Sie nannten ihn „Carlo“

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Nach einem etwas ruppigen Flug in einer winzigen Maschine und einer noch wilderen Taxifahrt ins Zentrum von Rom ist es soweit. Ein paar Schritte trennen mich von Bud Spencer, dem Helden meiner Kindheit. Gemeinsam mit Thomas Hönigsperger, dem ultimativen Bud-Fan aus Pottenstein im Bezirk Baden, bin ich nach Italien geflogen, um dem großen Mann ein paar Fragen zu stellen.

Nur wegen dem alten Mann

Während der relativ kurzen Planung zu dieser Pilgerreise erntete ich einerseits Neid, andererseits Unverständnis. „Wie kannst du nach Rom fahren, eine Stadt voller Geschichte, und das Einzige was dich interessiert, ist dieser alte Mann?“ Wer Bud Spencer gegenübergesessen und mit ihm gesprochen hat, der wird so etwas nicht mehr fragen. Carlo Pedersoli, wie der Schauspieler mit richtigem Namen heißt, ist selbst ein wandelndes Geschichtsbuch.
„Guten Tag. Bitte kommen Sie herein.“ Wir werden in fast akzentfreiem Deutsch begrüßt und nehmen in bequemen Ledersesseln Platz, während Bud an einem DVD-Player herumhantiert. „Ich spiele Euch mein neuestes Lied vor, wenn ihr es hören wollt. Ich singe in französisch.“ Noch ehe wir antworten können, ertönt auch schon ein leises, melancholisches und wunderschönes Chanson in französischer Sprache. Gesungen von einem Mann jenseits der 80 mit einem unglaublich kräftigen Bass.

Nennt mich einfach Carlo

Mitten im Lied drückt er auf Stop und es wird mucksmäuschenstill im Raum. Bud dreht sich auf seinem Sessel wieder zu uns und lächelt. „Wollt ihr einen Kaffee?“ Gerne, Mr. Spencer. Oder doch Signore Pedersoli? „Nennt mich einfach Carlo. Das genügt.“ Während Nelly, seine Sekretärin seit fast 50 Jahren, uns mit Kaffee und Wasser versorgt, beginnt Carlo zu erzählen. In den 1950ern wurde er in Wien europäischer Meister im Freistilschwimmen. Er besuchte Niederösterreich viele Male und freut sich immer wieder, wenn ihn Briefe aus allen Teilen Österreichs erreichen. „Bis heute kommt täglich Post aus Österreich. Ich liebe Euer Land, seine Leute und vor allem bin ich Euch ewig für das Wiener Schnitzel dankbar.“

Neue Plattfuß-Reihe ab 2012

Über eine Stunde erzählt er uns von seinen Erlebnissen in Österreich, seinen Schwimm-erfolgen, seinen Filmen und den Plänen für die Zukunft. „In den nächsten zwei Jahren werde ich zehn neue „Plattfuß“-Teile drehen.“ Mit Terence Hill hat er einmal gemeinsam in Niederös-terreich Schnitzel gespeist. Sein Freund Terence besucht ihn übrigens bis heute zum Spaghetti-Essen. „Ich muss ihn dauernd einladen. Seine Frau kann überhaupt nicht kochen.“ In fast perfektem Deutsch fährt er fort: „Ich habe ein Jahr eure Sprache studiert, aber ich habe alles vergessen. Ich konnte sogar in gotischer Schrift schreiben.“ Ein wenig nachdenklich fügt er hinzu: „Heute geht das alles nicht mehr.“ Wann war er das letzte Mal in Österreich? „Ich bin sehr oft bei euch zu Besuch. Das letzte Mal war 2009. Ich habe außerhalb von Wien ein klassisches Konzert besucht. Aber ... ich habe total vergessen, wo das war.“ Er grinst und zieht eine Grimasse. Nach dem offiziellen Ende der Interviewzeit nimmt sich Carlo noch viel Zeit um Autogramme zu geben und Fotos mit uns zu machen. Schließlich verabschiedet er sich mit den Worten: „Wenn ihr wieder in Rom seid, schaut einfach rein. Carlo ist hier.“ Schelmisch zwinkert er mit einem Auge und lächelt gütig.

Ja, nur wegen dem alten Mann. Und zwar jederzeit wieder.

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Im Anschluss sehen Sie einen Auszug aus dem Interview. Viel Vergnügen.

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