25.07.2017, 08:00 Uhr

WUK-Chef Vincent Abbrederis fordert einen Mietvertrag von der Stadt Wien

WUK-Geschäftsführer Vincent Abbrederis setzt sich seit Jahren für einen Mietvertrag zwischen der Stadt Wien und dem Verein WUK ein.

Die Diskussion um die Baufälligkeit des WUK reißt nicht ab. Nur ein Mietvertrag mit der Stadt Wien würde auch eine notwendige Sanierung beinhalten. Die bz traf Geschäftsführer Vincent Abbrederis zum Interview.

Das WUK wurde zuletzt wegen mangelnder Brandschutzpläne kritisiert. Was sagen Sie dazu?
VINCENT ABBREDERIS: Diese Diskussion gibt es schon seit einiger Zeit. Ich kann mich dazu nur wiederholen: Wir haben alle Vorgaben der Behörden erfüllt. Es ist dazu alles belegt.

Wie renovierungsbedürftig sind die Gebäude?
Derzeit mache ich mir noch keine Gedanken, dass wir in nächster Zeit dadurch Probleme bekommen. Natürlich gehört einiges gemacht, aber das Geld fehlt. Kaputte Fenster, die wir aus Kostengründen nicht austauschen können, haben wir einfach zugeschraubt.

Wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus?
Da haben wir sicher einen großen Aufholbedarf. Derzeit ist die Barrierefreiheit nicht gegeben, da wir keinen Lift haben. Es beschämt mich sehr, wenn ich einen Rollstuhlfahrer in unserem Haus sehe und ich ihm nicht weiterhelfen kann.

Sie bekommen 1,2 Millionen Euro an Förderung von der Stadt. Was passiert damit?
Das meiste Geld wird für die Kultur verwendet, so wie es seitens der Stadt vorgesehen ist. Wir verwenden es aber auch, um kleinere Baumängel zu beheben. Denn dafür bekommen wir seitens des Rathauses leider keinen Cent.

Apropos: Warum gibt es nach so vielen Jahren "wilder Ehe" mit der Stadt noch immer keinen ordentlichen Mietvertrag?
Das ist unser größtes Problem. Seit 2005 versuchen wir, einen gültigen Mietvertrag zu bekommen. Dadurch wäre dann auch die Sanierungsfrage geklärt und wir könnten endlich ordentlich arbeiten. Es gibt immer wieder Gespräche, doch eine Lösung ist derzeit noch lange nicht in Sicht.

Wie oft haken Sie in dieser Angelegenheit im Rathaus nach?
Schon in regelmäßigen Abständen. Es scheitert ja nicht am Willen, sondern an den fehlenden finanziellen Mitteln. Die Zusammenarbeit ist sehr gut.

Sie haben auch Einnahmen, mit denen Sie Miete bezahlen könnten. Es heißt aber immer wieder, dass Sie diese Miete nicht garantieren können. Stimmt das?
Dieses Gerücht taucht auch immer wieder auf. Wir haben bereits Berechnungen angestellt. Fakt ist, dass wir keine sechsstellige Miete aufbringen können. Dazu haben wir zu wenige Einnahmen.

Wie viel würde es kosten, das WUK wieder auf aktuellen Stand zu bringen?
Mit rund 3,2 Millionen Euro würde wieder alles auf lange Sicht hergerichtet sein. Strom- und Wasserleitungen und vieles mehr. Inklusive Barrierefreiheit.

Mit rund 200.000 Besuchern im Jahr läuft das WUK eigentlich ganz gut. Ist da noch Luft nach oben?
Ja, klar. Wir bespielen derzeit nur ein Sechstel aller unserer Räumlichkeiten. Da ist noch viel mehr möglich.

Sie stehen auch im Austausch mit Kultureinrichtungen in anderen Städten. Wie stehen Sie international da?
Das WUK kann sich durchaus sehen lassen. Das beweist die Tatsache, dass wir immer wieder internationale Gäste haben, die sich hier genau umschauen und begeistert sind.

Zur Sache:
Das WUK in der Währinger Straße 59 ist eine ehemalige Lokomotivfabrik aus dem Jahr 1855. Die Nutzung des Gebäudes durch den Verein WUK geht auf ein mündliches Prekarium der Bundesbaudirektion für Wien, NÖ, Burgenland zurück. Das Objekt gehört seit 1988 der Stadt.

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