Falscher Polizist landete schwer verletzt im Spital

Richter Markus Grünberger

Zwei Betrunkene forderten von Jugendlichen Ausweise und gaben sich dabei als Zivilpolizisten aus.

BEZIRK AMSTETTEN. „Das hat sich ausgezahlt“, meinte der St. Pöltner Richter Markus Grünberger, nachdem ihm ein 35-jähriger Angeklagter von einem Vorfall am 15. Juni vergangenen Jahres bei einem Fest in Amstetten erzählte, wo er unter anderem mit einem Schädelbasisbruch und einer Gehirnblutung im Krankenhaus gelandet war.
Der mitangeklagte 29-Jährige konnte zum Prozess nicht erscheinen. Telefonisch teilte er kurz vor Verhandlungsbeginn mit, dass er vergessen habe, seine Fußfessel für die Fahrt zum Gericht freischalten zu lassen.

Falsche Polizisten

Einigermaßen stark alkoholisiert trafen die beiden Männer im Juni auf eine Gruppe Jugendlicher, von denen zumindest zwei Burschen "ausländisch" waren. Laut Zeugen hätten die beiden Betrunkenen diese beschimpft. Danach forderten die Angeklagten die Jugendlichen auf, ihre Ausweise zu zeigen und gaben sich dabei als Zivilpolizisten aus.
„Die haben nicht wie Polizisten ausgesehen“, meinte eine Zeugin, die, wie auch ihre Begleiter, die Ausweisleistung verweigerte.

Zweites Aufeinandertreffen

Einige Zeit später trafen die Beschuldigten abermals auf die Gruppe. „Ich wollte nur hingehen, um mich zu entschuldigen“, behauptete der 35-Jährige gegenüber Grünberger. Dann wisse er nichts mehr und sei erst im Krankenhaus wieder zu sich gekommen. Was sein Kumpel gemacht hat? – Keine Ahnung! Ausweise habe er von den Festbesuchern nicht verlangt, und sie einzuschüchtern versucht habe man nicht als angebliche Polizisten, sondern als Securitys.

Das ist das Urteil

Die Zeugen sahen es anders und berichteten darüber hinaus, wie es schließlich zu den massiven Verletzungen des 35-Jährigen gekommen war. Ein 18-Jähriger langte in Notwehr zu, das Verfahren wegen Körperverletzung gegen den Burschen wurde daher eingestellt. Da er den Bewusstlosen aber ohne Hilfeleistung am Boden liegen ließ, muss er sich am Bezirksgericht wegen Imstichlassens eines Verletzten verantworten. Für den zweiten "Polizisten" gibt es einen neuen Verfahrenstermin, den 35-Jährigen verurteilte Grünberger zu einer bedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten (nicht rechtskräftig), wobei die beschimpften Burschen auf eine Klage wegen Beleidigung verzichteten.

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