Denkmalschutz
Eigentürmer bangen um Otto-Wagner-Bau

Das "Hosenträgerhaus" ist stadtbildprägend. Die Eigentümer sehen es durch den U-Bahn-Bau jedoch in Gefahr.
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  • hochgeladen von Maximilian Spitzauer

Die Eigentümer des "Hosenträgerhauses" befürchten eine bröcklige Fassade nach dem U-Bahn-Bau.

ALSERGRUND. Jeder kennt es zumindest vom Vorbeifahren: das "Hosenträgerhaus" an der Ecke Garnisongasse/Frankhplatz. Das Gebäude trägt diesen Spitznamen wegen der von Otto Wagner gestalteten Fassade, deren Verzierungen an Hosenträger erinnern. Alles in allem befindet sich das denkmalgeschützte Haus in einem sehr guten Zustand. Die Eigentümer sind auch darum bemüht, diesen beizubehalten, befürchten aber, dass es durch den U-Bahn-Bau zu gröberen Schäden kommen könnte.

In den vergangenen 40 Jahren wurden immerhin etwa 3,5 Millionen Euro in den Erhalt des Gebäudes investiert. Jetzt zuzusehen, wie diese Bemühungen zunichtegemacht werden könnten, schmerzt die Eigentümer. Seit eineinhalb Jahren weisen sie schon das Denkmalamt und die Wiener Linien auf ihre Befürchtungen hin. Seitdem gab es laut den Eigentümern nur wenig Korrespondenz, außer dass ein Enteignungsverfahren in die Wege geleitet wurde. Dagegen gehen die Eigentümer nun vor. "Die Vorderfassade soll während des Baus nicht zusätzlich gestützt werden, das sehen wir nicht ein", sagt Eigentümerin Marion Hofinger. Immerhin stehe das Gebäude unter Denkmalschutz.

Nun haben die Eigentümer ihr eigenes statisches Gutachten vorgelegt und Beschwerde bei der Magistratsabteilung 64 (Rechtliche Bau-, Energie-, Eisenbahn- und Luftfahrtangelegenheiten) eingereicht. Das neue Gutachten besagt, dass die Fassade höchst gefährdet sei und dringend geschützt werden müsste.

Wer haftet wofür?

Was man dabei nicht vergessen darf: Die Eigentümer haben bereits des Öfteren darauf hingewiesen, dass es kein statisches Gutachten gebe und die von den Wiener Linien beauftragte Zustandsfeststellung nicht ausreiche. Auch das Denkmalamt sei erst vor Kurzem der Bitte nach einem runden Tisch nachgekommen. Einer Beschwerde konnte man so aber nicht vorbeugen.
"Wir sind ja nicht gegen den U-Bahn-Bau", betont Hofinger, "aber man darf nicht vergessen, dass das ganze Haus währenddessen enormen Belastungen ausgesetzt sein wird."

Und danach auch, fahren doch alle fünf Minuten zwei U-Bahn-Garnituren unter dem Haus hindurch. Wenn dann die Fassade bröckelt, weil sie nicht ausreichend geschützt wurde, müssten die Eigentümer den Schaden tragen oder mit den Wiener Linien Prozesse wegen Schadenersatzforderungen führen. "Und auch dabei bleibt die wesentliche Frage unbeantwortet, ob die "Hosenträger"-Fassade im Schadensfall von den Wiener Linien originalgetreu wiederhergestellt werden könnte", sagt Günter Hofinger, der die Eigentümer vertritt.

Bei den Wiener Linien versichert man hingegen, dass man natürlich daran interessiert sei, eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden seien. "Der Gebäudeschutz hat für uns oberste Priorität. Wir haben bereits Ziviltechniker damit beauftragt, das Haus zu prüfen", so ein Sprecher der Wiener Linien. Fürs Erste ist die Magistratsabteilung 64 am Zug.

Autor:

Maximilian Spitzauer aus Hietzing

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