27.06.2017, 15:24 Uhr

Amstettner Opa hortete über 800 Kinderpornos

Staatsanwalt Patrick Hinterleitner (Foto: Probst)
BEZIRK AMSTETTEN. „Erst durch Leute wie Sie gibt es dafür auch einen Markt“, rügte der St. Pöltner Staatsanwalt Patrick Hinterleitner einen 78-jährigen Pensionisten aus dem Bezirk Amstetten, den er mit dem Vorwurf konfrontierte, 800 Bilder und 37 Videodateien von pornografischen Darstellungen Minderjähriger auf seinem PC und seinem Handy gespeichert und teilweise weitergeleitet zu haben.

Aus Langeweile geschaut

Er habe nicht gewusst, dass das strafbar sei, behauptete der Angeklagte im Prozess. „Ich interessiere mich überhaupt nicht für Kinderpornos und habe mir das nur angeschaut, weil mir fad war“, ergänzte er und meinte, dass er nicht wisse, wer ihm die Dateien geschickt habe. Er habe die Sachen nur angeklickt, dann habe er sie angesehen.
„Ich war so dumm, dass ich das gespeichert habe“, und, so der erhebende Beamte, auch in einem eigenen Ordner angelegt.

"Nicht gewusst, dass das verboten ist"

Eine Videodatei spielte der Beschuldigte vom PC auf sein Handy und schickte etwa am 3. September vergangenen Jahres 15 Bilddateien weiter.
Das bestritt der Pensionist. Ein anderer habe seine Zugangsdaten verwendet und sei für einige Vorgänge in diesem Zusammenhang verantwortlich, er selbst kenne sich da gar nicht so aus, versuchte der 78-Jährige seinen Schuldanteil zu minimieren.

„Haben Sie sich angeschaut, was mit den Kindern passiert?“, fragte Richterin Doris Wais-Pfeffer. „Ja, aber ich habe nicht gewusst, dass das verboten ist“, reizte er die Richterin, die meinte: „Da braucht man sich die Fotos nur anschauen und es wird einem schon schlecht!“ „Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie diese Fotos entstehen?“ Diese Gewissensfrage beantwortete der Angeklagte mit „Nein“.

Geld- und Bewährungsstrafe

„Das ist haarsträubend“, kommentierte Wais-Pfeffer die Verantwortung des Mannes. Sie verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu, seinem Einkommen entsprechend, je 18 Euro (120 Tage Ersatzfreiheitsstrafe), sowie zu einer Bewährungsstrafe im Ausmaß von sieben Monaten (3 Jahre Probezeit). Alle Datenträger, wie PC und Handy, werden konfisziert. Sowohl der Pensionist, als auch der Staatsanwalt waren mit dem Urteil einverstanden.
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