Historische Bilder
So sah die Ybbs "damals" aus

Ein Blick ins Jahr 1901: Hier wird gerade die Allersdorfer Brücke über die Ybbs in Amstetten gebaut.
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  • Ein Blick ins Jahr 1901: Hier wird gerade die Allersdorfer Brücke über die Ybbs in Amstetten gebaut.
  • Foto: Stadtarchiv Amstetten
  • hochgeladen von Thomas Leitsberger

Kraftwerke, Mühlen, hölzerne Riesenschlangen: So stark hat sich die Ybbs über die Jahrhunderte verändert.

BEZIRK AMSTETTEN. Auf ein paar Metern Schienen steht in Hollenstein der letzte Waggon der Ybbstalbahn. Der "Zeitreisewaggon" erinnert an ein anderes Ybbstal. Heute tummeln sich auf der alten Trasse bis zu 50.000 Radler pro Saison – der Ybbstalradweg gilt als Erfolgs- und Vorzeigeprojekt. Fest steht, er lockt die Besucher flussaufwärts in Richtung des ursprünglichen Charakters der Ybbs. Ab dem 19. Jahrhundert fanden umfangreiche Regulierungsmaßnahmen statt, welche das Erscheinungsbild des Flusses nachhaltig verändert haben.

Erst in den vergangenen Jahren wurden Teile "renaturiert", etwa in der Stadt Amstetten. Hammerwerke, Schleifmühlen und ab der Wende zum 20. Jahrhundert auch Kraftwerke nutzen die Energie des Flusses. Heute unvorstellbar sind vor allem die Flößer, die auf der Ybbs ihrer Arbeit nachgingen.

Riesenfloße auf der Ybbs

"Die Dampfsägestraße in Amstetten ist das Einzige, was heute noch daran erinnert", erzählt der langjährige Amstettner Archivar Josef Plaimer von der Blütezeit der Flößerei von 1866 bis 1881 auf der Ybbs. In riesige Schlangen mit bis zu 32 Stämmen hintereinander und 25 Stämmen und mehr nebeneinander wurden die Bäume zusammengebunden und flussabwärts getrieben. "Der größte Teil ist in Amstetten verarbeitet worden", erklärt Plaimer. Aber auch weiter bis zur Donau wurden die Stämme gebracht. Die Flößerei machte massive Eingriffe in den Fluss nötig, um den Fluss passierbar zu machen. Teuer kam auch der Umbau bestehender Wehre. Über jede Anlage brauchte man eine Rutsche. Die Stämme darüberzubringen, "war die große Kunst der Flößer", so Plaimer. Zwei Tage brauchte man von Waidhofen nach Amstetten.

Historischer Bericht: Das schrieb "damals" die Zeitung über den Kraftwerksbau im Ybbstal

1900 bis 1901 wurde das Elektrizitätswerk im Amstettner Ortsteil Allersdorf errichtet. Am Tag der Inbetriebnahme des Werkes waren in Amstetten 2.800 Glüh­­­lampen installiert, wissen die Stadtwerke Amstetten zu berichten. Pläne, die Kraft der Ybbs zu nutzen, gab es immer wieder – manche wurden wieder verworfen, andere wiederum umgesetzt. Von (damals) neuen Plänen die Wasserkraft zu nutzen, weiß auch das Amstettner Wochenblatt vor 100 Jahren zu berichten: "Eine behördliche Kommission beschäftigte sich mit der ... elektrischen Kraftanlage zum Betriebe der Ybbstalbahn. Die Ybbs soll bei St. Georgen am Reith gestaut und in einem etwa 6 km langen Stollen durch den 1404 m hohen Bauernboden nach Opponitz geleitet werden, wo unterhalb des Sägewerks des Herrn Reicheicher die Turbinenanlagen gebaut werden. Leider mangelt es derzeit an Lebensmitteln für die Arbeiterschaft und kann der Stollendurchschlag erst im Frühjahre in Angriff genommen werden. Der Lauf der Ybbs wird von 25 km auf 8 km gekürzt, wodurch ein starkes Gefälle erzielt wird. Das jetzige Elektrizitätswerk Hengsberger-Burda erweist sich als Lichtanlage schon zu klein."

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Autor:

Thomas Leitsberger aus Amstetten

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