Rafael Rotter: "Am Eis lebe ich mich so richtig aus" (mit Video)

Ein koscheres Würstel beim Bitzinger: Eishockey-Star Rafael Rotter (r.) bekennt sich zum jüdischen Glauben.
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WIEN. Beim Bitzinger in der Innenstadt wurden diesmal extra koschere Würstel serviert, denn Interview-Gast Rafael Rotter ist jüdischen Glaubens. "Ich esse kein Schweinefleisch und versuche, alle Bräuche einzuhalten. Sofern es mir mit meinem Beruf gelingt", sagt der Profisportler, der für die Vienna Capitals aufs Eis geht.

Das Spiel des 29-Jährigen ist trotz seiner Größe von 1,72 m von Einsatz und Kampfgeist geprägt. Nur ungern gibt Rotter einen Puck verloren. "Das liegt in meiner Natur. Wenn ich am Eis bin, kann ich mich richtig ausleben und bin ein anderer Mensch", so Rotter, der am Karmelitermarkt im 2. Bezirk wohnt.

Großes Ziel

In der diesjährigen Saison haben die Vienna Capitals gute Chancen, den Meisterpokal seit 2004/2005 endlich wieder nach Wien zu holen. "Von den vielen Siegen im Grunddurchgang und in der Zwischenrunde können wir uns nichts kaufen. Im Play-off müssen wir noch mehr Gas geben, denn Salzburg, Linz und der KAC haben auch sehr starke Mannschaften", sagt Rotter.

https://www.youtube.com/watch?v=TtrTtn4PRz0&feature=youtu.be

Die Stimmung in der Albert-Schultz-Halle könnte dazu beitragen, dass die Caps wieder einen Titel holen. "Man merkt es am Eis, wenn dich 7.500 Fans lautstark anfeuern. Und es schüchtert auch unsere Gegner ziemlich ein", so der Stürmer, der auch schon drei Jahre in Kanada bei Guelph Storm auf Puckjagd gegangen ist. Eine schwere Sprunggelenksverletzung mit anschließender Operation stoppte aber die Auslandskarriere des Wieners.

Schon eine Legende

Mit seinen 29 Jahren ist Rotter schon einer der Älteren im Kader der Vienna Capitals. Mittlerweile spielt der Angreifer in seiner neunten Saison für die Hauptstädter. "Nur unser Urgestein Phil Lakos ist schon länger hier", sagt Rotter.
Die langen Fahrten zu den Auswärtsspielen führen die Wiener Cracks sogar bis Bozen. Die sechsstündige Busfahrt wird mit Lesen, Lernen oder Pokerspielen überbrückt. "Da ich so klein bin, habe ich eine eigene Bank für mich alleine. Im Bus schlafe ich mich gerne aus", so der 40-fache Nationalspieler.

Zum Saisonstart fungiert Rotter auch oft als Fremdenführer für die neu hinzugekommenen Spieler aus Kanada oder den USA. "Wir fahren mit dem Fahrrad durch die Innenstadt und ich zeige ihnen die schönsten Flecken. Dabei genehmigen wir uns einen gemütlichen Kaffee und lernen die Stadt kennen", erzählt Rotter, dessen Vorbild sein eigener Kapitän Jonathan Ferland ist.

Alle Fotos: Cornelia Gillmann

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