Alsergrunder wollen noch mehr Anrainerparkzonen

Die Seitengassen im 9. Bezirk sind vor allem am Wochenende zugeparkt - Anrainerparkzonen würden sehr helfen.
  • Die Seitengassen im 9. Bezirk sind vor allem am Wochenende zugeparkt - Anrainerparkzonen würden sehr helfen.
  • hochgeladen von Paul Martzak-Görike

ALSERGRUND. In der kalten Jahreszeit wünscht man sich einen Parkplatz direkt vor der Haustüre, damit man aus dem warmen Auto ganz schnell in die beheizte Wohnung kommen kann. In einer Großstadt wie Wien bleibt dieser Wunsch oft unerfüllt, zu groß ist die Dichte an Fahrzeugen.

Darum freut man sich auch schon über einen Stellplatz, der einige Gehminuten vom Eigenheim entfernt ist. Für manche Bewohner ist ein längerer Weg zum eigenen Auto jedoch auch ohne frostiges Wetter kein Vergnügen, wie uns Anrainerin Regina S. berichtet: "Mein Mann ist 89 Jahre alt und hatte vier Bandscheiben-Operationen. Mich plagt die Jugend mit 78 Jahren leider auch nicht mehr."

Oft müsse das Ehepaar sehr lange kreisen und suchen, bis endlich ein geeigneter Parkplatz gefunden ist. Anrainerparkplätze scheinen daher die einzige Lösung. Als Ursachen für die Parkplatznot sieht Regina S. gleich mehrere Faktoren, die im Bezirk derzeit aufeinandertreffen.

Besuchszeit im Spital

Im Bereich zwischen Gürtel und Spitalgasse gibt es gleich mehrere Krankenhäuser: die Privatklinik Confraternität, das St. Anna Kinderspital, das Goldene Kreuz und das AKH. Gerade in der Adventzeit werden die Patienten von ihren Angehörigen verstärkt mit dem Auto besucht. Dies ist verständlich, niemand verbringt die Weihnachtszeit gerne im Krankenhaus.

Aber da Wien über ein hervorragendes öffentliches Verkehrsnetz verfügt, könnte durchaus auf das Auto verzichtet werden, um Krankenbesuche zu machen. Statt lange nach einem Parkplatz zu suchen, bliebe so auch mehr Zeit für die Lieben in den Krankenbetten. Dass es vor den meisten Krankenhäusern Parkverbotszonen gibt, damit die Rettungsfahrzeuge dort halten können, darf nicht mit einem Überangebot an freien Stellplätzen im Bezirk verwechselt werden.

Baustellen und Adventmarkt
Derzeit wird in der Mariannengasse und in der Pelikangasse gebaut. Die Baustellen reichen dabei über den Gehsteig hinaus bis auf die Straße. Baucontainer und Absperrungen verstellen den Parkraum und verringern dadurch die Möglichkeit, einen Parkplatz zu finden. "Eine weitere Belastung für uns zahlreiche Anrainer", wie Regina S. bestätigt.

Auch der Adventmarkt im Alten AKH, der vor allem am Wochenende viele Besucher anlockt, trägt zur Verschärfung der Parksituation bei. Dabei sollten alle, die wegen Punsch und Glühwein ins Alte AKH kommen, lieber auf das Auto verzichten und auch auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.

Anrainerparken

In der Bezirksvorstehung Al-sergrund ist man sich der derzeitigen Parkplatzsituation bewusst, so Bezirksvorsteherin-Stellvertreter Thomas Liebich: "Das Gebiet zwischen Gürtel und Spitalgasse ist jenes, das gleich als nächstes auf unserer Agenda steht, wenn es um die Anrainerparkzonen geht. Wir versuchen derzeit alles, um noch vor Weihnachten mit den Behörden eine Begehung des Gebiets machen zu können. Ob es sich ausgehen wird, müssen wir leider noch abwarten. Wenn nicht, dann wollen wir diese gleich am Beginn des nächsten Jahres vornehmen." Schon jetzt muss aber gesagt werden, dass nicht alle Wünsche der Anrainer umsetzbar sind, da auf die Interessen von allen im Bezirk Rücksicht genommen wird.

Auf Hauptstraßen wie der Alser Straße darf es zum Beispiel keine Anrainerparkzonen geben. Und es muss darauf geachtet werden, dass nicht mehr als 20 Prozent der verfügbaren Parkplätze in Anrainerparkplätze umgewandelt werden. In vielen Seitengassen im Bezirk sei das Potenzial aber durchaus vorhanden, so Liebich weiter: "Unter der Woche ist die Parksituation wegen der Kurzparkzonen sowieso einfacher. Am Wochenende kommen dann mehr Besucher mit dem Auto in den Bezirk, weil das Parken dann gratis ist."

Geht es um den Adventmarkt im Alten AKH, ist Liebich geteilter Meinung: "Für viele Anrainer ist der kurze Fußweg zum Adventmarkt ein sehr großer Vorteil, den andere Bewohner in Wien nicht haben, darum würden wir ihn nicht missen wollen. Doch würde es natürlich der Parksituation sehr helfen, wenn die Besucher auf ihr Auto verzichten und mit den Öffis kommen."

Autor:

Paul Martzak-Görike aus Landstraße

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