14.03.2017, 00:00 Uhr

Penziger Jungunternehmer machen Möbel aus alten Fischerbooten

Oceanwood- Mitbegründer Georg Heinz vor den individuell gestaltbaren Regalen aus indonesischen Fischerbooten

"Oceanwood" bringt Meer-Flair nach Hause.

PENZING. Sonne, Wellen und Salzwasser haben im Holz von ausrangierten Fischerbooten über Jahrzehnte hinweg ihre Spuren hinterlassen: Die vielen bunten Lackschichten sind abgeblättert, spiegeln unendlich viele Farbnuancen wider. Das hochwertige Holz, meist Teak, Bankirai oder Mahagoni, wird ganz im Sinne des Upcycling als wertvoller Rohstoff wiederverwertet und eignet sich schon wegen seiner Widerstandsfähigkeit perfekt für die Möbelunikate, die drinnen und draußen verwendbar sind. Und das Beste: Kein neuer Baum muss für die schönen Designerstücke sein Leben lassen. Die Möbel werden in kleinen Manufakturen direkt vor Ort produziert. Für die beiden Oceanwood-Gründer Georg Heinz und Clemens Hollerer selbstverständlich, dass die einheimischen Tischler fair behandelt und für ihre Arbeit gut entlohnt werden: „Deshalb sind wir stolz auf unsere Idee, aus alten Booten neue Möbel zu kreieren. Sie gibt uns die Gelegenheit, Nachhaltigkeit konkret zu machen und ist unser aktiver Beitrag für eine bessere Welt.“

„Tropisches“ Startup in Penzing

Georg Heinz und Clemens Hollerer, beide 38, kennen sich seit 28 Jahren. Sie sind in der gleichen Gasse in Penzing aufgewachsen, haben gemeinsam professionell Handball gespielt und später Betriebswirtschaft studiert. Hollerer ist im Bankenmanagement tätig, Georg Heinz Marketingfachmann. „Wir wollten eigentlich schon immer gemeinsam ein eigenes Unternehmen aufbauen, das unsere persönlichen Werte verkörpert“, erklärt Georg Heinz. Bei einem Surfurlaub in Indonesien entdeckten sie die Schönheit der alten Boots-Hölzer, die dort traditionell im Haus- und Möbelbau weiter verwendet werden. Das sollte zur Initalzündung für die spätere Unternehmensgründung werden. „Die Idee, diese charismatischen Boote einer zweiten, neuen Bestimmung zuzuführen, hat uns von Anfang an begeistert"; so Heinz.

Dann wurden die lokalen Möbelproduzenten, kleine Tischlereien in Indonesien, persönlich vor Ort genau unter die Lupe genommen und ausgewählt. Fehlte noch ein geeignetes Geschäftslokal in Wien. „Wir haben lange gesucht bis wir unseren Showroom in der Felbigergasse fanden.“ Übrigens ein ehemaliges Fuhrwerkerhaus mit reichlich Platz im Garten, um einigen der wetterfesten Möbelunikate den geeigneten Outdoor-Rahmen zu geben. Im Februar 2016 kam dann die erste Möbellieferung aus Indonesien in Wien an und fanden bald ihre Liebhaber. „Die Möbel sind absolut naturbelassen, werden nur glattgeschliffen, die Farbreste bleiben erhalten, nichts wird lackiert“, so Heinz. Weil aber auch die „mit allen Wassern gewaschenen“ alten Topenhölzer lebendig sind und bleiben, muss man sie vor Schnee und Frost schützen und im Freien mit einer Plane abdecken.

Innovatives Design

Die beiden Jungunternehmer gestalten natürlich auch beim Möbeldesign mit. Ob beim Materialmix, der Farbgebung, oder der Funktionalität, etwa bei den Regalen aus einem halben Bootsrumpf, die als Bücherregal genauso attraktiv sind wie als Minibar oder Ladenschrank. Die Bandbreite der Möbel ist groß: Sie reicht von Sofas, Kommoden, Bücher- und Badregalen bis hin zu eigens designten Blumenkisteln, Garderoben, Weinregalen, Spiegeln und Wanddekor. Das gesamte Sortiment kann man auch im Online-Shop erwerben. Der Showroom (14., Felbigergasse 64) ist freitags 16 bis 19 Uhr und samstags 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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