Opferhilfe
Der Weiße Ring feiert 40 Jahre

Seit zehn Jahren ist der Weiße Ring im Neunten zu Hause. Von hier aus werden Opfer in ganz Österreich betreut.

ALSERGRUND. Was für Polizisten eine kurze Amtshandlung von 15 Minuten ist, kann für das Opfer eines Diebstahls eine Katastrophe sein. "Vor allem für Ältere kann da die Welt zusammenbrechen", erklärt Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings. Hier greift dann die Verbrechensopferhilfe Weißer Ring ein, die ihre Zentrale in der Alserbachstraße hat. Sie will dabei helfen, den Schock zu überwinden. "Beziehungsweise haben wir auch Kooperationen mit vielen Supermärkten, die Gutscheine zur Verfügung stellen, damit die Geschädigten zumindest Lebensmittel einkaufen können", so Jesionek. Denn wenn das Geldbörsel weg ist, fehlen dann meistens auch die Ausweise, Bankomat- und Kreditkarten. "Auch da helfen wir bei der Wiederbeschaffung."

In den meisten Fällen wissen die Menschen nicht, dass die Hilfe des Weißen Rings kostenlos ist, oder sind zu stolz, um sie in Anspruch zu nehmen. Seit 40 Jahren arbeitet man daran, dass sich das ändert und mehr Menschen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen und auf die sie ein Anrecht haben.

"Tu was für die Opfer"

Nicht nur 40 Jahre Weißer Ring werden gefeiert, auch der Bezirk hat Grund zum Feiern: Seit zehn Jahren ist der Verein dem Alsergrund treu. Früher hatte er seinen Sitz in der Nussdorfer Straße und seit August befindet er sich in der Alserbachstraße. "Wir freuen uns, dass so eine wichtige Institution bei uns im Bezirk zu Hause ist", sagt auch Bezirkschefin Saya Ahmad (SPÖ). Die soziale Ausrichtung sei am Alsergrund eine klare Linie, die man auch vonseiten des Bezirks forciere.

Apropos Soziales: Die Reise des Weißen Rings in Wien begann mit dem ehemaligen Bürgermeister Helmut Zilk. "Ich war damals noch Richter und Zilk ist zu mir gekommen und hat gesagt: ‚Du tust immer was mit den Gaunern, jetzt tu einmal was für die Opfer!‘ Und das hab ich auch gemacht", erzählt Jesio-#+nek. Leicht sei das allerdings nicht gewesen.

300 Mitarbeiter im Verein

Bis man in jedem Bundesland eine Außenstelle eröffnet hatte, gingen einige Jahre ins Land. Von Beginn an steht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Organen im Mittelpunkt, vor allem mit der Justiz und der Polizei. "Früher haben sich oft Vorgesetzte bei den Kollegen der Polizei beschwert, wenn sie neben der Arbeit noch für den Weißen Ring tätig waren. Heute werden fünf von neun Landesstellen von Polizisten geleitet", sagt Jesionek stolz.

Die Mitarbeiter sind zum größten Teil ehrenamtlich dabei. 300 Menschen engagieren sich mittlerweile im Verein für die Opfer von Verbrechen. Nur 18 davon werden tatsächlich für ihre Arbeit bezahlt. "Ich aber nicht, ich kann gut von meiner Pension leben", lacht Jesionek.

Weitere Infos zur Verbrechensopferhilfe gibt es unter www.weisser-ring.at oder unter 0800/112 112.

Autor:

Maximilian Spitzauer aus Hietzing

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