28.01.2018, 11:44 Uhr

Alle Wahlergebnisse aus Amstetten: Hinterholzer und Kasser ziehen in Landtag ein

Freude bei der ÖVP ...

Der Bezirk Amstetten hat gewählt. Hier gibt es alle Ergebnisse der Gemeinden und die Statements der Beteiligten.

BEZIRK AMSTETTEN.



ÖVP bleibt die Nr. 1 im Bezirk

Die ÖVP bleibt klar die Nummer 1 im Bezirk Amstetten. Mit 52,50 % (- 0,87 %) hält die Volkspartei die anderen Parteien (SPÖ: 23,36 % (+ 2,77 %), FPÖ: 14,09 % (+6,07) , Grüne: 5,32 % (- 1,98 %), NEOS: 4,41 % (n.a.)) auf Distanz.  Dennoch verliert die Partei in 22 Gemeinden im Bezirk. Besonders starke Verluste erleidet die Partei in Ennsdorf (- 6,14 %), Ferschnitz (- 6,34 %) und Seitenstetten (- 6,71 %).

In Allhartsberg mit ÖVP-Landtagsabgeordneten und Bürgermeister Anton Kasser kommt die ÖVP auf 72,01 % (+0,24) , in Wolfsbach auf 69,69 %, in Ertl auf 68,80 %. Einen satten Zugewinn kann Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer verbuchen. Sie schafft ein Plus von 6,75 % und kommt auf 67,42 der Stimmen.

Vorzugsstimmen: Das System funktioniert

Die ÖVP habe in den Hochburgen tendenziell verloren und in den schwächeren Gemeinden leicht gewonnen, so ÖVP-Bezirksobmann Andreas Hanger.

Die Gründe für den Wahlerfolg sieht der ÖVP-Bezirksobmann einerseits im Programm. Man setzt Themen für die Zukunft, etwa die Digitalisierung, und vergesse dabei nicht auf die Historie und Basis, erklärt Hanger. Andererseits könnte man die Funktionäre in den Gemeinden motivieren und mobilisieren. "Die Größte ist aber das personelle Angebot", so Hanger über die Kandidaten.

Es war kurzer aber intensiver Wahlkampf, in den man viel Herzblut steckte, aber der auch körperlich und mental an die Grenzen ging, so Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer, die in ihrer Gemeinde fast 7 % zulegte und sich "sehr glücklich und zufrieden" zeigte.

Gerade das Vorzugsstimmensystem sei eine Herausforderung, so Landtagsabgeordneter Anton Kasser. Zugleich sei es ein "schönes Erlebnis" mit den jungen Kandidaten "Dinge zu entwickeln". Natürlich würden in einer Persönlichkeitswahl auch "Reibungspunkte" entstehen, der Erfolg lässt aber über vieles hinweg blicken, so Kasser über einen "herausfordernden" Wahlkampf.

Das Vorzugsstimmensystem macht sich bezahlt, meint auch ÖVP-Landtagskandidat Werner Krammer. Absolute Mehrheiten wären nicht mehr üblich, betont Waidhofens Bürgermeister.

Das Persönlichkeitswahlsystem ist ein "Erfolgsmodell", meint auch Andreas Hanger.

Trotz starker Mobilisierung der ÖVP-Wähler sei ein "Vermutstropfen" die niedrige Wahlbeteiligung, die bei rund 69 % lag, so Hanger. 2013 wählten noch rund 75 % den Landtag.

Hinterholzer und Kasser bleiben im Landtag

Die Vorzugsstimmen würde zwar erst ausgezählt, nach derzeitigen Stand könnte man allerdings bereits sagen, dass Michaela Hinterholzer und Anton Kasser wieder in den Landtag einziehen werden, erklärt der Bezirksobmann.

Zugewinne in der SPÖ

Die SPÖ ist in Ennsdorf und St. Valentin, der Heimatstadt der Bezirks-Spitzenkandidatin Kerstin Suchan-Mayr, die Nummer 1. Die Sozialdemokraten verloren zwar nur in sechs Gemeinden, liegen aber in immer 12 Gemeinden hinter den Freiheitlichen. Die meisten Zugewinne konnte die SPÖ in Haidershofen (+ 6,98 %), St Valentin (+ 8,45 %) und Ennsdorf (+11,41 %) verbuchen.

Ein Debakel erlebte der, im Vorfeld der Wahl von den eigenen Genossen im Kampf um den ersten Listenplatz im Bezirk abgewählte Bürgermeister von St. Georgen/R.
Landtagsabgeordnete Helmut Schagerl verlor in seiner Gemeinde 23,49 %. Auch in der Nachbargemeinde Hollenstein musste die SPÖ ein Minus von 4,66 % hinnehmen.

"Das Wahlergebnis freut mich in erster Linie für den Bezirk, die Zugewinne sind super. Speziell bei der Übermacht der ÖVP-Mandatare. Wir haben das Grundmandat gehalten, oder besser gesagt, gewonnen und der Abwärtstrend wurde gestoppt", so SPÖ-Bezirksvorsitzende Ulrike Königsberger-Ludwig .

"Dass die FPÖ so zulegt ist ein Trend, eine gesellschaftspolitische Entwicklung. Die stimmt bedenklich und muss im Auge behalten werden. Da müssen wir die Menschen wieder auf eine andere Linie bringen", so die SPÖ-Bezirksvorsitzende zu den Zugewinnen der FPÖ.

FPÖ gewinnt in allen Gemeinden dazu

Die FPÖ konnte in allen Gemeinden zulegen. Besonders stark in Ertl (+ 9,49 %), St. Georgen/R. (+11,29 %) sowie in Opponitz (+11,29 %), der Heimatgemeinde des FPÖ-Bezirksspitzenkandidaten Alexander Schnabel. Dort schaffte er immerhin den Sprung auf 14,87 % der Stimmen. In St. Georgen/Y. schafften es die Freiheitlichen sogar auf 15,95 %, in der Stadt Amstetten auf 16,84 % (+ 6,12 %).

"Es gab zwei Ziele bei der Wahl, zulegen und verdoppeln. Die Verdopplung haben wir zwar nicht erreicht, aber das Zulegen geschafft. Mehr habe ich nicht erwartet", so Alexander Schnabel, FPÖ-Bezirksspitzenkandidat. Auf die Frage, ob er sich als Wahlsieger fühlt: "Bei der FPÖ sind wir alle Wahlsieger."

So schnitten die Grünen ab

Die Grünen konnten nur in drei Gemeinden zulegen: St. Georgen/Reith (+ 1,74 %), Ertl (+ 0,05 %) und Seitenstetten (+ 1,17), wo man mit 10,63 % der Stimmen das beste Ergebnis im Bezirk erreichte. Das größte Minus mussten die Grünen in Haag mit - 4,22 % einstecken.

"Die Vorzeichen für die Grünen waren nicht die Besten, deswegen haben wir mit einem so guten Ergebnis wie diesem nicht gerechnet. Es war auch klar, dass die ÖVP die Absolute behalten wird. Da kann man nur gratulieren", so Landtagskandidat und Grüner Bezirkssprecher Dominic Hörlezeder, der in seiner Heimatstadt Amstetten ein Minus von 2,46 % einstecken musste. "Ich bin jedenfalls überglücklich über den Einzug der Grünen in den Landtag", so Hörlezeder.

Das Ergebnis der NEOS

Waidhofen (6,13 %), Ferschnitz (5,64 %), Neuhofen (5,50 %), St. Peter/Au (5,35 %) und Haag (5,12 %) sind die Hotspots der NEOS. In Haidershofen (2,99 %), St. Georgen/R. (2,92 %), Neustadtl (2,82 %) und Allhartsberg (2,01 %) konnte man weniger Punkten.

Die Grünen gegen die Neos

In Kematen, Neuhofen, Euratsfeld, Opponitz, Wolfsbach, Zeillern, Wallsee überholten zudem die Neos die Grünen. In St. Georgen/Y. gibt es mit 4,61 % (jeweils 76 Stimmen) einen Gleichstand. "Die Neos sind unsere große Konkurrenz. Irgendwo müssen deren Stimmen ja herkommen", so Hörlezeder.

Die "Christen" im Bezirk

Die Christliche Partei Österreichs (CPÖ) erreichte in Wolfsbach 1,19 % und in Ybbsitz 1,06 %. Ohne eine einzige Stimme blieben die Christen in Wallsee und Oed.

Das war die Landtagswahl 2013

2013 wurde der letzten Landtag gewählt. Die ÖVP erhielt im Bezirk Amstetten 53,52 Prozent der Stimmen, die SPÖ kam auf 20,24 Prozent, die FPÖ erhielt 7,87 Prozent, Die Grünen konnten 7,55 Prozent für sich verbuchen. Das Team Stronach, das dieses mal nicht mehr antritt, erhielt bei der letzten Landtagswahl 9,00 Prozent der Stimmen.
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