Im Grätzel der Theatermacherin

Susita Fink im Knusperhäuschen in der Schlachthausgasse 1: Zauberhaftes Alt Wiener Gasthaus und letzte Station der Produktion "Astoria"
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"Nirgendwo sonst könnte man dieses Stück so authentisch aufführen wie hier," ist Susita Fink überzeugt. Denn Soyfer (1912 - 1938) hat hier gelebt und ging wie sie - 50 Jahre später als er - aufs Gymnasium in der Hagenmüllergasse. Die vielen Gemeindebauten Erdbergs, Symbole des Roten Wien der Zwischenkriegszeit, verkörpern für Susita Fink den Kampf um Arbeiter- und Menschenrechte und stehen durch die bunte Viefalt der Nationen ihrer Bewohner auch für die Message des Stückes, nämlich Toleranz zu leben, nicht die Augen zu verschließen oder sich von Reichen, Politikern und Bösenspekulanten oder der eigenen Feigheit gängeln zu lassen. Themen, die heute wieder traurige Aktualität haben. Was lag also näher, als zum 100. Geburtstag Jura Soyfers seine utopische und doch so realistische Welt vom "Gedankenstaat" Astoria genau hier, mitten unter den Menschen mit Schauspiel, Puppen und Gipsy Music in Szene zu setzen. "Das Stück weist viele Parallelen zum Leben der Roma auf, was ja nichts anderes heißt als Menschen," erklärt Susita Fink. "Eine ideale Welt des friedlichen Miteinanders gibt es nur, wenn wir sie uns selbst erschaffen!" In der Gemeinschaftsproduktion von "theaterfink" und dem Theaterverein Romano Sveto führt Sandra Selimovic Regie.

Erdberg als Lebensmittelpunkt

In Susita Finks Familie hat die sozialdemokratische Einstellung lange Tradition. Der Urgroßvater war "Armenrat" und empfing in seiner kleinen Gemeindebauwohnung die Ärmsten der Armen. Die Großeltern waren "Partei-Urgestein" und ihre Mama war lange Jahre Bezirksrätin in der Landstraße. Susita Fink ist ihren Einstellungen und ihrem Bezirk treu geblieben. Die engagierte Mutter von drei Kindern zwischen vier und 12 Jahren lebt natürlich in einem Gemeindebau: "Die sozialen Konzepte in den alten Bauten waren Weg weisend, etwa die Kindergärten, gemeinsamen Waschküchen, Versammlungsraum drinnen und draußen im schattigen Grün." Die Schauplätze des Stückes kennt sie seit ihrer Kindheit. "Es war eigentlich eine Zeitreise für mich, die gesamt neun Stationen für die Produktion ausfindig zu machen". Mittlerweile wird auch schon in den Höfen geprobt, was viele Bewohner mit gespannter Erwartung erfüllt, etwa am "Spielplatz für reifere Personen" - den gibt es wirklich - mitten im schönen Rabenhof. Fink erinnert sich, hier als Kind noch das Theater "Thespiskarren" (heute Theater im Rabenhof) erlebt zu haben.

Die Botschaft von Astoria auf Tour
Premiere ist am 30. August, Treffpunkt und erste Station der Klopsteinpark, jetzt Joe Zawinul Park. Danach geht es in den Rabenhof, zum Fiakerplatz, von dort zum Kirchenplatz Don Bosco und den Hanuschhof. Endstation ist das bezaubernde Alt Wiener Knusperhäuschen in der Schlachthofgasse 1. Kartenvorbestellung (pro Tour rund 50 Plätze) und Info unter www.theaterfink.at, www.romanosvato.at

Autor:

Ulrike Kozeschnik-Schlick aus Alsergrund

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