24.01.2018, 08:00 Uhr

Zweiter Mini-Kunstsupermarkt im Café Schlemmer

Aufgrund des großen Erfolges: Bei Herta Schlemmer findet der zweite Währinger Mini-Kunstsupermarkt statt.

Am 26. Jänner gibt es in Herta Schlemmers Café-Konditorei moderne Kunst zu moderaten Preisen.

WÄHRING. Schon der erste Termin im November 2017 lockte mit rund 800 Kunstwerken. Geboten wurden Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken und Drucke zu Preisen ab 20 Euro aufwärts. Künftig findet der Mini-Kunstsupermarkt in der Währinger Straße 157 jeden ersten und letzten Freitag im Monat jeweils von von 13 bis 19 Uhr statt. Die ausstellenden Künstler kommen einerseits aus dem Umfeld der „Fliegenden Galerie“, jenes Vereines, der diesen Markt erfunden hat und betreibt. Andererseits werden auch Arbeiten von renommierten und bekannten österreichischen und internationalen Kunstschaffenden wie Siegfried Anzinger, Christian Eisenberger, Hans Bischoffshausen, Ramesch Daha, Bruno Gironcoli, Oswald Oberhuber, Peter Ponratz, Antoni Tápies und anderen präsentiert.

Kunst kaufen soll künftig also keine riskante Investition mehr sein, sondern ein entspannendes und spannendes Vergnügen, so die Initiatoren. Herta Schlemmers Café ist seit Jahrzehnten eine Institution im Bezirk und ein „Kunstwerk für sich“. Die gemütlichen Nischen mit ihren Sitzbänken aus rotem Leder laden schon seit der Eröffnung 1942 zum Verweilen, Nachdenken, Lesen und Plaudern ein. Seit 1968 führt Schlemmer das Lokal. Früher wurde es gerne von den Schulschwänzern des benachbarten Gymnasiums frequentiert. "Das ist weniger geworden", sagt Schlemmer. Für "ihre Klostergassler", die sich noch an ihre Schwänz-, Plauder- und Lehnstunden hier erinnern, hat Schlemmer ein Gästebuch aufgelegt, in das sich jeder mit seinem Maturajahrgang eintragen kann. "Wer nach Jahren wieder einmal hereinschaut, kann dann nachsehen, ob inzwischen frühere Kollegen da waren", erklärt sie den Zweck des fast schon vollgeschriebenen Buches.

Zweites Wohnzimmer

Dass das Café Schlemmer schon immer auch von den Kreativen im Bezirk als erweitertes Wohnzimmer genutzt wurde und wird, hat Autor Peter Henisch in einer bezaubernden Geschichte in dem 2017 erschienenen Buch "Melange der Poesie: Wiener Kaffeehausmomente in Schwarzweiß" (Verlag Kremayr&Scheriau) festgehalten. "Er hat früher ja gleich ums Eck gewohnt und war oft hier. Ein wunderbarer Gesprächspartner.“ Auch die Präsentation von Kunstwerken hat hier seit langem Tradition. Der verstorbene Maler Alfred Kornberger hat hier ausgestellt oder Wolfgang Pupek, Arik Brauer, Bildhauer Franz Barwig jun., um nur einige zu nennen.

Und natürlich ist das Café Schlemmer seit seinem Bestehen auch beim jährlichen Artwalk mit dabei. „Da war es selbstverständlich, auch dem Mini-Kunstsupermarkt mein Lokal zur Verfügung zu stellen“, sagt Schlemmer. „Mein Café, die Menschen hier, das ist für mich keine Arbeit, sondern mein Leben“, so die Währinger Kaffeehausbesitzerin.
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