Hannelore Erdle: Ein Leben für Sicherheit und Menschlichkeit

Hannelore Erdle mit Besuchshund Darios (11)- er gehört zur Familie und darf jetzt seinen verdienten Ruhestand genießen
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Sie hat die einzige Besuchshundetruppe Wiens - jene des Arbeiter Samariterbundes Favoriten - gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut und dafür gesorgt, dass die Hunde als Rettungshunde anerkannt wurden. "Es gab damals weder eine entsprechende Ausbildung, noch eine verbindliche Prüfungsordnung", erinnert sie sich. "Besuchshunde sind keine Suchhunde, müssen aber als Rettungshunde eine zweijährige Ausbildung absolvieren und regelmäßig jede Woche trainieren", erklärt Erdle. Eine Herausforderung an jeden Hund, aber auch an die ehrenamtlichen Hundeführer, von denen es heute sieben in Favoriten gibt. "Dann folgt die Unterordnungsprüfung, denn Gehorsam und Geduld sind für die Hunde besonders wichtig, danach eine eigene Besuchshundeprüfung mit 10 verbindlichen Prüfungsbeispielen. Wir besuchen ja kleine Kinder oder ältere Menschen, die den richtigen Umgang mit Hunden oft nicht gewohnt sind", erklärt Erdle. Drei Seniorenheime werden einmal pro Monat besucht. 12 Partnerschulen in Favoriten, hier werden alle zweiten und vierten Klassen besucht. "Vorurteile werden abgebaut, Angst genommen, Wertschätzung für das Lebewesen entsteht." Und das, so früh wie möglich. "Und für viele ältere Menschen ist unser Besuch ein Fixpunkt geworden, auf den sie sich schon Tage vorher freuen!"

Vom Kindergarten zum Samariterbund

41 Jahre lang war Hannelore Erdle als Kindergartenpädagogin aktiv, hat noch während ihrer aktiven Berufszeit eine Sicherheitsmappe für Krisensituationen entwickelt, die bis heute an den Schulen in Verwendung ist. "Man muss den Kindern schon früh vermitteln, dass auch sie retten und helfen können." 2008 ging sie in Pension. "Und damit begann schon die intensive Hundearbeit", lacht Erdle, die bis dahin nie einen eigenen Hund hatte. "Es war Liebe auf den ersten Blick. Darios ist ein ganz besonderer Hund." Acht Jahre lang war Erdle für den Favoritner Arbeiter Samariterbund mit Darios als Besuchshund unermüdlich im Einsatz, drei bis viermal pro Woche und natürlich am Donauinselfest, am Samaritertag und anderen Events. "Seit Ende 2014 ist Darios im wohlverdienten Ruhestand. Wir springen gerne noch ein, aber der normale Dienst ist für ihn schon zu anstrengend." Sie selbst lässt sich die aktive Mitarbeit als Ehrenamtliche aber nicht nehmen: "Das ist mir zu wichtig, um aufzuhören", lacht die 67jährige.

Zur Person

Hannelore Erdle, Jahrgang 1948, ist in Kautzen, im Waldviertler Bezirk Waidhofen geboren und aufgewachsen. Gemeinsam mit ihrer Schwester übersiedelte sie für die damals vierjährige Ausbildung zur Kindergarten- und Hortpädagogin nach Wien. 41 Jahre arbeitete sie für die MA 10, hatte u.a. die Leitung des KIGA Stubenbastei und am Rennbahnweg inne. Mit der Pensionierung 2008 begann ihre intensive Hundearbeit mit ihrem Golden Retriever Darios und der Aufbau der Besuchshundetruppe beim Arbeiter Samariterbund Favoriten. Bis heute ist sie ehrenamtlich für den Samariterbund im Einsatz. Am 10. Juni 2014 erhielt Hannelore Erdle von Stadtrat Christian Oxonitsch das Silbernen Ehrenzeichen der Stadt Wien verliehen. Sie lebt mit ihrem Mann Peter in einem Reihenhaus am Biberhaufenweg im 22. Bezirk.

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