Selbsttest: 140 km/h auf der Autobahn

Busunternehmer Richard Brandstetter kennt nicht nur die heimischen Autobahnen und hat eine klare Meinung.
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  • Foto: Brandstetter
  • hochgeladen von Thomas Leitsberger

BEZIRK AMSTETTEN. "Wir versuchen einfach Maßnahmen zu setzen, den Verkehr flüssiger zu gestalten, das aber verantwortungsvoll und vorsichtig. Deshalb auch dieser Testbetrieb mit 140 km/h", erklärt Verkehrsminister Nobert Hofer (FPÖ) zu einer Erhöhung des Tempolimits auf Autobahnen. Ein Zeitplan steht zwar noch nicht fest.

Der Selbsttest auf der A1

Die BEZIRKSBLÄTTER haben vorab einen Selbsttest durchgeführt. Mit konstant 130 km/h fuhr BEZIRKSBLÄTTER-Redakteurin Eva Dietl-Schuller von Amstetten nach Wien. Immerhin 78 mal, davon 17 mal im Abschnitt Amstetten–Ybbs, wurde sie bei schlechter Witterung und geringem Verkehrsaufkommen von schneller fahrenden Autos überholt.

Vorstellbar bis Populismus

Der Bezirk ist geteilter Meinung. Für "gut vorstellbar", weil sich "sowieso viele nicht daran halten", hält Ertls vielfahrender Ortschef Josef Forster (ÖVP) den Vorschlag.
"Das ist reiner Populismus", erklärt der grüne Waidhofner Gemeinderat Matthias Plankenbichler. "Mit 140 Stundenkilometern bin ich auch nicht viel schneller am Ziel", sagt Plankenbichler.

"Sehe kein Problem"

"Ich verstehe die Aufregung nicht", erklärt Brigitte Kashofer, Verkehrsstadträtin (FPÖ) in der Stadt Amstetten. Schließlich würde es in Deutschland, wo es keine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen gibt, auch funktionieren. "Ich sehe kein Problem", sagt sie, die Autobahnen müssten eben entsprechend ausgebaut sein.
Die falsche Priorität ortet hingegen Gerd Böhm vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband. Nicht ein Tempolimit, sondern der Ausbau der Infrastruktur sollten im Sinne der heimischen Wirtschaft diskutiert werden.

Sicherheit muss garantiert sein

"Das ist ja keine fixe Geschwindigkeitsbeschränkung, aber wenn jetzt zum Beispiel bestes Wetter wäre, die Spuren frei sind, wenig Verkehr, dann könnte man leicht auf 140 km/h anheben", ergänzt Hofer.

Eine Anhebung wird nur bei "optimalen Bedingungen möglich sein", weshalb es wohl einer "situationsangepassten elektronischen Anzeige mittels Wechselverkehrszeichen bedarf", so Gerhard Prantner, Stützpunktleiter der ÖAMTC-Dienststelle Amstetten, und führt weiter aus: „Damit ist aber auch zu erwarten, dass es auf den betreffenden Strecken mitunter auch zu Herabsetzungen des Tempolimits unter 130 kommen wird.“ Das könnte etwa bei schlechter Witterung und hohem Verkehrsaufkommen der Fall sein, so die Asfinag.

Ein großer Unterschied

Auswirkungen hat eine Tempoerhöhung jedenfalls auf alle Verkehrsteilnehmer, nicht nur auf jene, die dies ausnutzen würden. "Ich finde, es stellt generell ein höheres Sicherheitsrisiko dar", erklärt Busunternehmer Richard Brandstetter aus Oed.
"Außerdem macht es beim Spurwechseln schon einen großen Unterschied, ob sich Autos mit 130 km/h oder mit 140 km/h nähern", weiß Brandstetter aus langjähriger Erfahrung.

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