Urteil für "Beißer" nach Schlägerei in Amstetten

Opfervertreterin Elisabeth Januschkowetz.
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BEZIRK AMSTETTEN. International besetzt war die Anklagebank am Landesgericht St. Pölten im Prozess gegen einen 27-jährigen Ungar, einen 29-jährigen Rumänen und einen 38-jährigen Bulgaren, denen die Staatsanwaltschaft unter anderem mehrere Körperverletzungsdelikte zur Last legte.

Urteile für Angeklagte

Während der Bulgare mit Hilfe von Verteidiger Martin Brandstetter als Opfer der beiden Mitangeklagten anerkannt wurde und mit einem Freispruch den Gerichtssaal verließ, kassierte der einschlägig vorbestrafte Ungar eine unbedingte Haftstrafe von sechs Monaten.
Während der anschließenden Probezeit, die der Richter auf fünf Jahre verlängerte, erhielt er die Weisung für ein Antigewalttraining und Bewährungshilfe.

Schlägerei in Amstetten

Gemeinsam mit seinem rumänischen Freund war er an einer Schlägerei in Amstetten Ende April 2017 beteiligt, bei der der Bulgare eine Gehirnerschütterung und Prellungen erlitt.
Am 8. Oktober 2017 trug ein weiteres Opfer des Ungarn eine Riss-quetschwunde, eine abgebrochene Zahnkrone sowie mehrere Prellungen und Bisswunden davon, als der Angeklagte in Bergland gemeinsam mit seinem Bruder abermals die Fäuste sprechen ließ. Bereits 2015 wurde er verurteilt, weil er unter anderem einen Kontrahenten so heftig in die Unterlippe gebissen hatte, dass diesem aufgrund von Dauerschäden 3.400 Euro zugesprochen wurden. Diesmal konnten dem 27-Jährigen die Bisswunden des Opfers nicht eindeutig zugeordnet werden.

Betrug mit Ehefrau

Nicht zuletzt lastete man dem Ungar noch einen Betrugsversuch an: Gemeinsam mit seiner Ehefrau legte er Ende Dezember 2017 in einem Geschäft ein teureres Paar Schuhe in eine Schachtel für wesentlich günstigere und versuchte so, billig davonzukommen.

Rumäne ist geständig

Für den unbescholtenen und umfassend geständigen Rumänen endete der Prozess mit einer Diversion in Form einer Geldbuße in Höhe von 30 Tagessätzen zu je hundert Euro. Er gestand unter anderem, einer Bekannten ein Handy entrissen zu haben, wobei diese einen Sehnenriss am Finger erlitt. Opfervertreterin Elisabeth Januschkowetz wurde dafür Schadenersatz in Höhe von 1.320 Euro für ihre Mandantin zugesprochen. Insgesamt muss der Rumäne rund 9.000 Euro für sein unkontrolliertes Verhalten bezahlen, zumal auch an einem Audi A4 in Bergland ein Schaden entstand, als er seiner Freundin eine Flasche nachwarf und dabei das Fahrzeug eines Unbeteiligten erwischte.

Opfervertreterin Elisabeth Januschkowetz.
Verteidiger Martin Brandstetter im Landesgericht.

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