Waidhofner suchen den Friedhof der Zukunft

Stadtrat Franz Sommer, Ludwig Schörghofer (beide Friedhofswarte in Waidhofen), Bürgermeiser Werner Krammer, Bürgermeister (Prinzersdorf) Rudolf Schütz, Stadtrat Fritz Hintsteiner, Architekt Ernst Beneder.
  • Stadtrat Franz Sommer, Ludwig Schörghofer (beide Friedhofswarte in Waidhofen), Bürgermeiser Werner Krammer, Bürgermeister (Prinzersdorf) Rudolf Schütz, Stadtrat Fritz Hintsteiner, Architekt Ernst Beneder.
  • Foto: Stadt WY
  • hochgeladen von Thomas Leitsberger

Für Inspirationen begab sich Bürgermeister Werner Krammer auf Friedhofstour durch das Land.

WAIDHOFEN. Friedhöfe sind seit jeher Orte des Gedenkens wie auch Zeugnisse der Kulturgeschichte einer Region. Jede Gemeinde hat das Bedürfnis, ihren Toten Respekt zu erweisen und den Hinterbliebenen einen Ort für ihre Trauer zu geben.
"Wir beschäftigen uns derzeit intensiv mit der Gestaltung unseres Friedhofes. Auch diese Kultur befindet sich in einem Umbruch, und es wird immer öfter die Frage nach dem Friedhof der Zukunft gestellt", erklärt Bürgermeister Werner Krammer.

Der Friedhof der Zukunft

"Die Trends reichen von unterschiedlichen Formen der Naturbestattung bis hin zu Themenfriedhöfen“, berichtet der Ortschef. Dieser begab sich gemeinsam mit den Friedhofswarten Stadtrat Franz Sommer und Ludwig Schörghofer sowie Stadtgärtner Jan Michael Fabian und Umwelt-Stadtrat Fritz Hintsteiner auf eine "inspirierende Reise" durch die Friedhofslandschaft in NÖ.

Die Inputs der Reise

Besichtigt wurden unter anderem die Friedhöfe in Zwentendorf und Prinzersdorf. "Wir haben in puncto Bepflanzung, Schattierungen, Gräberanordnung und Themengestaltung viele neue Inputs gesammelt, die wir sicher auch in Zukunft bei der Gestaltung unseres Friedhofes gut einfließen lassen können“, so Stadtgärtner Fabian.

Für Scheintote im Ybbstal

Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren viel verändert. In Amstetten gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit einer Baumbestattung. Auch wenn diese Begräbnisform ungewohnt erscheint, ein Blick zurück zeigt ganz andere Bestattungstrends. So ist im Boten von der Ybbs in der Ausgabe Nr. 6 vom 12. März 1887 über ein Hilfsmittel für Scheintote zu lesen.

Alarm auf dem Friedhof

"Man macht heutzutage nicht bloß für die Lebenden, sondern bereits für die Todten neue Erfindungen. So hat der Wiener Fabrikant von Metallsärgen, K. Redl, einen Apparat zusammengestellt, welcher den ... Scheintodten wieder heraushelfen soll", steht im Boten von der Ybbs.
"Herr Redl bringt im Sargdeckel einen Ausschnitt an, in welchem, sobald der Sarg in die Grube gesenkt ist, eine Röhre mit hermetischem Verschluss eingesetzt wird. Das aus dem Grabhügel hervorragende Ende der Röhre steht durch einen zweiten Verschluß mit seiner kleinen elektrischen Alarmglocke in Verbindung ... die zugleich einen Schmuck des Grabes bildet. Im Inneren des Sarges ist ein Draht dem Todten oder Scheintodten um die Hand gewunden, daß eine Bewegung der Hand alsbald die Oeffnung der beiden Verschlußplatten bewirkt, dadurch dem Begrabenen frische Luft in hinreichender Menge zugeführt wird und zugleich die elektrische Alarmglocke in Bewegung setzt, welche ein anhaltendes, weit hörbares Signal gibt."

Das Fazit für den Boten von der Ybbs: "Für diejenigen, welche sich fürchten, lebendig begraben zu werden, kann durch diese gewiß beachtenswerthe Erfindung auf diese Art eine bequeme weitere Verbindung mit der Oberwelt ermöglicht werden."

Autor:

Thomas Leitsberger aus Amstetten

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