Lawinenabgänge im Stadtgebiet von Amstetten!

Sieben Mini-Grundlawinen in Haaberg-Oiden im Bereich der Hochwasserschutzanlage. Im Hintergrund ist der ÖAMTC Stützpunkt erkennbar. Foto © Bergrettung NÖ/W H. Köttritsch
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  • Sieben Mini-Grundlawinen in Haaberg-Oiden im Bereich der Hochwasserschutzanlage. Im Hintergrund ist der ÖAMTC Stützpunkt erkennbar. Foto © Bergrettung NÖ/W H. Köttritsch
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Es handelt sich wirklich um echte Lawinen, aber keine Sorge, die Gefahr ist nicht wirklich relevant. Die beobachteten „Mini-Lawinen“ im Bereich Haaberg-Oiden sind aber geradezu ein Lehrbeispiel wie Grundlawinen entstehen. Beobachten konnte man das Phänomen am 21. Dezember am Vormittag von der B1/B121 aus.
Dachlawinen sind in der Stadt die häufigste Gefahr. Sie sind nicht zu unterschätzen und in den kommenden Wochen sicher wieder das Problem mancher Hausbesitzer. Vom physikalischen Ablauf ist zwischen den kleinen und großen Lawinen bzw. Dach und freiem Gelände kein Unterschied. Schnee rutscht von seiner Unterlage ab, weil er z.B. wegen Durchfeuchtung der Schneedecke auf Grund von Regen oder Sonneneinstrahlung so schwer geworden ist, das die Hang-Abwärtskomponente größer geworden ist als das Produkt aus Normalkraft und Reibungskoeffizienten. Langes Gras, auf nicht gemähten oder abgeweideten Flächen bietet einen geringen Reibungswiderstand und kann auch schon bei relativ kleinen Neigungswinkeln ab 25° und entsprechenden Bedingungen zum Abgleiten der Schneedecke führen. Bei größeren Neigungen von 30° bis 50° ist die Lawinengefahr am größten. Ab 60° Hangneigung oder mehr sind Lawinen fast unmöglich, da der Schnee schon früh abrutscht; große Schneemengen können sich gar nicht ansammeln.
Entsprechende Verhältnisse sind am 22. Dezember 2017 auf der über 40° steilen, von längerem Gras bedeckten Böschung im Bereich der Hochwasserschutzanlage am Haaberg auf der Oiden vorgelegen. Durch Regen war der Schnee durchfeuchtet, Risse und sogenannte Lawinenmäuler entstanden und letztlich gingen die Lawinen ab! Auf Grund der geringen Hanglänge und der geringen Schneehöhen sind auch nur geringe Schneemassen mit relativ geringer Energie im Spiel und daher sind diese Mini-Grundlawinen auch keine relevante Gefahr.

Skitouren zu den Feiertagen

Allen Skibergsteigern die in den nächsten Wochen am Berg unterwegs sind möge dieses Beispiel aber sehr anschaulich zeigen wie auch unscheinbare Hänge tatsächlich voll von Gefahren sein können. Daher bei Skitouren immer den Lawinenlagebericht vor der Tour genau studieren http://lawinenwarndienst-niederoesterreich.at/ und die richtige Lawinenausrüstung auf der Tour mitführen – Lawinenverschüttetensuchgerät LVS, Sonde und Schaufel und ein aufgeladenes Handy. Die Alpin-Notrufnummer der Bergrettung lautet 140!
Die Bergrettung wünscht viele schöne unfallfreie Skitouren. Drehen Sie im Zweifelsfall rechtzeitig um, der Berg läuft nicht davon, man kann bei guten Bedingungen später wiederkommen!



Sieben Mini-Grundlawinen in Haaberg-Oiden im Bereich der Hochwasserschutzanlage. Im Hintergrund ist der ÖAMTC Stützpunkt erkennbar. Foto © Bergrettung NÖ/W H. Köttritsch
Lawinenmaul am Haaberg in der Stadt Amstetten. Foto © Bergrettung NÖ/W H. Köttritsch

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