„Nehme Blut ab & trinke es“

Otmar Wagner begeht in „The Wolf Boys“ eine Reise durch die Aspekte des Grauens.
  • Otmar Wagner begeht in „The Wolf Boys“ eine Reise durch die Aspekte des Grauens.
  • hochgeladen von Vera Aichhorn

„Es ist ein Streifzug durch die verschiedenen Aspekte des Grauens“, erklärt der Performancekünstler Otmar Wagner. Er ist mit „The Wolf Boys“, einer Aufarbeitung des Horrors, im Wiener Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) zu sehen.

BEZIRKSZEITUNG: Sie sind vom 14. bis 16. Jänner im WUK mit „The Wolf Boys“ zu sehen, in dem Sie sich mit dem Phänomen des Horrors beschäftigen. Wie gehen Sie an dieses Thema heran?
Otmar Wagner: „Ich kann die Performance nur aus meiner Warte aus beurteilen, da es eine Produktion von norton.commander.productions ist und ich ­Gastperformer bin. Meiner Ansicht nach geht es um das Grauen in allen Arten. Es ist ein Streifzug durch die verschiedenen Aspekte des Grauens. Wir haben uns dazu viele Horrorfilme und auch das Grauen in der Literatur angesehen. Es kommen daher auch poetische Texte vor.“

BZ: Wie werden diese Elemente im Stück kombiniert?
Otmar Wagner: „Es bestehen mehrere Ebenen, in denen Filmausschnitte, Musik und Texte verarbeitet werden. In dem Element ‚Aktion‘ zum Beispiel nehme ich mir selbst Blut ab und trinke es dann. Der Horror passiert aber nicht direkt auf der Bühne, er geschieht in den ­Köpfen der Zuseher, bei denen wir möglicherweise Assoziationen und Bilder wach werden lassen.“

BZ: Sie sind geborener Berliner, wohnen seit 2007 aber in Wien. Was hat Sie hierher verschlagen und warum sind Sie geblieben?
Otmar Wagner: „Ich bin aus privaten Gründen – wegen meiner Frau und meines Kindes – hier in Wien. Schon Anfang der 1990er habe ich im Rahmen des Stadttheaters in Wien schon spannende Projekte gemacht. Derzeit habe ich aber für meine künstlerische Arbeit das WUK als Heimstätte gefunden. Ich spiele hier einfach am liebsten. Es interessiert mich aber auch als Modell, weil hier die Kinder im Kindergarten neben ­Senioren und Künstlerwerkstätten existieren.“

BZ: Welchen Unterschied macht das für das Wirken der Künstler am WUK?
Otmar Wagner: „Atmosphärisch ist das etwas ganz Besonderes und nicht zu unterschätzen. Es ist eine echte Perle! An anderen Spielorten treffen sich meist nur Künstler, das sind reine ‚Kunstorte‘ im Gegensatz zum WUK, wo alles bunt gemischt ist. Es gibt auch einen tollen Mix aus nationalen und internationalen Gruppen, die hier auftreten. Auch der Kurator Johannes Maile geht sehr auf die Produktionen und die Bedürfnisse der Künstler ein.“

BZ: Sie waren an der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin schon als Dozent tätig. Gibt es Pläne, auch in Wien an der Uni tätig zu werden?
Otmar Wagner: „Ich habe in Berlin Vorträge zum theatralen Raum und zur Performancekunst gemacht. In Wien ist noch nichts geplant, hier habe ich auch keine Kontakte zur Universität.“

BZ: Welche sind Ihre nächsten großen Projekte?
Otmar Wagner: „Ich habe gemeinsam mit Noah Holtwiesche das Performance Art Network Vienna gegründet. Es soll die Vernetzung unter den Performancekünstlern und -künstlerinnen, die interdisziplinär, ohne Bindung an Institutionen arbeiten, stärken. Wir organisieren aber nur die erste Veranstaltung, die folgenden Events werden dann schon von den Künstlerinnen und Künstlern selbst organisiert.“

Das Interview führte
Vera Aichhorn

Autor:

Vera Aichhorn aus Alsergrund

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