Altes Handwerk
Ein Uhrmacher aus Leidenschaft

Levan Martiashvili ist Uhrmacher mit Herz und Seele. In seiner Werkstätte bietet er alles vom Service bis zur Reparatur.
  • Levan Martiashvili ist Uhrmacher mit Herz und Seele. In seiner Werkstätte bietet er alles vom Service bis zur Reparatur.
  • hochgeladen von Maximilian Spitzauer

2017 erfüllte sich Uhrmachermeister Levan Martiashvili mit seiner eigenen Horlogerie einen Traum.

ALSERGRUND. "Jede Uhr hat ihre eigene Geschichte. Und ich nehme mir auch gerne die Zeit, mir diese anzuhören. Denn viele Kunden haben eine starke emotionale Bindung zu ihrer Uhr", erzählt Uhrmacher Levan Martiashvili. Daher ist es ihm ein besonderes Anliegen, seine Arbeit für die Kunden so transparent wie möglich zu gestalten. "Wenn mir ein Kunde seine Uhr anvertraut, erkläre ich ihm zuerst jeden Arbeitsschritt und was genau ich dabei mache", so Martiashvili.

Wem es aber dennoch schwerfällt, sein liebstes Stück in fremde Hände zu geben oder sich für das Innenleben seiner Uhr interessiert, kann ihm auch bei der Arbeit zusehen. "Und zwar vom Anfang bis zur Fertigstellung. Der Kunde soll die Möglichkeit haben, jederzeit zu erfahren, wie es um seine Uhr bestellt ist", so der Uhrenliebhaber.

Seine Liebe zu mechanischen Laufwerken entdeckte er bereits in seiner frühen Kindheit, als er damit begann, technische Geräte zu sammeln und auseinanderzubauen. "Blöderweise habe ich es dann aber nicht mehr geschafft, alle Teile wieder zusammenzusetzen", erinnert sich Martiashvili lächelnd zurück.

Kein leichter Weg

Heute hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und seine eigene Horlogerie in der Porzellangasse 14–16 eröffnet.  Doch sein Weg dorthin war nicht immer leicht und führte über so manchen Umweg: 1982 wurde Martiashvili im kommunistischen und vom Bürgerkrieg gezeichneten Georgien geboren. Dennoch hat er, wie er selbst sagt, Glück gehabt: "Denn wir haben auf dem Land gelebt und vom Krieg nicht allzu viel mitbekommen. Trotzdem gab es auch bei uns vom einen Tag auf den anderen weder Strom noch fließendes Wasser. Das war ein Schock."

2005 entschied er sich schlussendlich dazu, seine ehemalige Heimat zu verlassen und in Österreich Fuß zu fassen. "Als ich ankam, konnte ich noch kein Deutsch. Ich bin aber froh, nicht alleine gewesen zu sein, da meine Schwester schon hier war", erinnert er sich zurück. Vor allem beim Lernen der Sprache hatte er zu Beginn aber seine Schwierigkeiten: "Ich habe zahlreiche Sprachkurse an der Universität besucht. Aber ich bin ein technischer Typ, Sprachen zu lernen fällt mir eher schwer."

Trotzdem gab er nicht auf, spricht heute fließend Deutsch und hat mittlerweile sogar die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen.
Aber auch in seiner neuen Wahlheimat dauerte es einige Jahre, bis er seine Leidenschaft zum Beruf machte. Denn nach seiner Ankunft widmete er sich zunächst dem Studium der Informatik an der Universität Wien. "Beim Besuch am Tag der offenen Tür in der Uhrmacherschule Karlstein an der Thaya sah ich dann die Viertklässler, wie sie in weißen Mänteln in der Werkstatt übten. Da wusste ich sofort: Das will ich auch!", schildert der 37-Jährige.

Nach dem Abschluss der vierjährigen Uhrmacherschule trat er dann als frischgebackener Uhrmachermeister in die Berufswelt ein, ehe er 2017 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Weitere Infos gibt es hier.

Autor:

Mark Freimann aus Josefstadt

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