05.09.2016, 14:47 Uhr

Wenn Urlaubsreisen zu Horror-Fahrten werden

(Foto: Datawrapper)

Autobahn: Hitze und lange Fahrten führen zu Stress, Unkonzentriertheit und Unfällen unter Amstettens Lenkern.

BEZIRK AMSTETTEN. "Man muss immer vorausschauend fahren", sagt Johannes Kriener. Als Autoverkäufer in Amstetten muss er wissen, wovon er spricht. Doch beim Auffahrunfall, dem er nur knapp auf der Autobahn entgangen ist, hilft auch "vorausschauen" nichts.

Drängler sind am schlimmsten

"Eigentlich hat es schon seitlich von uns angefangen", erzählt er vom Horrorerlebnis beim Kroatienurlaub. Ihm, seiner Familie und dem Wohnwagen ist nichts passiert. Letzterer hatte allerdings bei einer Mautstelle weniger Glück. "Die sind viel zu eng gebaut", erzählt er von einem ärgerlichen Kratzer.

Eine Online-Umfrage der BEZIRKSBLÄTTER zeigt, für knapp 36 Prozent gehören "Drängler" zu den unangenehmsten Situationen auf Autobahnen. Horror auf der Autobahn sind zudem in weiterer Folge "Zweite-Spur-Fahrer", Geisterfahrer und Unfälle, Staus und Rechtsüberholer.

Mehr Einsätze auf der Autobahn

Heuer "merkbar" öfters war das Amstettner Rote Kreuz auf der Autobahn unterwegs, berichtet Bezirksstellenleiter Andreas Teufel. Neben Unfällen wurden die Sanitäter auf die Autobahnparkplätze etwa wegen Übelkeit oder Kreislaufproblemen gerufen.

Auf lange Reisen vorbereiten

Verhältnismäßig "wenig los" war auf der Autobahn hingegen für die Bezirksfeuerwehren, berichtet Philipp Gutlederer. Während es im Melker Nachbarbezirk des Öfteren krachte, blieb unser Bezirk von Gröberem verschont. Ein Grund vor allem für weniger Lkw-Unfälle und Kraneinsätze sei durchaus auch die Lkw-Kontrollstelle bei Strengberg. Die Fahrer würden sich dadurch etwa mehr an die Ruhezeiten halten.

Ein Auge nach hinten gerichtet

Ein Autofahrer ist in das stehende Pannenfahrzeug reingefahren, erzählt Amstettens ÖAMTC-Stützpunktleiter Gerhard Prantner von einem Kollegen auf der Südautobahn. "Absicherung ist das Wichtigste", sagt er, "ein Auge muss immer nach hinten gerichtet sein." Kommt es zu Panneneinsätzen, müssen Menschen und Fahrzeug schnellstmöglich aus der Gefahrenzone Autobahn gebracht werden. Lange Fahrten, Hitze, lange Staus erhöhen den Stressfaktor und führen zu Unkonzentriertheit. Regelmäßige Pausen, angenehmes Klima im Fahrzeug und das Trinken von viel Flüssigkeit sei wesentlich, raten daher Prantner und Gutlederer.

Die Bilanz auf der Autobahn im Bezirk Amstetten

69 Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich 2015 auf der Westautobahn im Bezirk Amstetten. Die Ferienmonate liegen mit insgesamt 11 Unfällen im Durchschnitt.

Der gefährlichste Monat ist mit 10 Unfällen der Februar. Die meisten Unfälle geschahen 2015 sonntags (14) und montags (15). Die gefährlichste Zeit ist zwischen 15 und 18 Uhr.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.