Betreuungszentrum
25 Jahre Hemayat - Ein Blick nach vorne und zurück

Bei "Hemayat" werden Menschen mit traumatischen Kriegs-und Foltererlebnissen seit 25 Jahren professionell betreut.
  • Bei "Hemayat" werden Menschen mit traumatischen Kriegs-und Foltererlebnissen seit 25 Jahren professionell betreut.
  • Foto: Hemayat
  • hochgeladen von Naz Kücüktekin

Seit 25 Jahren betreut das Projekt Überlebende von Krieg und Folter. Eine staatliche Basisfinazierung fehlt auch einem Vierteljahrhundert

ALSERGRUND. "Die aktuelle Lage in Syrien und an der türkisch-griechischen Grenze schaffen die menschenrechtsverletzenden Bedingungen für unsere zukünftigen Klienten", leitet Cecilia Heiss zynisch, aber sehr treffend das Gespräch zu 25 Jahren "Hemayat", dem langfristigen Projekt, dessen Geschäftsführung sie innehat, ein.

1995 von Barbara Preitler und Siroos Mirzaei gegründet, bietet "Hemayat" am Alsergrund Überlebenden von Krieg und Folter Unterstützung und Betreuung in Form von Krisenintervention, psychotherapeutischer und psychiatrischer Behandlung an. „An zwei Abenden pro Woche haben Siroos und ich nach unseren Fulltime-Jobs noch mit Überlebenden von Krieg und Folter gearbeitet. Siroos medizinisch und ich psychotherapeutisch“, schildert Preitler die Anfänge des Vereins.

Kluft wird immer größer

Mehr als 15.000 Menschen aus 47 Ländern sind es bis heute, denen "Hemayat" und seine mittlerweile zahlreichen Mitarbeiter, bestehend aus Therapeuten, Ärzten und 38 Dolmetschern, durch traumatische Erlebnisse und Erfahrungen geholfen haben. 1.309 waren es allein im vergangenen Jahr. Und auch wenn das eine beachtliche Zahl ist – genug ist es noch lange nicht.

"Die Kluft zwischen den Menschen, die Hilfe brauchen, und den Menschen, denen wir Hilfe geben können, wird leider immer größer", sagt Heiss. Seit Jahren arbeite man nur noch mit dem Rufzeichensystem. "Wenn jemand eine Gefährdung für sich selbst oder andere darstellt, vermerken wir ein Rufzeichen. Schon länger können wir wirklich nur mehr Akutfälle annehmen", erklärt Heiss.Doch gerade bei Überlebenden von Krieg und Folter wäre eine Soforthilfe nötig, da sich Traumata mit der Zeit immer mehr manifestieren, was oftmals auch für das Umfeld zu Problemen führt. "Ein Trauma kann einen ein ganzes Leben lang begleiten", betont Preitler.

Staatliche Finanzierung gefragt

[600 Menschen stehen aktuell auf der Warteliste von "Hemayat". Für mehr reichen die finanziellen Mittel nicht. Denn auch nach erfolgreichen 25 Jahren fehlt es dem Verein an ausreichender finanzieller Unterstützung. "Wir haben noch immer nicht die so dringend benötigte staatliche Basisfinanzierung. Zwar werden wir etwa von der Stadt Wien oder dem Innenministerium gefördert, aber 60 Prozent unserer Mittel stammen trotzdem von Privatpersonen und ihren Spenden", erklärt Heiss. Ein Zehntel des Budgets komme zudem aus dem jährlich stattfindenden Sommerfest. Ein fataler Zustand, denn "ein Ende unserer Arbeit ist weniger denn je absehbar", so Heiss.

"Hemayat" unterstützen

Mit einer Spende von 55 Euro kann man eine Stunde Psychotherapie, mit 29 Euro eine Übersetzungsdienstleistung in einer Therapiestunde ermöglichen.
Bankverbindung:
IBAN: AT 05 2011 1284 4609 9600
BIC: GIBAATWWXXX

Autor:

Naz Kücüktekin aus Hernals

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