Franz-Josefs-Bahnhof
Braucht es ein Alkoholverbot am Julius-Tandler-Platz?

Über ein Alkoholverbot am Julius-Tandler-Platz wurde im Bezirk schon diskutiert – allerdings ohne Zustimmung.
  • Über ein Alkoholverbot am Julius-Tandler-Platz wurde im Bezirk schon diskutiert – allerdings ohne Zustimmung.
  • hochgeladen von Maximilian Spitzauer

Braucht man am Julius-Tandler-Platz ein Alkoholverbot? Laut Suchthilfe schon lange nicht mehr, hat sich doch die Situation stark verbessert.

ALSERGRUND. Die Evaluierung des Alkoholverbots am Praterstern soll bald abgeschlossen sein. Dann wird entschieden, ob das Verbot in Wien eine Zukunft hat. Die Wiener ÖVP fordert ein ähnliches Verbot am Floridsdorfer Bahnhof, denn "schon jetzt zeigt sich, dass die Bilanz und die Erfahrungen positiv sind. Es spricht vieles dafür, auch in Floridsdorf ein Alkoholverbot umzusetzen", sagt Stadtrat Markus Wölbitsch (ÖVP).

Auch am Alsergrund gab es die Forderung nach einem Alkoholverbot. Gregor Amhof, Chef der FPÖ am Alsergrund, ist der Meinung, dass sich die Situation am Julius-Tandler-Platz immer weiter verschärfe. Ein entsprechender Antrag wurde im Bezirksparlament abgelehnt. Damit haben sich die anderen Parteien gegen ein Verbot ausgesprochen.

Dass sich durchaus Betrunkene auf dem Julius-Tandler-Platz die Zeit vertreiben, bestätigt sich auch bei einem Lokalaugenschein. Braucht der Platz vor dem Bahnhof also mehr Aufmerksamkeit? Ein klares Nein gibt es dazu von "SAM". Die mobile Suchthilfe ist immer wieder auf dem Platz im Einsatz, doch die Situation habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert, statt verschlechtert. "SAM wurde ja am Julius-Tandler-Platz gegründet. Das hatte damals auch einen ganz bestimmten Grund. Heute braucht der Platz keine erhöhte Aufmerksamkeit", heißt es dazu von der Suchthilfe.

Keine Beschwerden von Anrainern

Wenn der Frühling kommt und es wärmer wird, könne es durchaus sein, dass sich mehr Leute auf dem Platz sammeln. Für "SAM" gibt es aber keinen Grund zur Sorge. "Wir haben regelmäßig Besprechungen, in denen wir über die aktuelle Lage sprechen", so die Suchthilfe. Beschwerden erreichen "SAM" so gut wie keine und die Lage am Platz sei ruhig. "Natürlich behalten wir das im Auge, aber in den vergangenen Jahren hat es kaum Konflikte gegeben."

Immer vor Ort und mit einer ganzen Inspektion vertreten sind die Beamten der Polizei. Ihre Dienststelle ist direkt im Vorbau des Bahnhofs. Noch näher kann man also kaum sein. "Aufgrund der Sonntagsöffnung des Supermarktes sammeln sich dort immer wieder Alkoholkranke, insbesondere im Eingangsbereich", sagt Harald Sörös, Pressesprecher der Polizei. Eine Verschlechterung oder einen eklatanten Anstieg an Vorfällen soll es aber nicht geben.

Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) sieht keinen Bedarf für ein Verbot. "Wir stehen in engem Kontakt mit sozialen Einrichtungen und setzen auf Hilfe statt auf Verbote", sagt Ahmad überzeugt.

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