Gericht
Drogenprozess gegen Ibiza-Detektiv wieder vertagt

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Abermals vertagt wurde am Landesgericht St. Pölten der Drogenprozess gegen den 40-jährigen Julian H., der im Mai 2019 als so genannter „Ibiza-Detektiv“ mit einem Video das Scheitern der türkis-blauen Regierung auslöste.

MOSTVIERTEL. Am ersten Prozesstag im vergangenen September erklärte sich der Beschuldigte zu den Drogenvorwürfen nicht schuldig (die Bezirksblätter berichteten), wobei seine beiden Verteidiger Wolfgang Auer und Oliver Scherbaum von einem Racheakt gegen den „Aufdecker“ ausgehen. Im Zentrum stehen dabei Belastungszeugen, deren Anwaltskosten in ihren eigenen Prozessen von dem Lobbyisten Sch., der akribisch vor allem nach den Hintermännern von Julian H. in der Ibiza-Causa ermittelt, finanziert wurden.

Keine Auftraggeber

Die Einvernahme des Lobbyisten benötige, laut vorsitzendem Richter, mehrere Stunden, daher wurde nach einer ersten Befragungsrunde der Prozess abermals vertagt. Der Inhaber mehrerer Firmen, die seiner Aussage nach in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet hätten, betreibt auch als gelernter Journalist eine Medien GmbH und engagierte sich in der Vergangenheit massiv für den Spielerschutz. Angetan hatte es ihm auch der Fall von Jack Unterweger, über den er ein Buch schrieb. Für seine Recherchen in der Ibiza-Causa gebe es keine Auftraggeber. Er finde die Hintermänner genauso wichtig, wie die brisanten Aussagen von Gudenus und Strache im Video. „Das ist für mich eine persönliche Thematik. Ich habe das begonnen und werde es zu Ende führen“, erläuterte Sch. sein Motiv für die kostenintensiven Nachforschungen. Eigentlich zahle seine Firma nichts für Informationen, in diesem Fall hätte er jedoch zugesagt, für eventuell rechtliche Konsequenzen seiner Informanten aufzukommen. Allerdings habe er nicht gewusst, dass es sich dabei auch um Drogengeschäfte handle. Julian H. sei für ihn der Weg zu den Hintermännern des Videos gewesen, aber er habe, im Gegensatz zur Aussage von dessen Ex-Partnerin, keinen Druck auf jemanden ausgeübt.

1,25 Kilo Kokain übergeben

Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages wurde die Geliebte jenes Mannes, dem der Beschuldigte bei drei Drogengeschäften insgesamt 1,25 Kilo Kokain zum Grammpreis von je 40 Euro übergeben habe, abermals einvernommen, nachdem sie beim ersten Prozesstermin panisch und schluchzend die Aussage unterbrach. Wesentlich ruhiger und mit Hilfe einer Dolmetscherin, allerdings nur in Abwesenheit des Angeklagten trat sie in den Zeugenstand. Ihre Aussagen belasten den 40-Jährigen massiv, wobei sie Widersprüche zu ungewöhnlich vielen früheren Angaben auf den zwei Jahre zurückliegenden Tatzeitraum und ihre große Angst vor Julian H., der ihr sogar eine Pistole an den Kopf gehalten habe, zurückführte.
Umfangreich gestaltete sich auch die Einvernahme jenes Zeugen, der von Sch. für seine informativen Kontakte zu Julian H., dem angeblichen Drogenabnehmer und dessen Geliebten mehr als 50.000 Euro erhielt. „Was treibt Sch. an?“, wollte der Richter wissen. „Es ist schon suspekt, dass eine private Person Gelder verteilt für Ermittlungen, die eigentlich die Polizei machen sollte“, meinte Herr Rat, dem der Zeuge die Antwort darauf schuldig blieb.

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