30.09.2014, 00:01 Uhr

Die jüngste Klaviervirtuosin am Alsergrund

Klara hat ihre Liebe zum Klavierspiel schon mit Drei entdeckt

Ausnahmetalent Klara Khomskii ist erst fünf und gibt in Amsterdam ein Klavierkonzert.

Mama Kristina Sandulova ist Konzertpianistin und konnte bei Klara schon als Dreijährige großes Interesse feststellen, während sie andere Schüler unterrichtete: „Sie begann die Melodien mitzusingen und nachzuspielen. Kurz darauf komponierte sie erste eigene Musikstücke.“ Heute kann Klara zwar schon Noten lesen, die technischen Feinheiten hört sie aber eher als sie vom Blatt zu spielen, und zwar beim täglichen Üben: Ihre Mama spielt eine schwierige Passage vor, Klara spielt sie nach. Und zwar so perfekt, dass sie heuer schon zum zweiten Mal die internationale Meisterklasse an der Sommerakademie Lilienfeld bei Professor Dorli Schindlegger absolviert hat. Im Juni 2014 hat sie bei der Musikolympiade Döbling den zweiten Preis gemacht, am Wochenende wird sie in Amsterdam bei „Klassiek op het Amstelveld“ auftreten, wofür es eine strenge Audition gab. Im Winter möchte sie in England bei „Young Pianist of the North“ mit dabei sein. Dafür muss sie sich aber erst qualifizieren. Kein Problem: Lampenfieber kennt sie nicht.

Musik kommt vom Herzen
„Wenn wir in ein Konzert gehen, fragt Klara kurz: Spiele ich heute Klavier? Wenn ja, ist das genauso fein, wie bei Musik nur zuzuhören. Das ist dann eher eine Kleiderfrage. Für einen Auftritt muss es schon ein besonders schönes Kleid sein“, erklärt ihre Mama. Nein, auch ein Wettbewerb macht sie nicht nervös. Sie spielt ja freiwillig und gerne vor Publikum, ganz ohne Druck, übt täglich etwa eine halbe Stunde. "Wir musizieren alle auch gemeinsam zu Hause." Denn auch der Papa, der an der Uni Wien im Bereich Mathematik/ Logik forscht, ist Pianist, und Bruder Marin (8) spielt Violine. „Das Talent zum Komponieren hat Klara aber von meiner Mutter, Julia Tsenova, einer der größten zeitgenössischen Komponistinnen Bulgariens“, erklärt Kristina Sandulova.

Einmal um die Welt
Klara´s Eltern kamen 2001 in die Niederlande, der Papa ist gebürtiger Russe, die Mama aus Bulgarien. Als sie Zwei war, lebte Klara in Japan, seit zwei Jahren ist sie in Wien am Alsergrund daheim. Hier studierte sie Klavier bei Ruzha Semova und arbeitet fleißig mit Brigitte Bauer, die sie auch für ihre Konzerte vorbereitet (im Juni waren das sechs!). Sie spricht auch perfekt Deutsch und Englisch und kann mit ihren fünf Jahren schon gut lesen. Seit kurzem besucht sie die Schule im Park – und zwar mit Begeisterung. „Klara wird am 29. Dezember 6 Jahre alt. Sie hat eine Prüfung gemacht und wurde als schulreif aufgenommen.“ Gibt es Hobbies, neben der Musik? Klara zeichnet viel, in aller Ruhe und mit großer Perfektion. Ihr Lieblingsspiel ist UNO. Ihre Lieblingsfarben sind Rosa, Lila, Gold und Silber. Ein Maskottchen, das sie zu ihren Auftritten begleitet, hat sie (noch) nicht. Auch keinen Lieblingskomponisten. „Eine holländische Zeitung hat sie einmal mit Mozart verglichen. Das findet Klara eher komisch, denn Mozart ist Musik, keine wirkliche Person für sie“, so die Mama, die die außergewöhnliche Begabung ihrer Tochter zwar fördert, aber nicht will, dass man Klara in die „Wunderkind-Schublade“ steckt. „Klara mag das Klavierspielen. An eine spätere Karriere denken wir noch lange nicht.“
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