Dement nach der Dialyse

Aluminium im Dialysewasser: Nierenerkrankte entwickelten Demenz.

DIRTY LITTLE SECRET - Die Akte Aluminium
Serie Teil 4

Nierenkranke entwickelten Alzheimer-ähnliche Zustände: Betroffen waren speziell jüngere Patienten.

Journalist Bert Ehgartner zeigt in der Bezirksblätter-Serie erschreckende Hinweise zur Gefährlichkeit von Aluminium auf.

Herwig Holzer leitete an der medizinischen Universität Graz viele Jahre lang die Abteilung für Nierenkrankheiten. Im Jahr 2009 ging er in den Ruhestand. Doch er erinnert sich noch gut an jene dramatische Zeit in den 1970er Jahren, als weltweit ein beunruhigendes Phänomen in Dialyse-Stationen beobachtet wurde: „Wir haben damals ungewöhnlich viele neurologische Fälle mit schweren Ausfallserscheinungen beobachtet“, sagt Holzer. „Besonders bei jungen Menschen sind Schlaganfall-ähnliche, Alzheimer-ähnliche Bilder entstanden.“

Aluminium im Dialysewasser
In dieser Zeit gab es bereits Studien aus England, welche Aluminium als möglichen Auslöser dieser Störungen nannten. Die Spur führte hier über das Trinkwasser, das in Großbritannien meist mit Aluminiumsulfat gereinigt wird. Die sehr reaktionsfreudigen Aluminium-Ionen verbinden sich mit Schmutzteilchen im Wasser. Diese flocken aus, werden größer und bleiben somit in den Filteranlagen hängen. Damit wird das Wasser zwar sauberer, doch es bleibt auch ein höherer Gehalt an Aluminium im Trinkwasser zurück.

Zur Blutwäsche der Nierenkranken werden mehrere hundert Liter pro Patient Wasser benötigt. Die Schadstoffe aus dem Blut gehen über eine Membran ins Wasser über. Weil die Membran jedoch auf beide Seiten durchlässig ist, ging auch das Aluminium vom Wasser ins Blut der Patienten. Bei den Nierenkranken schlug das toxische Potenzial des Aluminiums voll durch und verursachte schwerste Hirnschäden.

Gutes Wasser – Schlechte Medikamente
„Wir haben natürlich unser Wasser sofort auf Aluminium untersucht“, sagt Holzer. „Es fanden sich aber keine höheren Werte.“ In Österreich werden Alu-Verbindungen nur im Fall schwerer Verschmutzungen - etwa nach Hochwasser – zur Trinkwasser- Reinigung eingesetzt.

Schließlich fand ein Grazer Ärzteteam unter Beteiligung Holzers die Ursache: Es handelte sich um eine neue Medikamentenklasse, die seit einigen Jahren eingesetzt wurde, um schädliche Phosphate aus der Nahrung zu binden. Aluminiumhydroxid war ein guter „Phosphatfänger“ und in hohen Dosen in den Medikamenten enthalten. Bloß erwies sich in diesem Fall die Therapie als gefährlicher als die Krankheit.

„Als wir das Problem erkannt haben, haben wir das Aluminiumhydroxid sofort abgesetzt“, sagt Holzer. Es war dann auch gleich eine Absenkung der Blutspiegel festzustellen. Entgegen der Hoffnung Holzers gab es bei den neurologischen Defiziten der Patienten jedoch keine Besserung mehr. „Es ist eben das Problem gewesen, dass das Aluminium schon im Gehirn war und dort seine toxische Wirkung verbreitet hat so dass Heilungen nicht mehr beobachtet wurden.“

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