22.03.2017, 12:16 Uhr

Tipps der Profis: So kann jeder bei der Rettung der Bienen helfen

(Foto: Die Garten Tulln)

"Natur im Garten" gibt Tipps für Ihren Naturgarten.

BEZIRK AMSTETTEN. Freuen Sie sich schon auf den Frühling? Dann nutzen Sie die Zeit, um den Wildbienen ein Hotel zu bauen und sie so mit einer Unterkunft zur Aufzucht ihrer Brut zu unterstützen.

Wichtig sind vor allem der richtige Standort und die passende Befüllung. Die Größe des Hotels können Sie an Ihre Platzverhältnisse anpassen: so ist bereits eine kleine Nützlingsunterkunft am Balkon eine Hilfe für unsere Tierwelt.

Achten Sie auch auf genügend blühende Pflanzen in der Umgebung des „Hotels“, damit die Insekten Nahrung finden.

Bienen sind bedrohte Art

Nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen sind zusehends bedroht. In Mitteleuropa gibt es über 700 Arten, von denen viele selten geworden sind und auf der Roten Liste stehen. Viele Wildbienenarten brauchen Niströhren, wie hohle Pflanzenstängel oder verlassene Käferfraßgänge in alten Bäumen. Sie spielen als Bestäuber in der Garten- und Kulturlandschaft eine wichtige Rolle und fliegen bereits bei niedrigeren Temperaturen aus als die Honigbienen.

Wildbienen und andere Bewohner des Nützlingshotels lieben es sonnig und warm. Stellen Sie daher Ihr Nützlingshotel süd- oder südostexponiert und regengeschützt auf. Ein halber Meter Abstand vom Boden schützt vor Spritzwasser und beschattender Vegetation. Optimal sind Standorte unter Vordächern, an Hauswänden, auf Balkonen oder Terrassen.

„Die Unterkünfte müssen auf alle Fälle wetterfest sein, denn die Bienen mögen es nicht, wenn die Brutgänge feucht sind. Die Kälte im Winter ist hingegen kein Problem, ein Nützlingshotel sollte auf jeden Fall im Winter draußen belassen werden“, erklärt Katja Batakovic, Fachliche Leitung von „Natur im Garten“.

Für Nahrung im Garten sorgen

Wildbienen und andere Insekten brauchen nicht nur einen geeigneten Unterschlupf, sondern auch Nahrung in Form eines ausreichenden Blütenangebots im Garten, wobei aber nur ungefüllte Blumen Nektar und Pollen bieten. Zahlreiche Bienenarten sind zudem sehr spezifisch an bestimmte heimische Pflanzen gebunden. Daher findet man die größte Vielfalt in naturnahen und abwechslungsreichen Gärten. Bienenfreundinnen und Bienenfreunde verzichten natürlich auf Insektizide.

Wer sich langsam an den Bau eines Nützlingshotels herantasten möchte, der beginnt am besten mit einem Dosenhotel: In eine saubere Konservendose werden gebündelte Schilfhalme gesteckt. Eine ein Zentimeter hohe Schicht Gips am Boden der Dose verhindert, dass die Halme hinausrutschen. Die Dose kann nach Belieben dekoriert und an passenden Stellen aufgehängt werden.

Tipp: Erneuerung der Befüllung?

Wildbienen besiedeln das Nützlingshotel jahrelang, ohne dass wir etwas dazu tun müssten. Auf gar keinen Fall sollten Sie die Röhren aufbohren und säubern, denn dadurch würden Sie die Brut der Nützlinge töten. Lediglich einzelne morsche Holzstücke oder Pflanzenstängel sollten im Frühjahr bei Bedarf durch neue ersetzt werden.


Eine detaillierte Information und Bauanleitung finden Sie auf www.naturimgarten.at/fachwissen
 
Eine Videoanleitung finden Sie hier.
 
Eine allgemeine Erklärung zu Nützlingshotels finden Sie auf hier.

Hier geht es zum Beratungsstandort von Natur im Garten in Waidhofen.


Hier geht es zum vorherigen Tipp der Profis.

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