20.12.2017, 09:53 Uhr

„Kann sein, dass ich gesagt habe, dass ich ihm eine reinhauen könnte“

Richter Slawomir Wiaderek (Foto: Probst)
BEZIRK AMSTETTEN. Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ihren Ehemann, der Anfang Dezember 2017 unter anderem wegen der Bestimmung zum Doppelmord nicht rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilt worden war, rückte dessen Ehefrau ins Visier der Polizei.

Am Landesgericht St. Pölten musste sich die 48-Jährige aus dem Bezirk Amstetten nun den Vorwürfen von Staatsanwältin Christiana Burkheiser stellen.

"Nicht schuldig"

„Ich bekenne mich nicht schuldig“, erklärte die Akademikerin bereits zu Beginn der Verhandlung. Einerseits konfrontierte Richter Slawomir Wiaderek die Beschuldigte mit einer versuchten Bestimmung zur Körperverletzung, andererseits soll sie falsch ausgesagt und eine mit Strafe bedrohte Handlung vorgetäuscht haben.

Ein Zeuge, der zum aktuellen Prozess nicht erschien, sagte 2016 unter Wahrheitspflicht aus, dass die Angeklagte ihn aufgefordert habe, einem Mann, auf den sie extrem wütend gewesen sei, „eine auf die Fresse zu hauen“.

„Kann sein, dass ich gesagt habe, dass ich ihm eine reinhauen könnte“, verteidigte sich die 48-Jährige, sie habe den Zeugen jedoch sicher nicht aufgefordert, dem Mann eine Abreibung zu verpassen.

Angeklagte verweigert Fingerabdrücke

Bei der mutmaßlichen Falschaussage ging es um eine Telefonnummer, die sie als „unbekannt“ angab, obwohl sie vor ihrer Einvernahme 15 Mal diese Nummer gewählt hatte. Genau diese Nummer war, so wie ihre eigene, in einem Brief angeführt, der in einer Zeitungsredaktion einging. Dem Inhalt nach habe der Briefeschreiber ein Gespräch mitbekommen, in dem es um die Tötung der 46-Jährigen ging.

In ihrer Einvernahme als mögliches Opfer zeigte die Frau zwei SMS-Nachrichten, die sie für die Beamten ausdruckte. Das Handy selbst gab sie nicht aus der Hand und ihre Fingerabdrücke für einen Vergleich mit Spuren auf dem Brief verweigerte sie.

Sie kenne die Person hinter der mysteriösen Nummer tatsächlich nicht, habe jedoch mehrfach vergeblich versucht, diese zu kontaktieren. Ihre Fingerabdrücke wollte sie zu diesem Zeitpunkt nicht abgeben, da sie genug Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen in ihrem Betrieb hatte, nachdem dort Drogen gefunden wurden.

Jetzt sei sie allerdings dazu bereit. In der Folge vertagte Wiaderek den Prozess.
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