Ostarrichi-Park
Erster Stein der Shoah Gedenkstätte ist angekommen

Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler und der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, bei der Setzung. | Foto: Markus Spitzauer
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Vor der Nationalbank entsteht derzeit ein Denkmal für die jüdischen Opfer des Holocaust. 

WIEN/ALSERGRUND. Über 64.000 Namen werden nach Fertigstellung der Shoah Namensmauer am Ostarrichi-Platz, unweit des Alten AKH an der Alser Straße, zu lesen sein: die der namentlich bekannten österreichischen Jüdinnen und Juden, die im Holocaust ermordet wurden.

Wenn das Projekt im Herbst fertig ist, dann wird es auf eine mehrere Jahrzehnte dauernde Entstehungsgeschichte zurückblicken. Den Anfang machte dabei eine zufällige Begegnung in den USA, bei einer Aufführung der Oper "Der Kaiser von Atlantis", die im Ghetto Theresienstadt entstanden ist. Sie wurde vom Diplomat Walther Lichem initiiert, der dort erstmals mit Kurt Yakov Tutter zusammentraf. Tutter wurde 1930 in Wien geboren und flüchtete 1939 mit seiner Familie nach Belgien. Gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Rita überlebte er bei einer belgischen Familie, seine Eltern aber wurden nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Kein zentraler Ort des Gedenkens 

"Nach der Aufführung hat Tutter dann entschieden, dass er nach 60 Jahren erstmals wieder nach Österreich fahren will, um sich das Land anzuschauen", sagt Lichem, der unter anderem als Botschafter in Kanada tätig war. "Als erstes wollte er zum Friedhof", erzählt Lichem, aber er fand dort keine Stätte vor, an die er Blumen für seine Eltern legen konnte.

Der erste Stein: Insgesamt wird der Umfang 187 Meter betragen.
  • Der erste Stein: Insgesamt wird der Umfang 187 Meter betragen.
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Da sei die Idee zu dem Denkmal entstanden: Eine Stätte zu haben, wo man mit Kerzen und Blumen der ermordeten Opfer gedenken könne. Seit 2000 versuchten Tutter und Lichem gemeinsam mit Hannah Lessing vom Nationalfonds und dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, diese Gedenkstätte Wirklichkeit werden zu lassen. "Es hat ein bisschen gedauert", meint Lichem, "aber jetzt ist es wunderbar gelungen." Dass die Umsetzung über 20 Jahre in Anspruch nahm, führt Lichem auf die Frage der Finanzierung, aber auch darauf zurück, dass der politische Wille erst "sehr zögerlich" vorhanden gewesen sei.

Finanzierung im Gedenkjahr

Erst im Gedenkjahr 2018 kam Bewegung in die Sache: Der Bund stellte den Großteil der benötigten 5,3 Millionen Euro bereit, ein Platz wurde gefunden. Die Gedenkstätte wird aus Steinmauern bestehen, in die die Namen der Opfer eingraviert sind. Die Mauersegmente werden in einer Ellipse errichtet, sodass in der Mitte Raum zum Innehalten und Gedenken ist. In der Mitte des etwa 2.500 Quadratmeter großen Orts wird sich eine „grüne Insel“, die mit neun Bäumen bepflanzt wird, befinden.

Bei der Einsetzung des ersten Steines anwesend waren unter anderem Hannah Lessing vom Nationalfonds, Walther Lichem, der Präsident der Israelischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch, Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler sowie Bundeskanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler. | Foto: BKA
  • Bei der Einsetzung des ersten Steines anwesend waren unter anderem Hannah Lessing vom Nationalfonds, Walther Lichem, der Präsident der Israelischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch, Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler sowie Bundeskanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler.
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"Hier entsteht ein anderer Blick auf die Welt"

Das Denkmal, sagt Lichem, sei nicht nur Vergangenheit, sondern auch Zukunft: "Die Jungen müssen lernen, was da geschehen ist und lernen, sich mit den Opfern zu identifizieren. Daraus entsteht dann ein anderer Blick auf die Welt." Auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, war bei der Setzung des ersten Steins anwesend und sagte, es gehe um die "Verantwortung, die Österreich spät, aber doch wahrzunehmen begonnen hat. Hinter jedem der 65.000 Namen, die hier verewigt sein werden, steht ein Mensch. Mit der Namensmauer werden sie alle als Individuen sichtbar, auch für spätere Generationen.“

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