josef Bindreiter (VP) zu. Der Bürgermeister meinte außerdem: "Über kurz oder lang wird die Gastronomie für uns ein Thema sein." Hier hätte man gastronomische Grundversorgung und Spitzengastronomie. Er sprach den großen Saal an, der gemeinsam genutzt werden könne. Und betonte: Die Substanz des Klosters sei "mehr als überfällig".

Geschäft und Tankstelle sollen kommen

2017 schloss das Kaufgeschäft in Münzbach seine Pforten, seitdem fehlt ein Nahversorger. Vizebürgermeister Gottlieb Lumesberger (VP) stellte nun eine Variante vor, "die zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit kommen wird". Auf einer Fläche westlich der Pabneukirchner Landesstraße (also gegenüber dem Ortskern) sollen ein Geschäft sowie eine Tankstelle kommen. Im Shop sollen auf einer Fläche von 300 Quadratmetern 2.500 bis 3.000 Produkte des täglichen Bedarfs angeboten werden. Betreiber und Investor könne er noch nicht nennen, man sei aber "sehr weit in den Verhandlungen".
Kritik kam von Unternehmer Karl-Heinz Prinz, der dem Gemeinderat vor gut einem Jahr seine Pläne für eine Einkaufszeile auf der anderen Straßenseite präsentiert hatte: "Mein Projekt ist verhindert worden." Er wisse nicht, ob das jetzige Versprechen zu halten sei, außerdem sei der geplante Standort fußläufig vom Ort schwer erreichbar. Dazu Lumesberger: Der Linksabbieger für Autofahrer soll in dem Bereich verlängert werden und für Fußgänger sowie Radfahrer sei ein Übergang geplant. Der Standort von Prinz sei zwischen "einem Gewerbebetrieb und Zivilhäusern, die Bedenken haben" und es gebe keine Einfahrt. Versprochen wurde, dass es zum Thema Nahversorger eine eigene Informationsveranstaltung geben wird.

Musikheim: Neubau am bestehenden Standort

Das Musikheim soll am bestehenden Standort neu errichtet werden. Am jetzigen 1982 erbauten Haus nagt der Zahn der Zeit und es fehlt an Platz. „Für uns war klar: Ein Neubau wird es werden. Die drei wichtigsten Punkte für uns: Zentrale Lage zum Ortskern, barrierefreier Probenraum ohne Stiege erreichbar und ein eigenes Gebäude“, so Musikvereins-Obmann Leopold Langeder. Nach mehreren Ideen blieb der Neubau am bestehenden Standort als bevorzugte Wahl übrig. Langeder legte einen ersten Entwurf vor. Die Gesamtkosten inklusive Abriss des alten Hauses belaufen sich auf 800.000 Euro, die Hälfte kommt von Land und Bund, die Gemeinde zahlt 320.000 Euro, der Musikverein bringt 80.000 Euro an Eigenleistungen ein. Bedenken gab es von Bürgern, weil das neue Gebäude weiter nach vorne Richtung Gehsteig rückt.  Für die Zukunft sollte man Platz lassen für einen möglichen Radweg, hieß es. Ein Anrainer meinte: Man hätte noch nie einen Plan gesehen. Langeder sagte dazu: "Es ist richtig, wir rücken etwas heraus, um einen halben bis drei Viertel Meter, aber nicht auf die Straße. Der Gehsteig bleibt normal erhalten."

Lagerhaus wird saniert

"Münzbach hat es sich nicht verdient, dass wir uns vom Standort verabschieden", sagte Johann Auer, Geschäftsführer des Lagerhauses Eferding-OÖ Mitte. Das in die Jahre gekommene Gebäude bleibt erhalten und wird attraktiviert – die BezirksRundschau berichtete bereits. Das Erscheinungsbild wird aufgepeppt und überdachte Unterstellmöglichkeiten geschaffen. Für landwirtschaftliche Produkte soll es verbesserte Zustellmöglichkeiten geben. Die Öffnungszeiten werden ab 1. April auf Mittwoch-Vormittag ausgeweitet.

Ortsdurchfahrt wird neu gestaltet

Raumplaner Gerhard Altmann stellte das Projekt Ortsdurchfahrt vor: "Es gibt wenig Platz im Ortszentrum, der soll sinnvoll genutzt werden." Als erste Maßnahme wurde bereits die Bushaltestellte verlegt. Verbesserungen für Fußgänger sollen breitere Gehsteige, Barrierefreiheit und Querungsmöglichkeiten bringen. "Es geht in Richtung Begegnungszone. Um eine multifunktionelle Nutzung und ein Miteinander auf den Verkaufsflächen. Das gibt Sicherheit, weil auch langsamer gefahren wird."

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