Rückstand bei Ersatzpflanzungen: In der Innenstadt fehlen 300 Bäume

In der Schönlaterngasse: Grünen-Bezirksrätin Evelyn Blau will auch hier Ersatzpflanzungen für bereits gefällte Bäume.
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  • hochgeladen von Thomas Netopilik

INNERE STADT. Mit einem traurigen Rekord lässt die grüne Bezirksrätin Evelyn Blau aufhorchen: In der Inneren Stadt sind derzeit 300 Ersatzpflanzungen genehmigt, die noch nicht durchgeführt wurden. "Für jeden Baum, der kaputt oder wegen eines Bauvorhabens umgeschnitten werden muss, wird ein neuer gepflanzt. Das ist in Wien Gesetz", erklärt Blau.

Leider wurde diese Vorgabe in den vergangenen Jahren nicht so genau eingehalten. "Die frühere Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel hatte kein offenes Ohr für dieses Thema. Sie hat auch nie aktuelle Zahlen hergezeigt", so die grüne Bezirksrätin.

Jetzt wird aufgeholt

In Summe ist der 1. Bezirk mit 300 Ersatzpflanzungen im Rückstand. Diese werden in den nächsten Jahren aufgearbeitet. Einziges Problem: Der Bezirk ist für die Finanzierung zuständig und kann sich 300 derartige Pflanzungen nicht auf einmal leisten. "Ein Baum kostet rund 800 Euro. Dazu kommen noch die baulichen Maßnahmen. Das geht ordentlich ins Geld", sagt Blau. Daher gibt es vom Rathaus finanzielle Abhilfe. Im ersten Jahr werden laut einem Aufteilungsschlüssel 80 Prozent der Kosten übernommen, im zweiten 70 Prozent. "Jetzt müssen wir schnell sein und so viele Ersatzpflanzungen wie möglich umsetzen. Die Innere Stadt ist ein Vorzeigebezirk für tausende Touristen", so die Politikerin.

Schutz gegen Hitze

Neben dem optischen Effekt steht bei den Bäumen vor allem der Klimaschutz im Vordergrund. Gerade in der heißen Jahreszeit spenden sie Schatten und schaffen damit Abhilfe bei den Hitzeinseln in der City. Entlang des Rings gibt es ausreichend Grün. Problemzonen sind in jenen Grätzeln, in denen die meisten Menschen leben. "Im Jahr 2050 haben wir in Wien ein Klima wie derzeit in Kairo. Wenn man bedenkt, wie lange Bäume zum Wachsen brauchen, ist es schon höchste Zeit für die Pflanzungen", so die Grünen-Politikerin.
Auch Lokalbetreiber könnten durch die Begrünung von Schanigärten einen Beitrag gegen die Hitze leisten. "Nächstes Jahr startet in der City die Lokale Agenda 21. Dabei wollen wir weitere Maßnahmen gegen die Hitze setzen", sagt Blau.

Weiteres Projekt geplant

Auch im Textilviertel soll es in Zukunft wieder mehr Grün geben. Derzeit läuft eine Evaluierung dazu, wo man zusätzliche Bäume pflanzen kann. "Die MA 22 hat das in mühevoller Kleinarbeit erhoben. Auch Fassadenbegrünungen sind dort möglich", so die grüne Bezirksrätin aus der City.

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