Bevölkerungsstatistik
So haben sich die Gemeinden im Bezirk Amstetten in 10 Jahren entwickelt

Die Grafik zeigt die Bevölkerungsentwicklung der Bezirke insgesamt. In Amstetten gab es im Vergleich zu 2019 ein Plus von 0,3 %.
  • Die Grafik zeigt die Bevölkerungsentwicklung der Bezirke insgesamt. In Amstetten gab es im Vergleich zu 2019 ein Plus von 0,3 %.
  • Foto: Statistik Austria
  • hochgeladen von Thomas Leitsberger

Während die Gemeinden an der Ost-West-Achse wachsen, verlieren die Orte im Ybbstal ihre Einwohner.– Hier finden Sie die Bevölkerungsentwicklung ihrer Gemeinde.

BEZIRK AMSTETTEN. Haag soll wachsen, aber "nicht zu schnell", sagt Bürgermeister Lukas Michlmayr. Schließlich gehe es auch darum, die neuen Gemeindebürger in die örtliche Gemeinschaft hineinzuführen, ins Vereinsleben einzugliedern. Aber auch die Strukturen müssten stets dem Zuzug angepasst werden – vom öffentlichen Verkehrsangebot über Kleinkindbetreuung und Bildungsangebot bis hin zu Freizeitangeboten. Aber bei allen Veränderungen und Anpassungen möchte man in Haag das "kleinstädtische Flair" erhalten, so der Ortschef. Was den Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung anbelangt, hätte jede Gemeinde eben ihre eigene "Philosophie", betont Michlmayr.

So wird Wohnraum geschaffen

Bei der Schaffung von neuem Wohnraum setzt man in der 5.640-Einwohner-Gemeinde auf drei Säulen. Das sind einerseits Bauparzellen für den Hausbau, andererseits auf günstig-leistbare Wohnungen sowie auf Wohnungen, die auch ins Eigentum übergehen können. Der Leerstand ist "fast bei null", so der Bürgermeister über das funktionierende Haager System des langsamen Wachstums.

Warum Haag anzieht

Haag zieht an. Das liegt einerseits an der günstigen Lage entlang der Ost-West-Achse, was das Pendeln begünstigt. Andererseits wurden aber auch in den vergangenen Jahren 250 neue Arbeitsplätze in der Gemeinde selbst geschaffen. Großes Thema sind auch die Preise für die Wohnraumschaffung. Die niedrigen Grundstückspreise locken vor allem Neubürger aus Oberösterreich an. Außerdem biete Haag eine "hervorragende Lebensqualität", so Michlmayr, der etwa auch auf das Kulturangebot oder den Tierpark verweist.

Wo der Bezirk wächst

Grundsätzlich gilt für den Bezirk Amstetten, der mit Jahresbeginn 116.517 Bewohner zählte (403 Personen mehr als 2019): Orte entlang der Ost-West-Achse und vor allem jene im Umfeld der Stadt wachsen – teilweise enorm (siehe Bezirk in Zahlen, links). Der Süden des Bezirks ist seit Jahren stark von Abwanderung betroffen. Zieht man die Zahlen der letzten Volkszählung 2011 mit dem aktuellen Einwohnerstand heran, gab es in sechs von 34 Gemeinden im Bezirk Amstetten und Waidhofen an der Ybbs einen Bevölkerungsrückgang. Mit Hollenstein, St. Georgen/Reith, Opponitz, Ybbsitz, Waidhofen und Sonntagberg liegen fünf davon im Ybbstal.

Maßnahmen im Ybbstal

Basierend auf den Ergebnissen eines Demografie-Checks wurden nun Maßnahmen entwickelt, um die Abwanderung junger Einheimischer in der Region Eisenstraße, welche u. a. besagte Abwanderungsgemeinden beinhalten, zu kompensieren.
Vorrangiges Ziel ist es, die Abwanderung in der Gruppe der 15- bis 40-jährigen Bewohner zu verringern und die Menschen durch gemeindeübergreifende Aktionen an die Region zu binden. „Einerseits setzen wir hier auf die physische Vernetzung, beispielsweise durch Veranstaltungen, ein Regionsmagazin oder geeignete Ansprechpartner, anderseits spielt auch die virtuelle Vernetzung in Form einer Plattform mit Job- und Wohnmöglichkeiten eine wichtige Rolle“, erklärt Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger.

Verbundenheit stärken

Zu diesem Zweck wurde etwa im Rahmen eines LEADER-Projekts die Initiative „Get the Most. Heimkommen und Ankommen“ ins Leben gerufen. Vordergründig geht es darum, mit jungen Menschen in Kontakt zu bleiben, auch wenn sie die Region temporär verlassen haben. „Es geht darum, die jungen Einheimischen für das Mostviertel zu begeistern und das Verbundenheitsgefühl zu stärken. Mit dem LEADER-Projekt der Eisenstraße und der Initiative ‚Get the Most‘ haben wir hierfür ein optimales Werkzeug in der Hand, das auch für andere Regionen beispielgebend sein kann“, meint Wirtschafts- und Tourismus-Landesrätin Petra Bohuslav.
"Der ländliche Raum muss für die jungen Einheimischen weiter attraktiviert werden", so die Landesrätin.

So hat sich die Bevölkerungszahl seit 2011 verändert:

1. Oed-Öhling +14,1 %
2. Winklarn +13,9 %
3. Wolfsbach +11,2 %
4. Ferschnitz +9,9 %
5. Kematen +7,1 %

6. Allhartsberg +7,0 %
7. Zeillern +6,6 %
8. Euratsfeld +5,8 %
9. Behamberg +5,6 %
10. Seitenstetten +5,4 %
11. Ennsdorf +5,3 %
12. Ardagger +5,0 %
13. Viehdorf +4,8 %
14. Neuhofen +4,5 %
14. Aschbach +4,5 %
16. Haag +4,3 %
17. Amstetten +4,2 %
17. Haidershofen +4,2 %
19. Weistrach +3,6 %
19. St. Georgen/Y. +3,6 %
19. Strengberg +3,6 %
22. St. Pantaleon-Erla +3,5 %
23. St. Peter/Au +3,4 %
24. Ernsthofen +3,3 %
24. Biberbach +3,3 %
26. Neustadtl +2,9 %
27. Wallsee-Sindelburg +1,9 %
28. St. Valentin +0,9 %
29. Sonntagberg –1,0 %
30. Waidhofen –2,0 %
31. Hollenstein –2,5 %
32. Ertl –2,6 %
33. St. Georgen/R. –5,9 %
34. Ybbsitz –6,0 %
35. Opponitz –9,7 %

Verglichen werden die Zahlen der Volkszählung 2011 mit aktuellen Einwohnerzahlen (Stand 1.1.2020). Quelle: Statistik Austria

Autor:

Thomas Leitsberger aus Amstetten

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