Prozess startet: Ex-Politiker (Bezirk Amstetten) soll neun Mädchen missbraucht haben

Rechtsanwältin Ulrike Koller
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BEZIRK AMSTETTEN. (IP) Am 5. September beginnt am Landesgericht St. Pölten der Prozess gegen einen ehemaligen Kommunalpolitiker aus dem Bezirk Amstetten, dem die Staatsanwaltschaft neben unerlaubtem Waffenbesitz vor allem schwere Sexualdelikte und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses zur Last legt.

Vorfälle mit neun Kindern

Der 57-jährige Pensionist soll zwischen 1990 und 2017 insgesamt neun unmündige Mädchen, also Kinder unter 14 Jahren, darunter auch sein eigenes Enkelkind, sexuell missbraucht haben. Konkret geht es dabei um versuchte Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch, Unzucht und sexuellen Missbrauch.

Bis zu zehn Jahren Haft

Wie Ulrike Koller als Opfervertreterin von vier Mädchen bestätigt, könne man davon ausgehen, dass derartige Vorfälle in der Kindheit teils schwerwiegende traumatische Folgen nach sich ziehen. Den Beschuldigten erwartet im Falle eines Schuldspruchs durch den Schöffensenat daher eine Haftstrafe in der Dauer von bis zu zehn Jahren.

Waffen im Haus entdeckt

Anlässlich einer Hausdurchsuchung entdeckten Beamte auch zahlreiche Waffen und jede Menge Munition sowie Devotionalien aus der NS-Zeit, etwa Schaufensterpuppen in SS-Uniformen und eine Hitlerbüste. Die Ermittlungen gegen den Pensionisten im Zusammenhang mit nationalsozialistischer Wiederbetätigung, die einen Geschworenenprozess nach sich gezogen hätten, wurden jedoch eingestellt, da dem Mann keinerlei propagandistische Tätigkeiten nachzuweisen sind und er daher nur als „Sammler“ gelte.

Für die aufgefundenen Bajonette und Dolche bestehe, laut Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Leopold Bien, keine Meldepflicht. Strafrechtlich relevant seien derartige Gegenstände nur bei einem aufrechten Waffenverbot. Anders verhalte es sich bei den sichergestellten Feuerwaffen und der Munition, für die der Ex-Politiker keine Bewilligung besaß.

Rechtsanwältin Ulrike Koller
Staatanwalt Leopold Bien

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