30.11.2016, 12:56 Uhr

Seuche: Parasit tötet Fische in der Ybbs

Mysteriöser Forellentod: Parasitenbefall in der Ybbs könnte Auslöser des Fischsterbens sein.

BEZIRK AMSTETTEN. Hat es früher in der Ybbs unterhalb Waidhofens nur von Bachforellen gewimmelt, sind diese dort nun kaum mehr zu finden, erklärt Leopold Hochpöchler, Obmann des Vereins "Rettet die Ybbsäsche".
Der Bachforellenbestand ist in den letzten fünf Jahren um 75 Prozent geschrumpft.

Die Ybbs unter der Lupe

Auf Initiative des Vereins "Rettet die Ybbsäsche" und unter Mithilfe der Universität für Bodenkultur sowie der Universität für Veterinärmedizin wurde die Ybbs im August in ihrem fast gesamten Verlauf unter die Lupe genommen. Erste Ergebnisse der Untersuchung von über 80 Bachforellen und anderen Fischarten wurden nun präsentiert.

Parasiten in der Ybbs

Dabei wurde der Ausbruch der durch Parasiten hervorgerufenen Fischkrankheit PKD (Proliferative Nierenkrankheit) festgestellt. Schon unterhalb des Zusammenflusses der Ois mit dem unteren Lunzer Seebach konnte der Erreger in den gefangenen Bachforellen festgestellt werden.

Wie der Parasit in die Ybbs gelangte, lässt sich nicht mehr feststellen – mögliche Ursachen wären Besatz aus einem anderen Flusssystem oder Wasservögel, so Hochpöchler.

Kranke Fische im Fluss

PKD ist eine parasitäre Erkrankung, welche bei Temperaturen über 15 Grad speziell bei Bachforellen und Bachsaiblingen ausbricht. Aber auch Regenbogenforelle und Äsche können an dieser Seuche erkranken. In Göstling wurden bei einer dreijährigen Studie Wassertemperaturen von bis zu 20 Grad gemessen.

Krankheit verbreitet sich

Ein weiteres Problem ist, dass betroffene Fische auch als Zwischenwirt dienen können und somit zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Vermeintlich gesunde, eingesetzte Bachforellen aus Fischzuchten erkranken innerhalb kürzester Zeit an den im Wasser befindlichen Sporen und verenden Großteils innerhalb weniger Wochen.

Stressfaktoren wie Baggerungen, erhöhte Wassertemperaturen und besonders durch langsam fließende Staubereiche schwächen speziell die jungen Fische und steigern somit die Anfälligkeit auf Erkrankungen.

Menschen: Keine direkte Gefahr

Die Krankheit ist weder durch das Schwimmen im Fluss oder durch den Verzehr von Fischen direkt auf den Menschen übertragbar, beruhigt Hochpöchler. Um die Seuche allerdings nicht noch mehr zu verbreiten, sollten sich etwa Angler oder Kanuten ihre Gerätschaften stets desinfizieren, damit noch nicht befallende Bereiche geschützt werden.

Die komplette Studie liegt im März vor, erklärt Hochpöchler. Mit den Ergebnissen in der Hand müsse man Strategien entwickeln, wie man dem Problem begegnet, so der Obmann.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.